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Schindertrail Backyard Ultra 2021

Zum dritten Mal nahm ich nun an einem Backyard Ultra teil. 2020 startete ich bereits in Rettert, im Frühjahr lief ich dann 50 Meilen in der virtuellen Austragung und auch in diesem Jahr wollte ich mich wieder daran versuchen möglichst lange und weit unterwegs zu sein.

Leider habe ich mich nach dem Lauf auf den Feldberg verletzt. Der Körper, vor allem eine Leiste, wollte nicht mehr und ich habe auf das Heilungsprinzip „Pause“ gesetzt. Das hat soweit gut geklappt, so dass ich so langsam wieder starten kann. Einen ersten längeren Testlauf habe ich dann in Winterborn absolviert und war zufrieden.

Warten auf die Läufer in Runde 9.

Aber mir war klar, dass ich nur mit Glück eine Verbesserung meiner Leistung aus dem Vorjahr erreichen könnte. Aus dem Grund hatte ich bereits im Vorfeld für mich geplant mit dem Start in den Oktober in die Wintervorbereitung einzusteigen, um möglichst fit in das kommende Jahre 2022 hineinzukommen.

Zehn Runden hatte ich mir vorgenommen, am Ende wurden es acht und damit bin ich sehr zufrieden. Ich musste nicht an mein Limit gehen und konnte die Runden bis zum Ende in der gewollten Geschwindigkeit abspulen.

RundeRundenzeit in Minuten
150:15
250:53
349:46
450:40
551:42
651:28
751:59
853:27

Die letzte Runde etwas langsamer, weil mir da schon klar war, dass ich zur neunten Runde nicht mehr an den Start gehen würde und ich mit Frank die letzten Minuten des gemeinsamen Laufens noch mit Quatschen über den WiBoLT verbracht haben.

Es wären sicherlich noch zwei, drei Runden mehr drin gewesen, aber ich wollte meinen Körper nicht komplett überlasten, sondern den Wettkampf als soliden und guten Start in das Aufbautraining ansehen.

221 Teilnehmer laufen, um den Wald rund um Rettert zu retten. Schon stark.

Da ich aber am Wettkampftag (Start um 20:00 Uhr) bereits um 4:50 Uhr aufgewacht bin war ich in der Nacht dann auch spürbar müde. Es wäre sicherlich noch etwas weiter gegangen, aber am Ende war es die absolut richtige Entscheidung mit 55km (offizielle Strecke etwas kürzer, aber es gab ja noch den Weg zwischen Pavillon und Start/Ziel) nach Hause zu fahren. Details zum Lauf gibt es dann wie gewohnt bei Strava.

Team Brockenkäfer

Alex hatte relativ kurzfristig noch eine Teamwertung ins Leben gerufen und eh ich mich versah sprach mich Frank an, ob ich nicht mit ihm und Michael (dem Meldeläufer) in einem Team laufen wolle.

Frank und Michael haben jeweils zwei Mal den WiBoLT gefinished. Das ist ja mein sportliches Lebensziel. 🙂

Okay? 😀 Wie komme ich zu der Ehre mit solchen Leuten in einem Team zu laufen? Egal. Klar. Mach ich. Sehr cool.

Als ich vor Ort ankam hatte Michael bereits den Pavillon aufgebaut und Frank kam kurze Zeit später mit Mareike als Support ebenfalls dazu.

Melonendecke auf dem Boden. Wunderschön. 🙂

Für mich war Support nicht allzu wichtig, weil ich eine im Vorfeld begrenzte Zeitspanne laufen wollte. Acht oder zehn Stunden schaffe ich problemlos ohne Support.

Aber man hat schon gemerkt, dass in der kurzen Pause, die man zwischen den Runden hat Vieles sehr viel einfacher wird, wenn man jemanden hat, der nur dafür da ist dir diese 5-10 Minuten Pause so stressfrei wie möglich zu gestalten.

Danke.

Generell einfach super cool euch mal im „realen Leben“ bzw. überhaupt kennengelernt bzw. mal wieder getroffen zu haben.

Unser Team ist am Ende im Mittelfeld gelandet, aber .. ja .. egal. 🙂

Michael beendete ebenfalls nach acht Runden den Wettkampf, Frank machte die zwölf Runden voll und beließ es dann auch dabei.

Mir hat es Spaß gemacht und hoffentlich schaffe ich es bei der nächsten Austragung des Trailruns des TV Urbar dann auch endlich mal an den Start. Versuche es seit Jahren, hat leider noch nicht geklappt. Aber das ist fällig. 🙂

Ob ich im nächsten Jahr nochmal in Rettert starten werde? Muss ich mir noch überlegen. Es ist nicht so wirklich mein Format. Mehr als ein Trainingslauf kann das für mich eigentlich nie sein. Aber mal schauen, was das kommende Jahr so bringt. Ausschließen würde ich es mal nicht.

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Neuwied ist Lava

Ich bin immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und so hatte ich schon länger im Kopf einmal rund um das Neuwieder Stadtgebiet zu laufen ohne eben dieses zu betreten.

Das Höhenprofil des Laufs rund um Neuwied.

Konkret also in Leutesdorf loslaufen und in Mülhofen ankommen ohne Neuwied zu betreten. Also eine Route rausgesucht, das Auto am Bahnhof in Engers geparkt, nach Leutesdorf gefahren und los ging es.

Von Leutesdorf nach Ehlscheid

Vom Bahnhof in Leutesdorf aus geht es erstmal für drei Kilometer am Rhein entlang bis auf die Höhe des Leutesdorfer Campingplatzes.

Dort durch einen Garten mit einem Kreuz in der Mitte (keine Ahnung, was das genau bedeuten sollte) in Richtung Bahnlinie, über diese hinweg und dann so langsam hinein in den ersten Anstieg.

Weg entlang des Gesterbachs (wurde mit der Zeit immer wilder)

Ich bin keinem ausgeschilderten Wanderweg, sondern einfach alten und offensichtlich derzeit eher selten genutzten Forstarbeiterwegen gefolgt. Entlang des Gesterbachs geht es teilweise recht steil bergan, das Laufen ist aber vor allem deswegen mühsam, da der Weg mal von umgefallenen Bäumen versperrt, mal fast vollständig überwuchert ist.

Hier war fast kein Durchkommen. Hat ein paar Minuten gedauert 🙂

Erst gegen Ende des Anstiegs gelange ich auf eine asphaltierte Straße, auf der es natürlich wieder schneller vorwärts geht.

Die Wüstung Rockenfeld lasse ich links (eigentlich rechts) liegen und folge dem Limesweg in Richtung Rheinbrohl, passiere Limestürme und biege dann ins Nonnenbachtal ab, welches ins Wiedtal hinab führt.

An der Wied angekommen merke ich, dass meine Streckenplanung zumindest ausbaufähig ist. Am Haus Nonnenbach endet der Weg und es gibt keinen Anschluss für Fußgänger. Ich möchte nicht über den Campingplatz laufen, also schlucke ich die Pille und laufe auf der Kreisstraße schnell bis nach Datzeroth.

Die Wied bei Datzeroth.

Dort quere ich die Wied und nach ein paar Hundert Meter auf dem Wiedweg verlasse ich das Tal wieder, um durch das Dombachtal nach Ehlscheid anzusteigen.

In meinem Heimatdorf angekommen hat man zum ersten Mal einen Blick ins Neuwieder Becken.

Blick an Ehlscheid vorbei ins Neuwieder Becken.

Bei meinen Eltern angekommen nutze ich die Chance um meine Wasserreserven aufzufüllen und natürlich auch einen Vatertagsbesuch zu machen. Passt. 🙂

Über Anhausen und Isenburg zum Rhein

Nach nur etwa 15 Minuten Pause geht es direkt weiter. Zwischen Rengsdorf, Bonefeld und Hardert vorbei geht es durch das Völkerwiesenbachtal, das Birzenbachtal bis hinab ins Aubachtal. Hier verlaufe ich mich kurzzeitig und habe Glück, dass ich es gerade noch rechtzeitig merke.

Fast wäre ich in die Lava getappt. 🙂

Also das Aubachtal wieder etwas nach oben gelaufen und dann den Anstieg hinauf nach Anhausen in Angriff genommen. Dort angekommen habe ich die ersten 1000 Höhenmeter des Tages bereits im Sack. Jetzt geht es zum Teil auf der Iserbachschleife in Richtung Isenburg.

Abgesehen von der unfreiwilligen Annäherung an das Stadtgebiet im Aubachtal komme ich jetzt an die Stelle, wo ich geplanterweise am nächsten an Neuwied herankomme.

Über die Brücke darf ich nicht, denn dann ist man im Neuwieder Stadtgebiet.

Am Zusammenfluss von Hohenwiesenbach (Mitte) und Steinebach (kommt von rechts) bin ich nur durch die Brücke von Neuwied entfernt, also lieber auf diese Seite weiterlaufen, direkt hinab ins Iserbachtal.

Ich laufe kurz auf der Kreisstraße hinab, entdecke dann aber einen netten, steilen Ausstieg aus dem Tal (Wolfskehl) und nutze diesen spontan, um doch noch an der Burg Isenburg vorbei zu kommen.

Toller Blick auf Kirche und Burgruine in Isenburg.

Oben angekommen besuche ich noch die beiden Aussichtspunkte hinüber zur Burgruine (der westlichere von beiden lohnt mehr!) und mache mich dann hinab zu Kirche und Burg und weiter hinab ins Sayntal.

Nun steht nur noch ein Berg zwischen mir und dem Rhein. Hier war ich vor einiger Zeit schon mal zum Streckencheck, also weiß ich, dass noch ein harter Anstieg auf mich wartet. Aber ich fühle mich auch nach 40km noch gut, also sind die letzten paar Hundert Höhenmeter schnell gemeistert.

Der einsame Weg schlängelt sich am Hang entlang bis man irgendwann abbiegt und auf den Saynsteig trifft. Hier noch schnell ein letztes Bild in Richtung Neuwied geworfen und dann geht es nur noch bergab nach Sayn.

Blick ins Neuwieder Becken von Stromberg aus

Die Beine machen sich aufgrund des langen Abstiegs irgendwann bemerkbar, aber gleichzeitig zieht der Himmel zu. Von der Sonne ist schon längere Zeit nichts mehr zu erkennen, also nicht locker lassen, sondern weiter in Richtung Rhein, um nicht auf den letzten zwei Kilometern noch nass zu werden.

In Sayn angekommen geht es weiter nach Bendorf und dem Radweg folgend nach Mülhofen. Dort biege ich in Richtung Rhein ab und erreiche nach etwa 6:15 Stunden mein Ziel.

Ich bin von Leutesdorf nach Mülhofen gelaufen ohne das Neuwieder Stadtgebiet zu betreten. Was man auch mit wenigen Dutzend Höhenmetern hätte erreichen können (indem man durch Neuwied läuft) hat mir 1400 Höhenmeter und etwa 50km abverlangt. 🙂

Alle Informationen zum Lauf bei Strava.

Am Ende bin ich dann doch noch ins Stadtgebiet gelaufen, mein Auto stand ja in Engers am Bahnhof. Warum in Engers und nicht in Bendorf? Ganz einfach: Bendorf hat keinen Bahnhof. 🙂

Nach dem Lauf von Nassau nach Hartenfels am letzten Samstag und einem 20km-Erkundungslauf an der Lahn am Tag vor dem Lauf rund um Neuwied bin ich extrem zufrieden mit der Zeit und Leistung.

Heute (am Tag danach) fühle ich mich wirklich gut und weiß, dass ich in diesem Jahr noch so einige gute Läufe in Angriff nehmen will und werde. 🙂

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Von Nassau nach Hartenfels

Im Rahmen der 7 Summits of Nassauer Land ging es gestern auf den ersten von vier Läufen dieser Challenge.

Von Nassau bis zur Burgruine in Hartenfels, Details zum Lauf bei Strava.

Los ging es um kurz vor 7 Uhr am Koblenzer Hauptbahnhof in Richtung Nassau. Dort angekommen versteckt sich die Burg in einem Nebelschleier.

Vom Bahnhof in Nassau aus ist die Burg Nassau nicht zu sehen.

Ich starte die Aufzeichnung meines Laufs bereits am Bahnhof, den Anstieg zum Start vor der Burg Nassau muss ich ja auch erst noch meistern bevor es mit dem eigentlichen Lauf los geht. Alle Strecken starten hier oben und so treffe ich gleich zwei Teilnehmer, die sich heute auf den Weg hinauf zur Fuchskaute machen. Ich laufe etwas vor ihnen los und werde sie nicht mehr treffen.

Hinauf zur Alarmstange

Die Burg wird derzeit saniert, so dass man derzeit vor verschlossenen Türen steht, aber das ist nur Nebensache. Um 8:03 Uhr starte ich meinen Weg hinauf in den Westerwald.

Zunächst einmal bergab und nach wenigen Metern bereits das erste Hindernis. Ein Baum ist über den Weg gefallen, so dass man direkt man den Track verlassen muss. Hilft ja nichts.

Unten in Nassau noch ein bisschen geknipst, das Wetter scheint wirklich super zu werden. Obwohl es recht kühl ist, merke ich schon, dass es eine sehr gute Idee war neben meiner dünnen Windjacke auch eine Weste mitzunehmen (ich wechselte Jacke gegen Weste bereits nach 8km). Das hat mir am Ende den Arsch gerettet, weil ich unter der Jacke zu stark geschwitzt hätte und den Verlust wahrscheinlich nicht hätte ausgleichen können.

Die Strecke hinauf nach Welschneudorf und weiter bis zum Köppel hatte ich vor einiger Zeit bereits mal angeschaut. Schön ist etwas anderes. Ich finde den Anstieg aber gar nicht so brutal, wie von Alex beschrieben. Klar, das sind teilweise richtige Rampen. Aber wenn man mit sinnvollem Stockeinsatz geht und Kräfte spart kann man doch relativ zügig unterwegs sein ohne sich komplett abzuschießen. Man darf einfach nicht zu viel wollen. Auf den ersten 10km gewinnst du nichts, kannst aber alles verlieren.

Der Weg ist teilweise echt richtig öde, hilft aber ja nichts. Die Waldautobahnen ziehen sich weiter hinauf und irgendwann sieht man den Köppelturm vor sich. Ein paar letzte Kehren und eine steile Rampe durch ein abgeholztes Waldstück und man erreicht den zweithöchsten Punkt des Tages.

Der Wald ist hier wirklich kaputt bzw. schon abgeholzt worden. Der Klimawandel ist an diesem Punkt des Westerwalds nicht nur sichtbar, er hat ihn auch schon für die nächsten Jahrzehnte grundlegend verändert. Der Westerwald hat hier seinen „Wald“ verloren. 🙁

Ich halte mich nicht lange auf und laufe weiter in Richtung Alarmstange.

Der Sender auf der Alarmstange. Der Berg ist mit 545m noch ein klein wenig höher als der Köppel.

Der markante Sender ist auch von Koblenz aus zu sehen und der Berg ist noch ein paar Meter höher als der Köppel und stellt somit den höchsten Punkt des Tages dar.

Nach Sayn und weiter zum Verpflegungspunkt

Zunächst geht es mäßig steil über Waldautobahnen hinab. Vorbei an endlosen Reihen von Baumstämmen, die zum Abtransport gelagert werden. Teilweise wirklich erschreckend.

Holz, Holz, Holz. In diesem Gebiet gab es überall diese Ansichten.

Südlich von Höhr-Grenzhausen trifft man dann auf den Limesweg. Der folgende Abschnitt ist teilweise wirklich nett, ein paar Trails sind auch zu finden. Es geht zunächst noch etwas bergab, dann aber in einer Gegensteigung nochmals hinauf zur A48. Unter der Autobahn entlang und dann weiter in Richtung Bendorf-Sayn.

Am Limesturm trifft man auf den Rheinsteig. Der Weg wird, bis man in Sayn ankommt, etwas netter zu laufen. In Serpentinen ins Brexbachtal hinab und auf der anderen Seite wieder empor.

Oben angekommen gibt es den Blick ins Neuwieder Becken über Sayn hinweg. Von hier geht es dann direkt hinab in den Ort.

Dort hat man, je nachdem, wann man da ist, auch die Option in einem kleinen Dorfladen die Vorräte aufzustocken. Der Laden wird aber nur noch im Jahr 2021 existieren. Die Besitzerin sagte mir, dass nach 50 Jahren für sie Schluss sei. Es gibt einfach nicht mehr ausreichend viele Kunden. Tja, schade. Für eine Cola, zwei Hanuta und ein Snickers habe ich 2,60 Euro (ohne Trinkgeld) gezahlt. Mehr als fair.

Am Schloss Sayn vorbei geht es in den Schlosspark, am Schmetterlingspark vorbei und nachdem die Strecke den Rheinsteig kurz verlassen hat trifft man hier wieder auf das vertraute Zeichen. Es geht wieder hinauf. Der Rheinsteig ist aber wirklich nur ein kurzer Begleiter. Es geht weiter, teilweise steil bergan in Richtung Isenburg.

An zwei alten Limestürmen vorbei geht es durch den Wald und dann in wenigen Serpentinen hinab zur Kirchenruine Hausenborn.

Blick in die Ruine der Wallfahrtskirche Hausenborn.

Hier trifft man auch auf die Wällertour Iserbachschleife, der man für die nächsten rund zehn Kilometer folgt. Zunächst geht es auf einem steilen Trail bergab nach Isenburg, dort dann aber direkt wieder steil bergauf zur Kirche. Die Ruine der Isenburg lässt man links liegen. Bilder von Kirchen und Burg habe ich in einem Tourenbericht einer Radfahrt aus der letzten Woche veröffentlicht.

In Isenburg hatte ich am Freitag mein Auto abgestellt, um mir nach 45km einen Versorgungspunkt zu ermöglichen. 15min Pause habe ich mir gegönnt, die Trinkblase und Flaschen neu aufgefüllt, ein paar Süßigkeiten gegessen und die Beine versucht etwas zu lockern, aber dann ging es weiter, musste es weiter gehen. Noch 35km bis nach Hartenfels.

Über den Derbacher Kopf nach Dierdorf

Ich hatte am Tag zuvor vergessen Energieriegel zu kaufen, da ich meinte noch ausreichend viele auf Vorrat zu haben. Dem war nicht so und so hatte ich leider nicht genug Kohlenhydrate mit dabei. Nach rund 50km merkte ich das erstmals. Ein Loch war es noch nicht (das kam erst 5km später, als es leicht anfing zu nieseln), aber ich wusste, dass ich mit den Kräften und den restlichen Vorräten vorsichtig umgehen musste, um nicht am Ende komplett einzubrechen.

Also machte ich mich kontrolliert auf von Isenburg in Richtung Dernbacher Kopf. Wie gesagt geht es zunächst auf der Iserbachschleife an der Thalhauser Mühle vorbei bis nach Rüscheid. Dort verlässt man die Wällertour und biegt nach rechts ab und steigt hinauf auf den Dernbacher Kopf. Hier sieht es genauso aus wie auf dem Köppel: kahl. 🙁

Am Gipfel der Dernbacher Kopfs ist der Wald verschwunden.

Wie auf dem Bild zu sehen hatte sich der Himmel mittlerweile zugezogen, es war windig und ab und an gab es auch mal ein wenig Nieselregen.

Von hier aus ging es dann zuerst hinab nach Dernbach, dort am Ortseingang auf den Trimm-Dich-Pfad eingebogen und gekonnt keine Übung gemacht. 🙂

Hier war ich mir dann nicht ganz sicher, welchen Weg ich nehmen musste/sollte. Zwei parallel verlaufende Wege, einer am Waldrand, einer im Wald. Ich habe es aufgeteilt, mal so, mal so. Ich denke, dass das in Ordnung geht, da sie am Ende wieder zusammengelaufen sind.

Am südlichen Rand von Dierdorf angekommen entschloss ich mich gegen einen Besuch beim dortigen Aldi. Ich hätte zwar etwas zu essen gebrauchen können, gleichzeitig hatte ich aber nicht so wirklich Appetit. Außerdem wollte ich nicht im schlimmsten Fall 20min damit verbringen im Aldi an der Kasse zu stehen. Also ging es einfach weiter. Noch 20km bis Hartenfels und die sollten es in sich haben.

Auf Asphalt und durch Dörfer nach Hartenfels

Hier endete der für mich schöne Teil des Laufs und es begann die Zeit des asphaltierten Radwegs. Warum? Als Veranstalter hat man am Ende alle Trümpfe in der Hand, wenn man einen Lauf sinngemäß mit der Frage „Willst du leiden?“ bewirbt und man dann mit „ja“ antwortet. Ich erwarte auch keine Rechtfertigung, aber die letzten 20km waren einfach der letzte Rotz. 😀

Das mag zum Teil auch der Tatsache geschuldet sein, dass ich in ein körperliches Loch gefallen bin, aber asphaltierter Radweg ist auch einfach ein Synonym für „uncool“. Egal, ich hab zugesagt, also muss ich die Suppe jetzt auch auslöffeln.

Zuerst ging es wellig bis nach Wienau. Dort angekommen im Ort steil nach oben zum dortigen Flughafen. Von hier aus hat man einen tollen Blick hinüber zu Köppel und Alarmstange. Da war man ja vor vielen Stunden schon.

Blick auf Köppelturm (links) und den Sender auf der Alarmstange (rechts) über Wienau hinweg.

Für mich war es eine Mischung aus Motivation und Demotivation.

  • „Krass, da war ich eben schon.“
  • „Oah, das ist so nah und dafür hab ich so lange gebraucht?“

Aber man ist ja auch alles andere als den direkten Weg gelaufen.

Nach Wienau wechselt der Untergrund bis zum Ende zwischen Asphalt und Waldautobahn. Zuerst gelangt man nach Epgert und dann geht es zum Waldsee nahe Maroth. Eigentlich ganz nett, aber hier ist es doch schon recht windig und ich habe Glück, dass mir der Wind in den Rücken weht.

Auf dem Weg zum Waldsee bei Maroth.

Die Zeit der großen Anstiege ist im Prinzip vorbei. Ab und an gibt es nochmal eine kleine Rampe, zumeist auch in Ortschaften bzw. auf Asphalt, so dass man die Stöcke nur bedingt sinnvoll einsetzen kann.

Mittlerweile kämpfe ich gegen den Hungerast. Die letzten Vorräte sind im Prinzip aufgebraucht, ein bisschen Schokolade habe ich noch, aber ich traue mich nicht sie zu essen. In dem Zustand kann das in alle Richtungen führen und da man quasi ständig in Ortschaften ist, ist eine Flucht in die Büsche nicht immer möglich. Also entscheide ich mich mich durchzubeißen.

Ich passiere Freirachdorf und Herschbach im unteren Westerwald und es sind nur noch 4km bis ins Ziel. Die Zeit rast gefühlt. Ich laufe seit Längerem keinen Kilometer mehr durch, aber das ist mir egal. Ich bin froh, dass ich gleich im Ziel bin und als ich aus dem Waldstück zwischen Herschbach und Hartenfels herauskomme sehe ich zum ersten Mal den imposanten Turm der Burgruine. Ich habe es geschafft .. gleich. 😉

Die letzten Meter gehe ich und genieße einfach die Tatsache, dass es gleich vorbei ist. Mein Vater, der mich im Nachgang wieder nach Isenburg fahren wird (Dauer 25min .. haha) erwartet mich und winkt mir zu.

In einer Zeit, in der es keine Zuschauer gibt, ist so eine einzelne Person, die sich vor Ort mit einem über das Erreichen des Ziel freut einfach super viel wert. Und wenn es dann noch ein Familienmitglied ist natürlich doppelt so viel.

Den Burgberg erklimme ich dann noch alleine, das ist noch mal richtig steil, aber am Ende auch kein wirkliches Problem mehr. Oben angekommen wird die Uhr um 18:13 Uhr abgedrückt und ich genieße noch für eine Minute den Ausblick von einer Ruhebank.

Lange kann ich hier nicht sitzen. Es ist merklich kühl geworden und der Wind pfeift über den Burgberg. Außerdem will ich auch keine Zeit mehr verlieren. Es reicht für heute.

Fazit

Der erste von vier Läufen ist erfolgreich absolviert. Ich bin noch nie eine so lange Strecke einfach nur mit meinem Rucksack gelaufen. Am Ende musste ich schon stark kämpfen, aber das ist glaube ich dann auch normal.

Zufrieden und stolz auf dem Burgberg in Hartenfels.

Der Lauf bei Strava enthält ja neben der eigentliche Strecke auch noch den Weg vom Bahnhof in Nassau hoch zur Burg Nassau. Wenn man das abrechnet habe ich für die Strecke von der Burg Nassau bis zur Burg Hartenfels 10:10 Stunden benötigt.

Insgesamt war ich 10:31h unterwegs. Das sind die Bruttozeiten.

Das Rennen habe ich übrigens mittels raceday.me live getracked (leider etwas zu spät auf Start geklickt). Das hat gut geklappt.

Am Tag danach geht es mir gut, ich fühle mich gerüstet für die kommenden Strecken, wenngleich ich da doch noch etwas mehr trainieren will, bevor ich vor allem die harten Strecken im Taunus angehe. 😉

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7 Summits of Nassauer Land

Der Begriff „Seven Summits“ bezeichnet den jeweils höchsten Berg eines jeden Kontinents. Ganz soweit nach oben geht es bei der Challenge „7 Summits of Nassauer Land“ Challenge natürlich nicht, aber geschenkt bekommt man hier auch nichts. 😉

Das Logo der Veranstaltung, basierend auf dem Wappen des Herzogtums Nassau

Die Challenge führt die Läufer auf folgenden Berge bzw. zu diesen markanten Punkten.

  • Alarmstange (545m)
  • Dernbacher Kopf (427m)
  • Burg Hartenfels (368m)
  • Grauer Kopf (543m)
  • Hohe Wurzel (617m)
  • Fuchskaute (657m)
  • Großer Feldberg (879m)

Diese Orte müssen auf Basis von vordefinierten Strecken erlaufen werden. Dazu haben die Organisatoren vier Strecken, mit jeweils etwas mehr als 70 Kilometern Länge und vielen, vielen Höhenmetern, ausgearbeitet. Diese sind exakt abzulaufen, damit eine Strecke als „erledigt“ akzeptiert und vermerkt wird.

Interessanterweise ist der Köppel kein Bestandteil der seven summits, dafür aber die Burg Hartenfels, obwohl es sich dabei natürlich nicht um einen Berg, sondern um ein Gebäude handelt. Hat ggf. etwas mit der Streckenführung zu tun bzw. damit, dass Alarmstange und Köppel in direkter Nachbarschaft zueinander liegen.

Gleiches könnte man übrigens auch für den kleinen Feldberg sagen. Am Ende geht es nicht um die höchsten Berge, sondern Katja und Alex haben einfach ein paar Strecken rausgesucht, die einen quer durch das Nassauer Land führen. Passt.

Das „Nassauer Land“ ist übrigens keine offizielle Region mehr, sondern basiert auf dem Gebiet des ehemaligen Herzogtums Nassau.

Alle Wege beginnen in Nassau

Die Challenge entstand in einer Zusammenarbeit von Katja Dasbach und Alex Holl. Katja veranstaltet Läufe im Westerwald, Alex im Taunus. In der Mitte liegt Nassau bzw. die Burg Nassau, an deren Pforte jede vorab geplante Route startet.

  • Nassau – Burg Hartenfels

    Von Nassau aus geht es hinauf auf den Köppel, und die Alarmstange , von dort hinunter zum Schloss Sayn, weiter zur Burgruine Isenburg und dann hinauf in Richtung Dernbacher Kopf.
    Von dort geht es dann weiter zur Burg Hartenfels.

    Absolviert am 8.Mai in 10:10 Stunden.


  • Nassau – Fuchskaute

    Bis zum Köppel ist es die gleiche Strecke wie auf dem Weg zur Burg Hartenfels. Hier biegt man dann aber auf einen anderen Weg ein und steig langsam, aber stetig bis zum höchsten Berg des Westerwaldes, der Fuchskaute.


  • Nassau – Hohe Wurzel

    Von Nassau aus geht es stetig bergan nach Singhofen, zwischen Holzhausen und Rettert (Startort des Ultramarathons Grauer Kopf und des Schindertrail Backyard Ultras) hindurch immer weiter bergan auf den Grauen Kopf. Nicht auf direktem Weg geht es dann, immer der Aar folgend, nach Bad Schwalbach und darüber hinaus steil hinauf zur Hohen Wurzel.


  • Nassau – Großer Feldberg

    Über Katzenelnbogen steigt man erneut bis nach Kettenbach hinauf. Statt der Aar in Richtung Hoher Wurzel zu folgen peilt man Idstein an. Von dort geht es dann nur noch bergan bis zum Großen Feldberg.

    Absolviert am 2.Juni in 12:06 Stunden.

Die Reihenfolge der Läufe ist jedem Teilnehmer freigestellt. Es gibt auch keine cut-off-Zeit. Man muss die Strecken nur jeweils in einem Rutsch und zu Fuß bewältigen.

Wenn man das geschafft hat bekommt man neben einer Medaille noch einen ganz besonderen Preis. Man darf individuell und auf sich gestellt einen 100 Meilen-Lauf absolvieren. 😀

Genau. Klingt völlig plemmplemm, aber das ist mein Ziel.

Der Graue Unfug ist eine Kombination aus dem Ultramarathon Grauer Kopf (von Alex organisiert) und dem Großen Unfug (von Katja organisiert). Sagen wir mal so .. darüber mache ich mir dann Gedanken, wenn es soweit ist. 🙂

Man hat bis in den November Zeit die Strecken zu absolvieren, allerdings ist mein Ziel dies bereits im Sommer erledigt zu haben.

Meinen ersten Anlauf hinauf in den Westerwald plane ich für Mitte Mai. Mal sehen, was das Wetter und der Körper dazu sagen. 🙂

In der coronabedingt wettkampffreien Zeit so oder so auf jeden Fall ein richtig gutes Aufbautraining, um 2022 ggf. mal richtig lange Läufe bestreiten zu können.

Sollte sich jemand angefixt fühlen … Anmeldungen sind noch möglich. 🙂

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Rennbericht: 1.Schindertrail virtual backyard ultra

Es war also alles vorbereitet und dann Dummheit deluxe. 🙁

Montags kam ich auf die Idee endlich mal mein aktuelles Fitness-Level bei Freeletics zu definieren, um nach dem backyard ultra voll durchstarten zu können. Jou, lockere Squats führten dann allerdings zu einer leichten Zerrung im hinteren Oberschenkelbereich. Dummheit einfach.

Beine lockern auf dem Rad, dann Blackroll und Massagepistole, Voltaren und ein bisschen Beine lockern am Mittwoch und Donnerstag und dann einfach die Suppe auslöffeln. Unsicherheit inklusive, es sollte aber zum Glück keine Auswirkung haben. Trotzdem: keine unbedachten Aktionen vor einem Wettkampf!

Am Donnerstag hatte ich bereits das Setup meines Start-/Zielbereichs zur Probe aufgebaut, so dass der Aufbau am Freitag Morgen schnell von der Hand ging.

Schnell noch ein bisschen bei social media Eigenwerbung betrieben und dann war auch schon zehn Uhr und der virtuelle Startschuss erfolgte.

Die ersten sechs Runden

Die Rundenzeit habe ich mir nicht wirklich geplant. 45 bis 50 Minuten habe ich anvisiert, um nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel Pause zwischen den Runden zu haben. Es lief gut, so dass ich die Zeit sogar etwas unterbieten konnte und mich damit gut fühlte.

RundeRundenzeit
142:38
242:18
342:24
441:26
542:06
642:18
Rundenzeiten während der ersten sechs Stunden

Zu Beginn noch das ein oder andere Foto für den Rennbericht gemacht, aber dann ist die Runde eben auch einfach immer nur die gleiche.

Der Anstieg zu Beginn der Tagesrunde verleitet dazu ihn zu laufen. Für einen normalen Lauf völlig okay, hier musste ich mich gerade zu Beginn wirklich zwingen einen Schritt zurück zu machen und zu gehen. Etwa 140 Höhenmeter pro Runde darf man nicht ignorieren.

Nach sechs Runden hat man nicht mal einen Marathon hinter sich, dafür aber noch unendlich viel vor sich. Die erste Ernüchterung macht sich breit. Das wird hart.

Von Beginn an habe ich darauf geachtet nicht zu geschwitzt zu sein. Das heißt immer schön vorsorglich die Laufshirts gewechselt, abgetrocknet. Oberkörper, zwischen den Beinen. Körperpflege ist wichtig.

Dazu regelmäßig kurz andehnen und locker massieren. Nicht zu hart, sondern irgendwie so, dass die Muskeln geschmeidig bleiben. Alles ohne wirkliche Ahnung von dem, was ich da tue, sondern nach bestem Wissen und Gewissen.

Wer weiß was noch so kommt.

Stunde fünf bis elf

Stunden, Runden. Ändert ja nichts. Immer weiter. War das Wetter in den ersten sechs Stunden noch ok (kühl, aber ok) wird es mit dem Nachmittag immer windiger. Die Zunahme der Windstärke passiert schleichend.

Ich merke, dass ich immer weniger schwitze, mir stattdessen während der Pause immer kühler wird. Mein Pavillon steht auf der Ostseite des Hauses, die Sonne ist weitergewandert. Es geht in den Abend hinein.

Ich entscheide mich den VP in den Keller zu verlegen.

Jetzt am Nachmittag werden die Beine schon müder. Dazu gesellt sich Frust. Der Wind ist nicht durchgängig (was auch ätzend gewesen wäre), sondern kommt in massiven Böen, was dazu führt, dass ich teilweise gefühlt gegen Wände laufe und gehend schneller bin, als laufend. Das saugt enorm viel Kraft, da ich versuche irgendwie meine Rundenzeiten zu bewahren. Wenn ich zu früh in die 50er abdrifte, befürchte ich nicht mehr gut genug regenerieren zu können.

Die ersten Gedanken à la „wie komme ich hier möglichst unbeschadet (körperlich und vom Ansehen her) raus“. Soll ich so tun, als ob ich umgeknickt bin? Durchfall ist immer ein guter DNF-Grund. Ich bin in einem Tief.

Am Ende rette ich mich in den Gedanken, dass ich im Garten windgeschützt bin und das dann alles gut wird. Die Ausgangssperre kommt näher.

Um 21:00 Uhr ist hier Schluss und ich muss in den Garten ausweichen.

RundeRundenzeit
742:24
843:18
944:08
1045:04
1147:05
Rundenzeiten von Stunde 7 bis 11

Die zehnte Runde ist eine Katastrophe. Die Sonne ist fast weg und im Wald stürmt es. Äste fallen und mir ist verdammt kalt. Ich entscheide mich in Runde elf (die letzte vor der Ausgangssperre) eine dickere Jacke und eine Mütze anzuziehen. Nunja … der Wind schläft ein. Keine einzige Böe, ich schwitze wie den ganzen Tag noch nicht.

Ich habe leichte Probleme mit dem Bewegungsapparat, aber ich bin mittlerweile auch bereits seit elf Stunden unterwegs. Alles soweit im Lot. Ich bin durchaus noch motiviert, wenngleich mich das Wetter schon richtig annervt.

Start in die Nachtrunde

Ich bin auf der einen Seite unmotiviert, will das nicht mehr. Auf der anderen Seite ist das so bescheuert, ich will am Ende sagen können „das habe ich geschafft“.

Ich höre eigentlich keine Hörbücher, aber heute muss eine Ausnahme sein. Alles ausprobieren, um die Zeit verfliegen zu lassen. Ich brauche irgendwas, was 8h dauert. Nicht 24, sondern 8, damit ich es zu Ende hören kann.

Ich bin auf „Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann gestoßen. Das Buch ist klasse (Leseempfehlung!), heute soll es das Hörbuch sein. Leider ist mir relativ schnell klar, dass ich es nicht zu Ende hören werde.

Das Hörbuch beginnt mit diesem Zeilen.

Im September 1828 verließ der größte Mathematiker des Landes zum ersten Mal seit Jahren seiner Heimatstadt, um am deutschen Naturforscherkongress in Berlin teilzunehmen.
[Pause]
Selbstverständlich wollte er nicht dorthin.

Ich musste lauter lachen, als ich es sollte. Das spiegelte komplett meine Situation wieder. Ich wollte diese bescheuerte Gartenrunde nicht laufen.

Nach wenigen Minuten merkte ich außerdem, dass ich viel zu langsam war. Mein Körper war zwar nicht steif, aber die ständigen Drehungen auf der Wendepunktstrecke gingen nicht so schnell vonstatten, wie ich erhofft hatte.

Ich beendete die zwölfte Runde in 57:02min.

Ich hatte den Tag über jeweils zwei Wecker gestellt. Um 58 und dann zum Start in die neue Runde. Ich hatte nicht mal Zeit mich ausreichend zu verpflegen. Marcel und Sascha versuchten mir zwar noch die nötigen Motivationsspritzen zu geben, aber es half nichts. Es lag nicht an der Motivation, sondern daran, dass mein Körper nach der Vorbelastung mit mehr als 1500hm auf 73km diesen Rundkurs im Garten einfach nicht mehr absolvieren konnte. Ich probierte es, aber ich brach die 13.Runde vorzeitig ab, als ich merkte, dass es unmöglich war die Zeit aufzuholen und rechtzeitig mit der Runde fertig zu sein.

Fazit

Ich hätte sehr gerne erstmals 100 Meilen geknackt, aber das war an diesem Tag einfach zu weit weg.

Für mich war es eine absolut zufriedenstellende Standortbestimmung. Ich bin auf einem guten Weg.

Am Ende stehen 80km mit 1564 Höhenmetern in zwölf Stunden zu Buche und damit kann ich arbeiten. Das Training im Winter hat sich ausgezahlt und jetzt muss (und will) ich einfach den nächsten Schritt machen.

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50km rund um Waldbreitbach

Ob es in diesem Jahr überhaupt noch die Möglichkeit geben wird an Ultramarathonveranstaltungen teilzunehmen ist unklar. Aber auch wenn mein Jahreshöhepunkt bereits abgesagt ist, bin ich voll im Training und deswegen gibt es derzeit auch keinen Grund zurück zu stecken.

So bin ich in der vergangenen Woche ins schöne Wiedtal nach Waldbreitbach gefahren und habe mich früh morgens aufgemacht, um meinen ersten 50km-Lauf des Jahres zu absolvieren.

Strecke

Mehr als 1700 Höhenmeter auf 50km rund um Waldbreitbach im Wiedtal.

Ich hatte mir im Vorfeld die Wanderrouten rund um Waldbreitbach angeschaut und wollte eine Kombination aus diesen Wanderwegen hier laufen:

Ich laufe generell ohne GPS-Route auf der Uhr, sondern immer nach einer Kombination aus Markierungen, Gefühl und Orientierungssinn.

Aufgrund der Tatsache, dass in Waldbreitbach nicht nur die Wällertouren und Wiedtaler Erlebnisschleifen nutzbar sind, sondern auch der Wiedweg und der Westerwaldsteig kreuzen, fand ich die Beschilderung teilweise eher verwirrend als klar.

Das hat dazu geführt, dass ich nach einem Kilometer direkt mal falsch abgebogen bin 🙂 und ich somit die Katzenschleif-Runde nicht wirklich abgelaufen bin.

Das tat dem Ganzen aber keinen Abbruch, da ich mich rund um Waldbreitbach recht gut auskenne. Orientierung und Streckenkenntnis ist immer besser als Markierungen.

Ich gehe zwar nicht davon aus, aber sollte der Malberglauf in diesem Jahr stattfinden ist das eigentlich mal wieder ein Muss. Der Anstieg hoch zum Malberg ist einfach knallhart (wobei ich nicht die Wettkampfstrecke gelaufen bin) und ein Muss für begeisterte Bergläufer.

Verpflegung

Da ich um 15:30 Uhr einen Termin in Neuwied hatte, musste ich früh starten. Das Auto, das ich am Stadion in Waldbreitbach geparkt hatte, war dabei mein Verpflegungspunkt. Das hat so funktioniert, wie gedacht.

Leider ist mir erst vor Ort aufgefallen, dass mein Trinkschlauch eingerissen ist, so dass ich das benötigte Wasser in Flaschen mitnehmen musste. Entsprechend froh war ich, dass ich mehrere Verpflegungsstops eingeplant hatte.

Für die etwas mehr als 50km blieben mir am Ende also 7h Zeit. Durchaus herausfordernd, aber so soll es ja auch sein.

Direkt zum Fazit

Ich verzichte hier mal auf einen „Streckenbericht“. Ihr habt die Route und die Links zu den Wanderwegen. Das sollte reichen. Am Ende kann ich nur sagen, dass ich sehr zufrieden war.

  • Die Streckenplanung ging mehr oder weniger auf (zu Beginn, falsch abgebogen, aber das war nicht schlimm, ganz am Ende zeitlich bedingt etwas abgekürzt).
  • Die Verpflegung hat gepasst, wenn man bedenkt, dass ich pro Etappe weniger Wasser dabei hatte, als ich eigentlich wollte.
  • Ich konnte mich gut an das Wetter anpassen. Los ging es bei 2°C und um 15 Uhr waren es dann 25°C in der Sonne.

Kurzum: ein richtiger guter Lauf. 🙂

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Sport

WiBoLT 2020 – ich bin dabei

Seit der ersten Ausgabe des WiBoLT (Wiesbaden-Bonn-Long Trail) im Jahr 2013 war ich wie gefesselt. Ich hatte erst kurz davor angefangen wieder regelmäßig zu laufen und war extrem weit davon entfernt 320km über den Rheinsteig zu laufen. Aber mich hat dieser Lauf, die Teilnehmer, die Idee den Rheinsteig in einem Rutsch von Süden nach Norden zu Fuß zu bewältigen einfach fasziniert. Und das ist auch heute noch so.

100 Meilen auf dem Rheinsteig

Ich werde in diesem Jahr auf der kurzen Version des WiBoLT an den Start gehen. Ja, der Lauf heißt wirklich SV-WiBoLT, für „short version“. Ist halt so. 😀

Offiziell sind es 100 Meilen von der Marksburg in Braubach bis nach Bonn auf den Rathausplatz. Wahrscheinlich sind es ein paar Kilometer mehr, aber die machen es dann auch nicht mehr aus.

Der „eigentliche“ WiBoLT startet, wie der Name ja schon sagt, in Wiesbaden und fordert von den Teilnehmern die Bezwingung von 320km, also 200 Meilen Strecke mit insgesamt fast 12000 positiven Höhenmetern. Die Teilnehmer haben für diese Herausforderung 90h Zeit. Irgendwann schaffe ich das auch, aber nicht in diesem Jahr.

Für den SV-WiBoLT stehen immerhin 48 Stunden zur Verfügung. Das ist auch der Grund, warum ich mir diese Herausforderung zutraue. Ich habe Zeit. Ich schaffe das.

Kleiner KoBoLT 2018

Im Jahr 2018 habe ich mir bereits einen kleinen Traum erfüllt, als ich die 100km-Version des kleinen KoBoLT von Rengsdorf bis nach Bonn-Oberkassel erfolgreich beendet konnte.

103,77km, mit 3624 Höhenmetern in 21:24 Stunden.

Für Details zum Lauf besuche mich bei Strava.

Ich kenne den Rheinsteig von Braubach aus in Richtung Norden im Prinzip wie meine (nicht existente) Westentasche. Nicht jede Ecke, nicht jeden Stein, aber ich kenne das Profil, weiß wann ich mir welche Körner aufsparen muss.

Ich denke, dass ich es in Kombination mit dem durchaus großzügigen Cut-Off schaffen kann. Gute Vorbereitung vorausgesetzt.

In meinem Kopf habe ich bereits einen groben Race-Plan, den ich im Rahmen meiner Vorbereitung weiter ausarbeiten werde.

Vorbereitung

Ich werde versuchen meine Vorbereitung auf den WiBoLT so gut bzw. so sinnvoll, wie es geht, zu dokumentieren. Ich bin kein Experte in diesen Sachen, sondern werde wahrscheinlich ein gutes Beispiel für die Probleme eines Alltagssportlers darstellen. 🙂

Trotzdem habe ich mir bestimmte Kennzahlen und Meilensteine herausgepickt, an denen ich arbeiten will, um mein Ziel zu erreichen. Dazu gehört nicht nur das Sammeln von Kilometern und Höhenmetern, sondern auch die Verlust von Kilos, sowie die allgemeine Stärkung meines Körpers.

Mittlerweile bin ich in etwa zwei Monate in der Vorbereitung. Aufgrund der Tatsache, dass ich 2019 ein verletzungsbedingtes Seuchenjahr der Extraklasse hatte, starte ich vielleicht nicht ganz von 0, aber doch von sehr weit unten. Aus dem Grund ist mein Training derzeit auch eher dosiert, damit ich nicht in die Falle der Überbelastung tappe.

Einen ersten Rückblick werde ich Anfang März geben.

Das Ganze ist offensichtlich kein Selbstläufer und ein Risiko. 100 Meilen zu laufen bzw. dafür zu trainieren ist auf unterschiedlichen Ebenen herausfordernd. Körperlich, mental, wie auch sozial.

Ich bin sehr gespannt, wie es mir gelingen wird. Die Unterstützung meiner Familie habe ich. 50% sind also schon mal im Sack. 🙂

Helfer in der Ruppertsklamm gesucht

Am Ende liegt mir noch eine Sache am Herzen.

In den letzten Jahren war ich immer gemeinsam mit Petra und Olaf verantwortlich für den Verpflegungspunkt am oberen Ende der Ruppertsklamm. Das waren immer tolle Nächte, die wir uns da um die Ohren gehauen haben. Meistens war ich dann von Donnerstag früh am Morgen bis Freitag Abend durchgängig wach und am Ende total am Arsch, aber es hat sich jedes Jahr gelohnt.

Im Prinzip haben wir jedes Jahr das gleiche von den Läufern gehört. „Wahnsinn“, „Großartiger VP“, „Vielen, vielen Dank“. Und in meinen Augen zu Recht, weil wir uns da jedes Jahr wirklich voll aufgeopfert haben.

In diesem Jahr kann ich leider nicht helfen, da mein eigener Lauf ja freitags um 12:00 Uhr startet. Aufbauen passt und ein bisschen quatschen passt immer, aber mehr geht dann leider nicht.

Aber trotzdem fehlt da jetzt eine Person und vielleicht habt ihr ja Bock da mitzuhelfen?

Aus dem Grund auch an dieser Stelle mal der Aufruf .. meldet euch als Helfer. Trinken und Essen gibt es ausreichend (und Kugels Backwelt hat jedes Jahr sensationelle Backwaren am Start .. also keine Sorge, dass ihr da aus Versehen abnehmt. Das passiert aus Erfahrung … nicht!).

Und wenn euch die Ruppertsklamm zu weit weg ist .. meldet euch doch mal beim Michael. Es gibt ja zig weitere VPs, an denen man unterstützen kann. Vielleicht wohnt ihr ja auch am Rheinsteig und habt Lust in eurem Garten einen Überraschungs-VP einzurichten? Nehmt Kontakt auf. Ohne Helfer haben es die Läufer noch schwerer das Ziel zu erreichen. Die dankbaren Blicke und Worte der erschöpften Halbzombies werden Dank genug sein. Glaubt mir.

Einfach hier einen Kommentar schreiben oder mich bei Twitter anschreiben.

Und jetzt? Jetzt geht es halt irgendwie los mit dem Training. Ich hab Bock. 😀