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Gesellschaft

Weniger Fleisch

Sollen wir nicht einfach mal versuchen zu Hause auf Fleisch zu verzichten?

Meine Frau fragte mich das und ich sagte: klar. Lass uns das machen.

Wir haben uns folgende Regel gesetzt:

  • Wir kaufen kein Fleisch und keine Wurst mehr für die Nutzung daheim.
  • Fisch ist okay.
  • Auswärts essen (im Restaurant, bei Freunden) oder wenn wir etwas zum Abholen bestellen (z.B. beim Lieblingskroaten nebenan) ist Fleisch auch okay.

Man merkt: wir sind keine Vegetarier geworden und das werde ich auch niemals werden, aber wir versuchen den Konsum von Fleisch zu reduzieren.

Wir haben seit etlichen Jahren nur an der Frischetheke gekauft und kein abgepacktes Zeug, aber Fleisch ist letztlich Fleisch.

Wir werden damit nicht die Welt, die Tiere, die Umwelt retten. Aber es braucht auch nicht zwingend immer einen Grund, um auf Dinge zu verzichten.

Fleischfrei kochen im Alltag

Etwas mehr als zwei Wochen sind wir nun daheim schon fleischfrei unterwegs. Nicht jeden Tag haben wir gekocht, wir waren auch mal essen, mal bei einem Familientreffen mit leckerem Essen vom Asiaten und wir haben auch mal Burger bestellt (die allerdings eher so medium super waren).

Wir sind noch auf der Suche nach guten Alltagsrezepten, die man schnell und ohne großen Aufwand machen kann, die aber trotzdem schmecken und satt machen.

Hier eine erste Auswahl. Vielleicht hilft es ja jemandem weiter.

Am Ende ist es so, dass man sich einfach nur mal darauf einlassen muss. Wie gesagt: ich freue mich dann auch immer auf eine gute Rindswurst beim Fußball. Verzicht heißt ja nicht, dass man auf alles oder immer verzichten muss.

Ich denke, dass ist ein ganz großes Missverständnis, was man ja auch bei der Diskussion um Autos, Abgase, Flüge oder oder oder feststellen kann.

Wir hatten uns ursprünglich nur eine Woche vorgenommen, jetzt sind wir schon in der dritten und wir fühlen uns gut.

Probiert es mal aus. Man entdeckt ganz neue Dinge und kann diese, wenn man eben nicht ganz auf Fleisch verzichten will, auch wunderbar mit gutem Fleisch kombinieren.

Kleiner Disclaimer: ich arbeite bei Chefkoch, aber nun ja … die Wahrscheinlichkeit, dass jemand irgendwie nicht bei Chefkoch vorbei kommt ist auch eher gering. 😛

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Sport

Von Nassau auf den Großen Feldberg

Gestern war ich zum zweiten Mal im Rahmen der 7 Summits Of Nassauer Land unterwegs. Gestartet wurde wie üblich in Nassau an der Lahn und das Ziel war an diesem Tag der Große Feldberg.

80km von Nassau auf den Großen Feldberg. Details bei Strava.

Durch den abschließenden Anstieg hoch auf den Gipfel sicherlich die Königsetappe der Challenge.

Im Radsport nennt man das wohl Bergankunft. 🙂

Um etwas Zeit zu sparen bin ich dieses Mal nicht mit dem Zug, sondern mit dem Auto nach Nassau gefahren. Unten an der Lahn geparkt und dann locker hoch zur Burg Nassau gelaufen, dem Startpunkt jeder der vier Etappen.

Um 5:59 Uhr ging es oben an der Burg los, zunächst den gleichen Weg wieder hinab und dann aber nicht über die Lahn, sondern in Richtung Nassauer Berg.

Der Nassauer Berg von der Lahnbrücke in Nassau aus fotografiert.

Im Zickzack geht es also steil hoch auf den Berg. Die ersten Sonnenstrahlen brechen durch den Wald und ich bin froh, dass ich so früh gestartet bin. Mir ist jetzt schon klar, dass das ein warmer Tag werden wird.

War es 30min zuvor noch wirklich frisch, beginne ich schon langsam an zu schwitzen. Also die dünne Jacke weggepackt und das tolle Panorama von hier oben genossen. Ich habe keinen Zeitdruck.

Blick auf Nassau vom Gleitschirmstartplatz aus gesehen. Links die Burg Nassau.

Direkt unterhalb des Sendemastes ist ein Startplatz für Gleitschirmflieger. Oben angekommen geht es dann durch Felder. Die Sonne ist hier oben bereits aufgegangen, das Lahntal selbst liegt noch im Schatten. Es geht zunächst oben über den Bergrücken (hier nimmt man nebenbei noch den Berggipfel mit) und dann relativ steil und schottrig wieder bergab ins Tal, um auf dem asphaltierten Radweg in Richtung Kloster Arnstein zu laufen.

Dort angekommen beginnt ein etwa 13km langer, wirklich toller Streckenabschnitt entlang des Dörsbachs bis nach Katzenelnbogen.

Die Sonne lässt sich nur ab und an mal blicken, ansonsten läuft man wunderschön schattig über feinste Singletrails dem Bach folgend nach Süden. Die Strecke verläuft entgegengesetzt der Route des Ultramarathons Grauer Kopf. Den bin ich zwar noch nicht gelaufen, aber ich habe mich zur Rubberduck-Challenge angemeldet, so dass ich die Runde ab Holzhausen im Juni wohl noch ablaufen werde.

Kurz vor der Neubäckersmühle ist der Weg dann kurzzeitig von einem Baum versperrt. Das ist eigentlich kein Problem, da man gut durch ihn hindurch gehen kann, nur war ich abgelenkt und hatte Glück, dass ich nicht volle Kanne hinein gelaufen bin. Ups.

An der Mühle selbst dann knallhart verlaufen. Die Route falsch abgelesen und über das Privatgelände gelaufen. Erst als ich wieder unten war habe ich es gemerkt, also außen rum zurück zum Punkt, an dem ich die offizielle Strecke verlassen habe und dann auf gleichem Wege wieder zurück. Jeder Meter und Höhenmeter zählt. Kann man nichts machen. 🙂

Es gibt mehrere Sagen im Bezug auf die Entstehung des Namens des Jammertals.

Weiter geht es entlang des Bachs an immer mehr Mühlen vorbei. Wirklich klasse. Ausgeschildert ist der Weg als Dörsbach Mühlenwanderweg. Sicherlich auch bei heißen Temperaturen gut begehbar, wenngleich es sich nicht um einen Rundweg handelt.

Kurz hinter der Neuwagenmühle habe ich dann das zweite Mal ganz kurz verlaufen, da ich den Abzweig nicht gefunden habe. Also ein paar zusätzliche Meter und Höhenmeter den Fahrweg hinauf bis ich gemerkt habe, dass das nicht sein kann. Beim Weg hinab hat man den Abzweig dann gesehen.

Versteckte Abzweigung kurz nach der Neuwagenmühle.

Zunächst muss man etwas kraxeln, danach geht es wunderschön weiter am Bach entlang. Klasse.

Irgendwann spukt einen das Tal dann aus und kurz darauf ist Katzenelnbogen dann auch erreicht. Woher der Name Katzenelnbogen ursprünglich stammt ist übrigens noch nicht endgültig erforscht. Interessant.

Ab hier ändert sich im Prinzip alles. War ich bislang in Schutz des Dörsbachtals unterwegs komme ich jetzt erstmals auf freie Felder. Es ist noch früh am Vormittag, aber die Sonne brennt schon jetzt. Ich entscheide zwei Dinge:

  1. Versuche so schnell wie möglich die Passagen zu passieren, die keinen Schatten bieten.
  2. Mach mehr Pausen, als du eigentlich vor hattest.

Ich ahne schon, dass das heute ganz übel ausgehen kann. Meine Beine haben sich von Beginn an nicht so wirklich optimal angefühlt. Vielleicht die Vorbelastung vom Wochenende? Wer weiß. Egal.

Kurz nach Katzenelnbogen bei Kilometer 30 mache ich meine erste Pause und nehme mein zweites Frühstück zu mir. Natürlich habe ich mich auch bis dahin bereits verpflegt, aber es tut gut.

Nach kurzer Rast geht es weiter. Ich brauche etwas, um wieder in Schwung zu kommen, aber dann läuft es eigentlich wieder recht rund.

Die Sonne deutet jetzt schon an, was sie am frühen Nachmittag noch zu leisten im Stande sein wird. Mir wird immer heißer und meine Wasservorräte schwinden schneller als ich dachte.

Ganz hinten in der Bildmitte sieht man den Großen Feldberg. Noch 45km von hier aus.

In Kettenbach gibt es die Möglichkeit sich zu versorgen. Mehrere Discounter und ein Dönerladen sind im Angebot (beachtet, dass der Rewe, der bei Google Maps neben dem Lidl gelistet ist geschlossen hat und irgendwohin umgezogen ist). Ich hatte mir im Vorfeld bereits den Dönerladen (Havvana-Döner) herausgepickt. Dort kaufe ich mir 1,5 Liter Wasser und eine Cola. Ein großer Teil meiner ursprünglichen drei Liter Wasservorrat ist zu diesem Zeitpunkt bereits aufgebraucht gewesen.

Ich habe meinen Lauf wieder mit raceday.me getracked. Leider ist das Tracking bei dieser Pause abgebrochen und ich war nicht in der Lage es neu zu starten. Schade. Ansonsten ist die App nämlich wirklich klasse.

Aus Kettenbach heraus geht es natürlich erstmal wieder bergan und dann über die Felder vorbei am Flugplatz von Aarbergen-Michelbach.

Wenn ich die Bilder sehe, spüre ich die Sonne. Und so war es im Prinzip auch. Die Sonne brutzelte auf meinem Kopf.

Etwa die Hälfte der Strecke hatte ich an dieser Stelle absolviert, aber da ich wusste, was noch auf mich zukommt, war ich zwar noch vorsichtig optimistisch, aber so ein paar Zweifel machten sich im Kopf schon breit.

An dieser Stelle kurz vor Idstein war es einfach nur Hitze pur.

Trails waren hier schon lange kein Thema mehr. Auf Waldautobahnen und Radwegen ging es immer weiter, wenig spektakulär, dafür (für mich) immer anstrengender. So wollte ich meine nächste Pause eigentlich in Idstein (Km 56) machen, musste mich aber bereits bei Kilometer 50 erneut kurz hinsetzen. Hier war mein Körper schon sehr aufgeheizt und trotz der Tatsache, dass ich alles an Essen in mich hineinstopfte, was ich hatte und quasi pausenlos trank konnte ich das nicht mehr wirklich in den Griff bekommen. Noch 30km vor mir. Puh.

Ist das der Sender auf der Hohen Wurzel? Wenn ja, da muss ich auch noch hin.

Endlich in Idstein angekommen wurde erstmal die Total-Tankstelle am Ortseingang geplündert. Weitere 1,5 Liter Flüssigkeit + einiges zu essen wanderten in meinen Rucksack bzw. direkt in den Körper.

Nette Innenstadt von Idstein.

Es ging durch Idstein hindurch und kurz dachte ich .. hach, hier ist das Ziel.

Fast. 🙂

Ab hier hatte ich eigentlich so mit 2:45 Stunden geplant, aber es sollte einfach alles nur komplett anders kommen. Die Sonne packte jetzt einfach alles aus, was sie hatte. Bis Dasbach ging es auf einem Radweg weitestgehend schattig weiter. Dort trifft man auch auf die Streuobstroute Nassauer Land.

Streuobstroute Nassauer Land. Klingt interessant, die Website ist aber herrlich nichtssagend bzw. zwecks Routenplanung nicht wirklich hilfreich.

In Dasbach dann das obligatorische „Hallo (Katja) Dasbach“-Foto gemacht und dann über die Felder weiter nach oben angestiegen.

Hier hätte ich auch gut und gerne aufhören können. Aber was muss, das muss.

Hier merkte ich dann das erste Mal, dass ich meine Körpertemperatur bis zum Ende des Laufs nicht mehr in den Griff bekommen würde. Mein Kopf war zu heiß, Kühlung hatte keinen Effekt mehr.

Also: Alarmglocken an! So ein Sonnenstich ist ja nichts, mit dem man scherzen sollte.

Ich reduzierte mein Tempo, versuchte weiterhin die sonnigen Passagen möglichst schnell (bergauf gehend) zu absolvieren und mich in den schattigen Bereichen möglichst lange aufzuhalten, zu erholen. Klappte alles so mittelgut bis auf die Reduzierung der Geschwindigkeit.

Wenngleich langsam, kam ich dem Ziel dennoch näher. Zumindest was die Kilometer angeht.

Von diesem Standort aus waren es noch rund 11 oder 12 Kilometer bis auf den Gipfel. Es sollten die schlimmsten Kilometer der letzten Jahre werden.

So nah und doch so weit entfernt.

Dass die letzten zehn Kilometer hart werden würden war mir klar. Ich habe auch echt wenig Probleme mit Anstiegen, sie machen mir Spaß. Aber das ist natürlich etwas komplett anderes, wenn der Körper dir sagt „ey du, einfach nur nein!“.

Für die zehn Kilometer vom Heftricher Moor aus habe ich stolze 2,5 Stunden gebraucht. Für 10km. Zweieinhalb Stunden. Unglaublich eigentlich. Ich habe relativ früh gemerkt, dass das in die Richtung gehen würde und es tat sich noch ein weiteres Problem auf. Ich hatte fast kein Wasser und auch keine Gels oder Riegel mehr.

Und es galt ja immer noch: Alarmglocken an! Ich habe dann kurz durchgespielt, was daran schlimm wäre jetzt einfach aufzuhören. DNF .. so what? Ich hab dann zum Glück noch ein Dextro Energen in meiner Hosentasche gefunden. Astrein! Die Gedanken waren dann erstmal wieder weg.

Ich kämpfte mich also Schritt für Schritt weiter nach oben. Langsam, aber stetig. In Glashütten angekommen .. die Rettung. Ein Getränkehandel. Wie so ein Zombie da reingetorkelt, nochmal einen Liter besorgt und dann den letzten Rest in Angriff genommen.

Etwas oberhalb des Friedhofs in Glashütten hat mich dann eine Wanderin angesprochen. Ich war schon an dem Pärchen vorbei, als ich nur hörte „boah, du bist aber auch schon länger unterwegs, oder?“

Ich muss richtig scheiße ausgesehen haben. „Ja, ich komme aus dem Lahntal, aus Nassau“ .. haben sie nicht kapiert, hatte aber auch keine Kraft, Lust, Zeit es zu erklären. „Ja, ich bin lang unterwegs“. 🙂

Die letzten Anstiege waren dann nur noch das i-Tüpfelchen. Junge, Junge. Alleine wären die überhaupt kein Thema gewesen. Genau mein Ding, aber mein Körper war an dieser Stelle komplett ausgelaugt. Einfach leer.

Das Bild gibt genau null wieder wie steil das war. Kurz: es war steil!

Ich habe bislang erst einmal so hart kämpfen müssen (Sonnenstich-DNF beim Trail Römische Weinstraße) und wäre noch irgendwas in meinem Magen gewesen, ich hätte alles vollgekotzt. Aber was soll es. Mangels Sitzgelegenheiten irgendwie in so einen Busch reingehangen und dann auf das Handy geguckt. Routenplanung. Noch 350 Meter. 350 Meter .. und 89 Höhenmeter. Ich war kurz davor mich abholen zu lassen. DNF, scheiß drauf.

Hab dann meiner Frau geschrieben, dass ich mich erst wieder im Auto meines Vaters oben auf dem Gipfel hinsetzen werde. Und so war es dann auch. Die letzten Meter einfach da hochgestürmt, den Turm gesehen.

Nur noch zwei Höhenmeter bis zum Ziel.

Mein Vater wartete am Gipfelkreuz, jubelte mir zu. Stark. Er hat da so lange warten müssen, bis ich Zombie da hochgekrabbelt bin.

Dann die letzten zwei Meter zum Kreuz, Foto machen und dann einfach nur noch glücklich sein es geschafft zu haben.

Ich war so durch, dass ich am Ende sogar vergessen hab die Uhr zu stoppen. Deswegen ist der Weg zum Parkplatz auch noch mit drauf. 🙂

Fazit

Ein Lauf, der mich an meine Grenzen und über sie hinaus gebracht hat. Ich habe auf jeden Fall mehrere Erkenntnisse gesammelt, die ich jetzt erstmal durchdenken muss. Beim nächsten Mal werde ich wohl mal etwas anders machen. Trial and Error gehört auch dazu.

Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich diese Etappe jetzt hinter mir habe und auch stolz darauf, dass ich es geschafft habe (auch wenn ich mich ab und an mal verlaufen habe!).

Für die Strecke von der Burg Nassau bis zum Gipfelkreuz auf dem Großen Feldberg habe ich exakt 12:06 Stunden benötigt. Das hätte durchaus schneller sein können, aber die letzten Kilometer haben mich – wie beschrieben – einfach komplett ausgebremst. Aber es geht ja nicht um Schnelligkeit, sondern darum, dass man es schafft. Und das habe ich.

Insgesamt war ich etwas länger unterwegs, weil ich ja noch aus Nassau hoch zur Burg gelaufen bin.

Noch zwei Strecken sind offen. Ich freue mich drauf.

Hier noch mal der Link zur 7 Summits-Challenge.

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Vom tiefsten zum höchsten Punkt im Kreis Neuwied

Nach dem gestrigen Lauf über die Wolfsdelle waren die Beine zwar etwas schwer, aber das Wetter war klasse, also habe ich mich dazu durchgerungen endlich mal ein „Projekt“ umzusetzen, was ich schon ganz lange im Kopf hatte.

Vom tiefsten Punkt zum höchsten Punkt im Kreis Neuwied laufen. Der Landkreis Neuwied umfasst rund 627m², es hätte also durchaus ein richtig langer Lauf sein können.

Alle Details zum Lauf bei Strava.

Glücklicherweise sind der niedrigste Punkt an der Mündung des Honnefer Grabens in den Rhein, an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen, und der Asberg nur gut 8km voneinander entfernt. 🙂

Vom Rhein auf den Asberg

Der Honnefer Graben ist ein kleiner Bach, dessen Mündung exakt an der Landesgrenze liegt. Zunächst vom Leinpfad über einen nicht existenten Pfad zum Ufer hinunter, dort schnell ein Ausgangsfoto geknipst und dann vom Rhein weg hinauf zum Asberg.

Nach etwas Asphalt geht es direkt einmal steil bergan zum Hausberg von Rheinbreitbach, dem Koppel (nicht zu verwechseln mit dem Köppel im Westerwald). Als ich oben ankam werkelten gerade ein Dutzend Männer aus dem Dorf auf dem Gipfel herum, um den Platz fit für den Sommer zu machen. Ehrenamt. Super.

Gipfelkreuz am Koppel über Rheinbreitbach

Nur ein kurzer Blick zurück und dann am riesigen Gipfelkreuz vorbei und weiter hinauf. Der Weg zieht sich nun. Irgendwann gelangt man in den Rheinbreitbacher Ortsteil „Breite Heide“. Einfach geradeaus hindurch und auf der anderen Seite über einen schmalen Pfad wieder hinein in den Wald.

Der Weg ist nicht steil, aber es geht stetig bergauf. Am Auge Gottes angekommen verlässt man trailiges Gelände und gelangt auf Waldautobahnen.

Das Auge Gottes.

Die Steigung ist nur kurz pausiert, denn es ist noch einiges an Höhenmetern bis zum Gipfel des Asbergs zu erklimmen.

Der Anstieg ist problemlos auch mit einem Rad machbar. Ganz am Ende wird es dann technisch und sehr steil (nicht mehr fahrbar), wobei mir ein MTB-Radler vom Gipfel entgegen kommt .. das Rad schiebend. 🙂

Gipfelkreuz auf dem Asberg
Ausblick vom Gipfel des Asbergs aus.

Am Gipfelkreuz dann fix ins Gipfelbuch eingetragen, verpflegt und die Aussicht genossen. Ich habe es geschafft.

Vom niedrigsten zum höchsten Punkt im Kreis Neuwied: check. 🙂

Abstecher ins Siebengebirge

Im Nachgang bin ich dann noch kurz ins angrenzende Siebengebirge gelaufen. Der Plan war den Broderkondsberg, den Himmerich und den Leyberg zu besteigen.

Der Broderkondsberg im Siebengebirge.

Am Broderkondsberg habe ich keinen direkten Weg gefunden und dann darauf verzichtet mich durch das Unterholz zu kämpfen. Hole ich sicherlich nochmal nach.

Danach ging es zum naheliegenden Himmerich, unter Anderem vorbei am Pferdsgalgenkreuz.

Der Aufstieg über die Südseite ist kein Problem, der Ausblick von oben richtig gut.

Ausblick vom Gipfel des Himmerichs.

Der Abstieg dagegen war dann umso komplizierter. Jedenfalls für mich. Es gibt eine enge und steile Stelle, die an der einen Seite mehrere Meter abfällt.

Steiler Abstieg vom Himmerich.

Höhenangst ist vielleicht nicht der richtige Begriff. Aber getraut habe ich mich trotzdem nicht dort abzusteigen. Drei Versuche habe unternommen, um mich zu überwinden, aber am Ende bin ich doch den Hinweg wieder zurückgelaufen. Passt schon.

Zunächst steil bergab zum Mucher Wiesenbach und dann direkt wieder steil bergauf zum Leyberg.

Der Ausblick von hier ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern.

Blick vom Leyberg

Von hier aus ging es dann über feinste Singletrails wieder zurück zum Rhein.

Singletrail im Tal des Honnefer Grabens

Ganz nebenbei bin ich knapp an der Quelle des Honnefer Grabens vorbei gelaufen und am Ende einmal um den Flusslauf herum. Ich zähle das also noch als Erfolg für meine Flussläufe dazu. 🙂

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Wolfsdelle mit Kriesenkopf und Kieselberg

Nach einer Woche Laufpause ging es heute mal kurz auf den Traumpfad Wolfsdelle und das dank des tollen Wetters sogar endlich mal in kurz/kurz. Ende Mai. Yay. 😉

Blick auf Rhens, Rhein und Marksburg im Hintergrund

Lockerer Lauf mit ein paar Fotopausen, aber die Laufpause habe ich dann doch gemerkt.

Gestartet bin ich nicht am Markplatz in Rhens, sondern am Königsstuhl. Die Strecke ist mehr oder weniger unspektakulär. Es geht gut hoch und runter und man kann sich da sicherlich auch gut kaputt machen, aber für mich war es heute kein Training, sondern nur ein Wiedereinstieg.

Der Anstieg zum Kriesenkopf hat es dann richtig in sich. Aber zumindest bekommt man durch die Streckenführung einen „Gipfel“ geschenkt.

Gleiches gilt dann auch für den Kieselberg. Vom Kriesenkopf geht es mehr oder weniger eben bzw. leicht ansteigend weiter in Richtung Start/Ziel und man kommt automatisch am Kieselberg vorbei. Nehm ich mit.

Von hier geht es dann eigentlich nur noch bergab. Durch einen Hohlweg, der der Wandertour den Namen gibt, geht es dann relativ steil bergab (aber alles ganz normal laufbar). Die Marksburg auf der anderen Seite erscheint ab und an im Blickfeld, einfach eine schöne Runde.

Auf dem Weg hinab nach Rhens, die Marksburg klein im Hintergrund

In Rhens angekommen geht es dann noch einmal steil hinauf zum Parkplatz und lockere gut 10km mit 365hm sind im Sack.

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Neuwied ist Lava

Ich bin immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und so hatte ich schon länger im Kopf einmal rund um das Neuwieder Stadtgebiet zu laufen ohne eben dieses zu betreten.

Das Höhenprofil des Laufs rund um Neuwied.

Konkret also in Leutesdorf loslaufen und in Mülhofen ankommen ohne Neuwied zu betreten. Also eine Route rausgesucht, das Auto am Bahnhof in Engers geparkt, nach Leutesdorf gefahren und los ging es.

Von Leutesdorf nach Ehlscheid

Vom Bahnhof in Leutesdorf aus geht es erstmal für drei Kilometer am Rhein entlang bis auf die Höhe des Leutesdorfer Campingplatzes.

Dort durch einen Garten mit einem Kreuz in der Mitte (keine Ahnung, was das genau bedeuten sollte) in Richtung Bahnlinie, über diese hinweg und dann so langsam hinein in den ersten Anstieg.

Weg entlang des Gesterbachs (wurde mit der Zeit immer wilder)

Ich bin keinem ausgeschilderten Wanderweg, sondern einfach alten und offensichtlich derzeit eher selten genutzten Forstarbeiterwegen gefolgt. Entlang des Gesterbachs geht es teilweise recht steil bergan, das Laufen ist aber vor allem deswegen mühsam, da der Weg mal von umgefallenen Bäumen versperrt, mal fast vollständig überwuchert ist.

Hier war fast kein Durchkommen. Hat ein paar Minuten gedauert 🙂

Erst gegen Ende des Anstiegs gelange ich auf eine asphaltierte Straße, auf der es natürlich wieder schneller vorwärts geht.

Die Wüstung Rockenfeld lasse ich links (eigentlich rechts) liegen und folge dem Limesweg in Richtung Rheinbrohl, passiere Limestürme und biege dann ins Nonnenbachtal ab, welches ins Wiedtal hinab führt.

An der Wied angekommen merke ich, dass meine Streckenplanung zumindest ausbaufähig ist. Am Haus Nonnenbach endet der Weg und es gibt keinen Anschluss für Fußgänger. Ich möchte nicht über den Campingplatz laufen, also schlucke ich die Pille und laufe auf der Kreisstraße schnell bis nach Datzeroth.

Die Wied bei Datzeroth.

Dort quere ich die Wied und nach ein paar Hundert Meter auf dem Wiedweg verlasse ich das Tal wieder, um durch das Dombachtal nach Ehlscheid anzusteigen.

In meinem Heimatdorf angekommen hat man zum ersten Mal einen Blick ins Neuwieder Becken.

Blick an Ehlscheid vorbei ins Neuwieder Becken.

Bei meinen Eltern angekommen nutze ich die Chance um meine Wasserreserven aufzufüllen und natürlich auch einen Vatertagsbesuch zu machen. Passt. 🙂

Über Anhausen und Isenburg zum Rhein

Nach nur etwa 15 Minuten Pause geht es direkt weiter. Zwischen Rengsdorf, Bonefeld und Hardert vorbei geht es durch das Völkerwiesenbachtal, das Birzenbachtal bis hinab ins Aubachtal. Hier verlaufe ich mich kurzzeitig und habe Glück, dass ich es gerade noch rechtzeitig merke.

Fast wäre ich in die Lava getappt. 🙂

Also das Aubachtal wieder etwas nach oben gelaufen und dann den Anstieg hinauf nach Anhausen in Angriff genommen. Dort angekommen habe ich die ersten 1000 Höhenmeter des Tages bereits im Sack. Jetzt geht es zum Teil auf der Iserbachschleife in Richtung Isenburg.

Abgesehen von der unfreiwilligen Annäherung an das Stadtgebiet im Aubachtal komme ich jetzt an die Stelle, wo ich geplanterweise am nächsten an Neuwied herankomme.

Über die Brücke darf ich nicht, denn dann ist man im Neuwieder Stadtgebiet.

Am Zusammenfluss von Hohenwiesenbach (Mitte) und Steinebach (kommt von rechts) bin ich nur durch die Brücke von Neuwied entfernt, also lieber auf diese Seite weiterlaufen, direkt hinab ins Iserbachtal.

Ich laufe kurz auf der Kreisstraße hinab, entdecke dann aber einen netten, steilen Ausstieg aus dem Tal (Wolfskehl) und nutze diesen spontan, um doch noch an der Burg Isenburg vorbei zu kommen.

Toller Blick auf Kirche und Burgruine in Isenburg.

Oben angekommen besuche ich noch die beiden Aussichtspunkte hinüber zur Burgruine (der westlichere von beiden lohnt mehr!) und mache mich dann hinab zu Kirche und Burg und weiter hinab ins Sayntal.

Nun steht nur noch ein Berg zwischen mir und dem Rhein. Hier war ich vor einiger Zeit schon mal zum Streckencheck, also weiß ich, dass noch ein harter Anstieg auf mich wartet. Aber ich fühle mich auch nach 40km noch gut, also sind die letzten paar Hundert Höhenmeter schnell gemeistert.

Der einsame Weg schlängelt sich am Hang entlang bis man irgendwann abbiegt und auf den Saynsteig trifft. Hier noch schnell ein letztes Bild in Richtung Neuwied geworfen und dann geht es nur noch bergab nach Sayn.

Blick ins Neuwieder Becken von Stromberg aus

Die Beine machen sich aufgrund des langen Abstiegs irgendwann bemerkbar, aber gleichzeitig zieht der Himmel zu. Von der Sonne ist schon längere Zeit nichts mehr zu erkennen, also nicht locker lassen, sondern weiter in Richtung Rhein, um nicht auf den letzten zwei Kilometern noch nass zu werden.

In Sayn angekommen geht es weiter nach Bendorf und dem Radweg folgend nach Mülhofen. Dort biege ich in Richtung Rhein ab und erreiche nach etwa 6:15 Stunden mein Ziel.

Ich bin von Leutesdorf nach Mülhofen gelaufen ohne das Neuwieder Stadtgebiet zu betreten. Was man auch mit wenigen Dutzend Höhenmetern hätte erreichen können (indem man durch Neuwied läuft) hat mir 1400 Höhenmeter und etwa 50km abverlangt. 🙂

Alle Informationen zum Lauf bei Strava.

Am Ende bin ich dann doch noch ins Stadtgebiet gelaufen, mein Auto stand ja in Engers am Bahnhof. Warum in Engers und nicht in Bendorf? Ganz einfach: Bendorf hat keinen Bahnhof. 🙂

Nach dem Lauf von Nassau nach Hartenfels am letzten Samstag und einem 20km-Erkundungslauf an der Lahn am Tag vor dem Lauf rund um Neuwied bin ich extrem zufrieden mit der Zeit und Leistung.

Heute (am Tag danach) fühle ich mich wirklich gut und weiß, dass ich in diesem Jahr noch so einige gute Läufe in Angriff nehmen will und werde. 🙂

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Von Nassau nach Hartenfels

Im Rahmen der 7 Summits of Nassauer Land ging es gestern auf den ersten von vier Läufen dieser Challenge.

Von Nassau bis zur Burgruine in Hartenfels, Details zum Lauf bei Strava.

Los ging es um kurz vor 7 Uhr am Koblenzer Hauptbahnhof in Richtung Nassau. Dort angekommen versteckt sich die Burg in einem Nebelschleier.

Vom Bahnhof in Nassau aus ist die Burg Nassau nicht zu sehen.

Ich starte die Aufzeichnung meines Laufs bereits am Bahnhof, den Anstieg zum Start vor der Burg Nassau muss ich ja auch erst noch meistern bevor es mit dem eigentlichen Lauf los geht. Alle Strecken starten hier oben und so treffe ich gleich zwei Teilnehmer, die sich heute auf den Weg hinauf zur Fuchskaute machen. Ich laufe etwas vor ihnen los und werde sie nicht mehr treffen.

Hinauf zur Alarmstange

Die Burg wird derzeit saniert, so dass man derzeit vor verschlossenen Türen steht, aber das ist nur Nebensache. Um 8:03 Uhr starte ich meinen Weg hinauf in den Westerwald.

Zunächst einmal bergab und nach wenigen Metern bereits das erste Hindernis. Ein Baum ist über den Weg gefallen, so dass man direkt man den Track verlassen muss. Hilft ja nichts.

Unten in Nassau noch ein bisschen geknipst, das Wetter scheint wirklich super zu werden. Obwohl es recht kühl ist, merke ich schon, dass es eine sehr gute Idee war neben meiner dünnen Windjacke auch eine Weste mitzunehmen (ich wechselte Jacke gegen Weste bereits nach 8km). Das hat mir am Ende den Arsch gerettet, weil ich unter der Jacke zu stark geschwitzt hätte und den Verlust wahrscheinlich nicht hätte ausgleichen können.

Die Strecke hinauf nach Welschneudorf und weiter bis zum Köppel hatte ich vor einiger Zeit bereits mal angeschaut. Schön ist etwas anderes. Ich finde den Anstieg aber gar nicht so brutal, wie von Alex beschrieben. Klar, das sind teilweise richtige Rampen. Aber wenn man mit sinnvollem Stockeinsatz geht und Kräfte spart kann man doch relativ zügig unterwegs sein ohne sich komplett abzuschießen. Man darf einfach nicht zu viel wollen. Auf den ersten 10km gewinnst du nichts, kannst aber alles verlieren.

Der Weg ist teilweise echt richtig öde, hilft aber ja nichts. Die Waldautobahnen ziehen sich weiter hinauf und irgendwann sieht man den Köppelturm vor sich. Ein paar letzte Kehren und eine steile Rampe durch ein abgeholztes Waldstück und man erreicht den zweithöchsten Punkt des Tages.

Der Wald ist hier wirklich kaputt bzw. schon abgeholzt worden. Der Klimawandel ist an diesem Punkt des Westerwalds nicht nur sichtbar, er hat ihn auch schon für die nächsten Jahrzehnte grundlegend verändert. Der Westerwald hat hier seinen „Wald“ verloren. 🙁

Ich halte mich nicht lange auf und laufe weiter in Richtung Alarmstange.

Der Sender auf der Alarmstange. Der Berg ist mit 545m noch ein klein wenig höher als der Köppel.

Der markante Sender ist auch von Koblenz aus zu sehen und der Berg ist noch ein paar Meter höher als der Köppel und stellt somit den höchsten Punkt des Tages dar.

Nach Sayn und weiter zum Verpflegungspunkt

Zunächst geht es mäßig steil über Waldautobahnen hinab. Vorbei an endlosen Reihen von Baumstämmen, die zum Abtransport gelagert werden. Teilweise wirklich erschreckend.

Holz, Holz, Holz. In diesem Gebiet gab es überall diese Ansichten.

Südlich von Höhr-Grenzhausen trifft man dann auf den Limesweg. Der folgende Abschnitt ist teilweise wirklich nett, ein paar Trails sind auch zu finden. Es geht zunächst noch etwas bergab, dann aber in einer Gegensteigung nochmals hinauf zur A48. Unter der Autobahn entlang und dann weiter in Richtung Bendorf-Sayn.

Am Limesturm trifft man auf den Rheinsteig. Der Weg wird, bis man in Sayn ankommt, etwas netter zu laufen. In Serpentinen ins Brexbachtal hinab und auf der anderen Seite wieder empor.

Oben angekommen gibt es den Blick ins Neuwieder Becken über Sayn hinweg. Von hier geht es dann direkt hinab in den Ort.

Dort hat man, je nachdem, wann man da ist, auch die Option in einem kleinen Dorfladen die Vorräte aufzustocken. Der Laden wird aber nur noch im Jahr 2021 existieren. Die Besitzerin sagte mir, dass nach 50 Jahren für sie Schluss sei. Es gibt einfach nicht mehr ausreichend viele Kunden. Tja, schade. Für eine Cola, zwei Hanuta und ein Snickers habe ich 2,60 Euro (ohne Trinkgeld) gezahlt. Mehr als fair.

Am Schloss Sayn vorbei geht es in den Schlosspark, am Schmetterlingspark vorbei und nachdem die Strecke den Rheinsteig kurz verlassen hat trifft man hier wieder auf das vertraute Zeichen. Es geht wieder hinauf. Der Rheinsteig ist aber wirklich nur ein kurzer Begleiter. Es geht weiter, teilweise steil bergan in Richtung Isenburg.

An zwei alten Limestürmen vorbei geht es durch den Wald und dann in wenigen Serpentinen hinab zur Kirchenruine Hausenborn.

Blick in die Ruine der Wallfahrtskirche Hausenborn.

Hier trifft man auch auf die Wällertour Iserbachschleife, der man für die nächsten rund zehn Kilometer folgt. Zunächst geht es auf einem steilen Trail bergab nach Isenburg, dort dann aber direkt wieder steil bergauf zur Kirche. Die Ruine der Isenburg lässt man links liegen. Bilder von Kirchen und Burg habe ich in einem Tourenbericht einer Radfahrt aus der letzten Woche veröffentlicht.

In Isenburg hatte ich am Freitag mein Auto abgestellt, um mir nach 45km einen Versorgungspunkt zu ermöglichen. 15min Pause habe ich mir gegönnt, die Trinkblase und Flaschen neu aufgefüllt, ein paar Süßigkeiten gegessen und die Beine versucht etwas zu lockern, aber dann ging es weiter, musste es weiter gehen. Noch 35km bis nach Hartenfels.

Über den Derbacher Kopf nach Dierdorf

Ich hatte am Tag zuvor vergessen Energieriegel zu kaufen, da ich meinte noch ausreichend viele auf Vorrat zu haben. Dem war nicht so und so hatte ich leider nicht genug Kohlenhydrate mit dabei. Nach rund 50km merkte ich das erstmals. Ein Loch war es noch nicht (das kam erst 5km später, als es leicht anfing zu nieseln), aber ich wusste, dass ich mit den Kräften und den restlichen Vorräten vorsichtig umgehen musste, um nicht am Ende komplett einzubrechen.

Also machte ich mich kontrolliert auf von Isenburg in Richtung Dernbacher Kopf. Wie gesagt geht es zunächst auf der Iserbachschleife an der Thalhauser Mühle vorbei bis nach Rüscheid. Dort verlässt man die Wällertour und biegt nach rechts ab und steigt hinauf auf den Dernbacher Kopf. Hier sieht es genauso aus wie auf dem Köppel: kahl. 🙁

Am Gipfel der Dernbacher Kopfs ist der Wald verschwunden.

Wie auf dem Bild zu sehen hatte sich der Himmel mittlerweile zugezogen, es war windig und ab und an gab es auch mal ein wenig Nieselregen.

Von hier aus ging es dann zuerst hinab nach Dernbach, dort am Ortseingang auf den Trimm-Dich-Pfad eingebogen und gekonnt keine Übung gemacht. 🙂

Hier war ich mir dann nicht ganz sicher, welchen Weg ich nehmen musste/sollte. Zwei parallel verlaufende Wege, einer am Waldrand, einer im Wald. Ich habe es aufgeteilt, mal so, mal so. Ich denke, dass das in Ordnung geht, da sie am Ende wieder zusammengelaufen sind.

Am südlichen Rand von Dierdorf angekommen entschloss ich mich gegen einen Besuch beim dortigen Aldi. Ich hätte zwar etwas zu essen gebrauchen können, gleichzeitig hatte ich aber nicht so wirklich Appetit. Außerdem wollte ich nicht im schlimmsten Fall 20min damit verbringen im Aldi an der Kasse zu stehen. Also ging es einfach weiter. Noch 20km bis Hartenfels und die sollten es in sich haben.

Auf Asphalt und durch Dörfer nach Hartenfels

Hier endete der für mich schöne Teil des Laufs und es begann die Zeit des asphaltierten Radwegs. Warum? Als Veranstalter hat man am Ende alle Trümpfe in der Hand, wenn man einen Lauf sinngemäß mit der Frage „Willst du leiden?“ bewirbt und man dann mit „ja“ antwortet. Ich erwarte auch keine Rechtfertigung, aber die letzten 20km waren einfach der letzte Rotz. 😀

Das mag zum Teil auch der Tatsache geschuldet sein, dass ich in ein körperliches Loch gefallen bin, aber asphaltierter Radweg ist auch einfach ein Synonym für „uncool“. Egal, ich hab zugesagt, also muss ich die Suppe jetzt auch auslöffeln.

Zuerst ging es wellig bis nach Wienau. Dort angekommen im Ort steil nach oben zum dortigen Flughafen. Von hier aus hat man einen tollen Blick hinüber zu Köppel und Alarmstange. Da war man ja vor vielen Stunden schon.

Blick auf Köppelturm (links) und den Sender auf der Alarmstange (rechts) über Wienau hinweg.

Für mich war es eine Mischung aus Motivation und Demotivation.

  • „Krass, da war ich eben schon.“
  • „Oah, das ist so nah und dafür hab ich so lange gebraucht?“

Aber man ist ja auch alles andere als den direkten Weg gelaufen.

Nach Wienau wechselt der Untergrund bis zum Ende zwischen Asphalt und Waldautobahn. Zuerst gelangt man nach Epgert und dann geht es zum Waldsee nahe Maroth. Eigentlich ganz nett, aber hier ist es doch schon recht windig und ich habe Glück, dass mir der Wind in den Rücken weht.

Auf dem Weg zum Waldsee bei Maroth.

Die Zeit der großen Anstiege ist im Prinzip vorbei. Ab und an gibt es nochmal eine kleine Rampe, zumeist auch in Ortschaften bzw. auf Asphalt, so dass man die Stöcke nur bedingt sinnvoll einsetzen kann.

Mittlerweile kämpfe ich gegen den Hungerast. Die letzten Vorräte sind im Prinzip aufgebraucht, ein bisschen Schokolade habe ich noch, aber ich traue mich nicht sie zu essen. In dem Zustand kann das in alle Richtungen führen und da man quasi ständig in Ortschaften ist, ist eine Flucht in die Büsche nicht immer möglich. Also entscheide ich mich mich durchzubeißen.

Ich passiere Freirachdorf und Herschbach im unteren Westerwald und es sind nur noch 4km bis ins Ziel. Die Zeit rast gefühlt. Ich laufe seit Längerem keinen Kilometer mehr durch, aber das ist mir egal. Ich bin froh, dass ich gleich im Ziel bin und als ich aus dem Waldstück zwischen Herschbach und Hartenfels herauskomme sehe ich zum ersten Mal den imposanten Turm der Burgruine. Ich habe es geschafft .. gleich. 😉

Die letzten Meter gehe ich und genieße einfach die Tatsache, dass es gleich vorbei ist. Mein Vater, der mich im Nachgang wieder nach Isenburg fahren wird (Dauer 25min .. haha) erwartet mich und winkt mir zu.

In einer Zeit, in der es keine Zuschauer gibt, ist so eine einzelne Person, die sich vor Ort mit einem über das Erreichen des Ziel freut einfach super viel wert. Und wenn es dann noch ein Familienmitglied ist natürlich doppelt so viel.

Den Burgberg erklimme ich dann noch alleine, das ist noch mal richtig steil, aber am Ende auch kein wirkliches Problem mehr. Oben angekommen wird die Uhr um 18:13 Uhr abgedrückt und ich genieße noch für eine Minute den Ausblick von einer Ruhebank.

Lange kann ich hier nicht sitzen. Es ist merklich kühl geworden und der Wind pfeift über den Burgberg. Außerdem will ich auch keine Zeit mehr verlieren. Es reicht für heute.

Fazit

Der erste von vier Läufen ist erfolgreich absolviert. Ich bin noch nie eine so lange Strecke einfach nur mit meinem Rucksack gelaufen. Am Ende musste ich schon stark kämpfen, aber das ist glaube ich dann auch normal.

Zufrieden und stolz auf dem Burgberg in Hartenfels.

Der Lauf bei Strava enthält ja neben der eigentliche Strecke auch noch den Weg vom Bahnhof in Nassau hoch zur Burg Nassau. Wenn man das abrechnet habe ich für die Strecke von der Burg Nassau bis zur Burg Hartenfels 10:10 Stunden benötigt.

Insgesamt war ich 10:31h unterwegs. Das sind die Bruttozeiten.

Das Rennen habe ich übrigens mittels raceday.me live getracked (leider etwas zu spät auf Start geklickt). Das hat gut geklappt.

Am Tag danach geht es mir gut, ich fühle mich gerüstet für die kommenden Strecken, wenngleich ich da doch noch etwas mehr trainieren will, bevor ich vor allem die harten Strecken im Taunus angehe. 😉

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7 Summits of Nassauer Land

Der Begriff „Seven Summits“ bezeichnet den jeweils höchsten Berg eines jeden Kontinents. Ganz soweit nach oben geht es bei der Challenge „7 Summits of Nassauer Land“ Challenge natürlich nicht, aber geschenkt bekommt man hier auch nichts. 😉

Das Logo der Veranstaltung, basierend auf dem Wappen des Herzogtums Nassau

Die Challenge führt die Läufer auf folgenden Berge bzw. zu diesen markanten Punkten.

  • Alarmstange (545m)
  • Dernbacher Kopf (427m)
  • Burg Hartenfels (368m)
  • Grauer Kopf (543m)
  • Hohe Wurzel (617m)
  • Fuchskaute (657m)
  • Großer Feldberg (879m)

Diese Orte müssen auf Basis von vordefinierten Strecken erlaufen werden. Dazu haben die Organisatoren vier Strecken, mit jeweils etwas mehr als 70 Kilometern Länge und vielen, vielen Höhenmetern, ausgearbeitet. Diese sind exakt abzulaufen, damit eine Strecke als „erledigt“ akzeptiert und vermerkt wird.

Interessanterweise ist der Köppel kein Bestandteil der seven summits, dafür aber die Burg Hartenfels, obwohl es sich dabei natürlich nicht um einen Berg, sondern um ein Gebäude handelt. Hat ggf. etwas mit der Streckenführung zu tun bzw. damit, dass Alarmstange und Köppel in direkter Nachbarschaft zueinander liegen.

Gleiches könnte man übrigens auch für den kleinen Feldberg sagen. Am Ende geht es nicht um die höchsten Berge, sondern Katja und Alex haben einfach ein paar Strecken rausgesucht, die einen quer durch das Nassauer Land führen. Passt.

Das „Nassauer Land“ ist übrigens keine offizielle Region mehr, sondern basiert auf dem Gebiet des ehemaligen Herzogtums Nassau.

Alle Wege beginnen in Nassau

Die Challenge entstand in einer Zusammenarbeit von Katja Dasbach und Alex Holl. Katja veranstaltet Läufe im Westerwald, Alex im Taunus. In der Mitte liegt Nassau bzw. die Burg Nassau, an deren Pforte jede vorab geplante Route startet.

  • Nassau – Burg Hartenfels

    Von Nassau aus geht es hinauf auf den Köppel, und die Alarmstange , von dort hinunter zum Schloss Sayn, weiter zur Burgruine Isenburg und dann hinauf in Richtung Dernbacher Kopf.
    Von dort geht es dann weiter zur Burg Hartenfels.

    Absolviert am 8.Mai in 10:10 Stunden.


  • Nassau – Fuchskaute

    Bis zum Köppel ist es die gleiche Strecke wie auf dem Weg zur Burg Hartenfels. Hier biegt man dann aber auf einen anderen Weg ein und steig langsam, aber stetig bis zum höchsten Berg des Westerwaldes, der Fuchskaute.


  • Nassau – Hohe Wurzel

    Von Nassau aus geht es stetig bergan nach Singhofen, zwischen Holzhausen und Rettert (Startort des Ultramarathons Grauer Kopf und des Schindertrail Backyard Ultras) hindurch immer weiter bergan auf den Grauen Kopf. Nicht auf direktem Weg geht es dann, immer der Aar folgend, nach Bad Schwalbach und darüber hinaus steil hinauf zur Hohen Wurzel.


  • Nassau – Großer Feldberg

    Über Katzenelnbogen steigt man erneut bis nach Kettenbach hinauf. Statt der Aar in Richtung Hoher Wurzel zu folgen peilt man Idstein an. Von dort geht es dann nur noch bergan bis zum Großen Feldberg.

    Absolviert am 2.Juni in 12:06 Stunden.

Die Reihenfolge der Läufe ist jedem Teilnehmer freigestellt. Es gibt auch keine cut-off-Zeit. Man muss die Strecken nur jeweils in einem Rutsch und zu Fuß bewältigen.

Wenn man das geschafft hat bekommt man neben einer Medaille noch einen ganz besonderen Preis. Man darf individuell und auf sich gestellt einen 100 Meilen-Lauf absolvieren. 😀

Genau. Klingt völlig plemmplemm, aber das ist mein Ziel.

Der Graue Unfug ist eine Kombination aus dem Ultramarathon Grauer Kopf (von Alex organisiert) und dem Großen Unfug (von Katja organisiert). Sagen wir mal so .. darüber mache ich mir dann Gedanken, wenn es soweit ist. 🙂

Man hat bis in den November Zeit die Strecken zu absolvieren, allerdings ist mein Ziel dies bereits im Sommer erledigt zu haben.

Meinen ersten Anlauf hinauf in den Westerwald plane ich für Mitte Mai. Mal sehen, was das Wetter und der Körper dazu sagen. 🙂

In der coronabedingt wettkampffreien Zeit so oder so auf jeden Fall ein richtig gutes Aufbautraining, um 2022 ggf. mal richtig lange Läufe bestreiten zu können.

Sollte sich jemand angefixt fühlen … Anmeldungen sind noch möglich. 🙂

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Quäldich: Stromberg mit Anfahrt

Eigentlich ist Montag Ruhetag und nach dem Lauf von gestern über den Lahn-Camino wäre er ja eigentlich auch angebracht gewesen. Allerdings ist Radfahren ja „nur“ mein Alternativsport. Deswegen und weil heute erstmal der letzte trockene Tag sein sollte habe ich mir noch eine kleine Ausfahrt gegönnt. 🙂

Durch das Saynbachtal bis Isenburg

Die Anfahrt zum Quäldich-Segment Stromberg ist klassische. Von Koblenz aus über Vallendar bis nach Bendorf und vor dort dann ins Saynbachtal. Die Strecke ist gut zu fahren, steigt aber stetig an. Mit etwas Einsatz kommt man aber gut ins Rollen und verliert wenig Schwung.

Leicht aber stetig ansteigend von Sayn nach Isenburg

In Isenburg angekommen sieht man schon die Ruine der Isenburg oberhalb des kleine Ortes thronen. Die Burg wurde rund um das Jahr 1100 erbaut und bis etwa 1660 bewohnt.

In Isenburg stoßen übrigens gleich vier Flüsse bzw. Bäche aufeinander. Der Ommelsbach, der Wiebelsbach und der Iserbach vereinigen sich mit dem Saynbach, der dann wiederum in Rhein mündet.

Steil bergan nach Stromberg

Die Verbindungsstraße von Isenburg nach Stromberg beginnt steil. Auf dem Weg stoppe ich zwei Mal, um Fotos von der Burgruine zu machen.

Burgruine Isenburg, links die Kirche

Im Ortsteil mit dem kreativen Namen „Siedlung“ angelangt befindet man sich bereits weit oberhalb der Ruine und hat in der Nähe der Marienkapelle einen tollen Ausblick auf Ruine und die angrenzende Kirche St.Katharina.

Marienkapelle in „Siedlung“

Im März 1945 lag Isenburg unter starkem Artilleriebeschuss. Einige Dorfbewohner starben, viele Häuser wurden beschädigt. Da der Ortsteil „Siedlung“ verschont blieb, erbauten deren Anwohner 1955 zum Dank diese Kapelle

Inschrift an der Marienkapelle am Ortseingang des Ortsteils Siedlung

Danach geht es mittelschwer und unspektakulär weiter in Richtung Stromberg. Oben angekommen ging es für mich direkt wieder steil bergab nach Sayn. Die neue Straße hat ein starkes Gefälle, so dass ich da etwas vorsichtiger bergab gefahren bin (ich bin echt kein guter Abfahrer).

Unten an Burg und Schloss Sayn vorbei und auf direktem Weg wieder über den Hinweg zurück nach Koblenz.

Blick nach Koblenz-Neuendorf bei Sonnenuntergang

Auf dem Rückweg noch den klassischen Ausblick auf Neuendorf genossen und am Ende den fünften Anstieg meines Quäldich-Gipfelsturms von der Liste gestrichen. 🙂

Alle Details zur Fahrt findet man in meinem Strava-Profil.

Status: 5 done, 95 to climb!

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Auf dem Lahn-Camino von Balduinstein nach Nassau

Der Lahn-Camino führt auf einer Gesamtstrecke von etwa 140 Kilometern von Wetzlar nach Lahnstein. Ich habe mir am gestrigen Sonntag das Teilstück von Balduinstein bis nach Nassau ausgesucht. 28 anspruchsvolle Kilometer mit 1125 Höhenmetern wollten also in Angriff genommen werden.

Die Jakobsmuschel gibt die Richtung vor. Hier geht es nach links. 🙂

Also das Auto in Nassau geparkt, in die Bahn gestiegen und die paar Minuten nach Balduinstein gefahren. Dort führt der Camino direkt am Bahnhof entlang, so dass man ohne Umschweife direkt auf die Reise gehen kann.

Balduinstein und Schloss Schaumburg

In Balduinstein geht es erstmal hinunter zur Lahn, dort wenige Meter direkt am Wasser entlang und dann direkt gnadenlos nach oben. Das sollte den Großteil des Laufs bereits jetzt gut zusammenfassen. 🙂 Zu Beginn befindet man sich noch auf dem Lahnwanderweg, auf dem man im Verlauf der Strecke noch einige Kilometer verbringen wird. In Balduinstein biegt dieser aber direkt rechts ab, ich steige die Straße an weiter in Richtung Ruine der Burg Balduinstein.

Ruine von Burg Balduinstein aus dem 14.Jahrhundert

Die Burg geht auf den Erzbischof Balduin von Trier zurück, der im Jahre 1319 mit dem Bau einer Trutzburg unterhalb der Schaumburg begann, wo die mit ihm verfeindeten Herren von Westerburg residierten.

Wikipedia

Mein nächstes Ziel war dann auch eben dieses Schloss. Dafür musste ich aber noch ein paar Höhenmeter nach oben kraxeln. 😉

Zu Beginn tauchen auch häufiger Markierungen der Küppeltour auf. Ein 16km langer Rundweg, der sicherlich auch eine schöne Tagestour (für Wanderer) oder nette mittelschwerer Einheit (für fitte Läufer) darstellt.

Oben angekommen wirkt Schloss Schaumburg, spätestens seit 1197 mit dem Namen bekannt, schon wirklich massiv. Der Berg an sich ist laut Wikipedia ggf. sogar schon seit dem Jahr 915 mit einer Burg bebaut. Historie.

Die Muscheln führen mich einmal um das Areal herum, auf der anderen Seite wieder hinab und im Westen über ein Feld wieder hinauf. Von hier hat man noch einen schönen letzten Blick auf das Schloss bevor man dem Lahn-Camino weiter folgt.

Trails, Bahnradweg und viele Höhenmeter

Der Weg ist absolut kurzweilig und abwechslungsreich. Ich liebe das Lahntal weil die Charakteristik durch ein einziges Wort perfekt beschrieben werden kann: Höhenmeter!

Es geht hoch und runter und hoch und runter und runter und doppelt so weit wieder hoch.

1128 Höhenmeter auf 28,2km zwischen Balduinstein und Nassau (Details bei Strava)

Nachdem man den kleinen Ort Steinsberg passiert hat gelangt man zu einer der vielen tollen Aussichtspunkte.

Ich habe dieses Mal etwas mehr Zeit dafür genommen einfach mal zu gucken. Hat sicherlich auch dazu geführt, dass ich die Anstiege gut bewältigen konnte.

Nach dem obigen Ausblick ging es hinab zur Bahnstrecke und dort einige Zeit relativ unspektakulär entlang eben dieser. Da kein Zug kam bzw. die Bahnstrecke ja sowieso nicht so stark befahren ist, ist das aber tatsächlich okay.

Bevor es dann steil hinauf in Richtung Ruine des Klosters Brunnenburg geht (der das ist der steile Zacken in der Mitte des obigen Höhenprofils) kommt man noch an diesem Sauerbrunnen vorbei, der wegen der Nähe zum ehemaligen Kloster, den umgangssprachlichen Namen Nonnenpiss hat. 😀

Dann wie gesagt hinauf in Richtung Ruine. Der Camino geht eigentlich daran vorbei, aber den kleinen Abstecher habe ich mir dann noch gegönnt.

Das Kloster wurde Anfang des 13.Jahrhunderts gegründet und wurde im Zuge der Reformation bereits im Jahr 1542 wieder aufgelöst. Seitdem steht die Ruine etwas versteckt im Wald.

Kloster Arnstein und Burg Nassau

Von der Klosterruine aus geht es zunächst noch etwas weiter nach oben (und natürlich auch wieder runter und wieder hoch). Ich genehmige mir eine kurze Pause mit einem letzten Blick hinüber zur Ruine.

Dem E1 und dem Lahnhöhenweg folge ich eigentlich schon fast den ganzen Tag. Hier kommt erstmals auf eine Markierung des Hessenswegs Nummer 1 ins Spiel. Dieser führt über Etappen unter Anderem von Eltville am Rhein bis nach Nassau und dann weiter nach Hessen. Hatte ich auch schon mal ins Visier genommen. 🙂

Es geht weiter immer der Lahn folgen bis man sich langsam Obernhof nähert.

Kloster Arnstein oberhalb von Obernhof

So schön das Kloster auch ist markiert es leider auch das Ende der Trails. Ab hier ist Asphalt angesagt. Nicht wirklich nett, aber als ich dann am Klosterparkplatz angekommen bin (bis dahin steigt die Straße nochmal steil an) kann ich wenigstens noch etwas Tempo auf dem welligen Radweg in Richtung Nassau machen.

Der Streckenabschnitt ist mit Abstand der langweiligste Teil. Da aber auch der Ultramarathon Grauer Kopf hier entlang führt gibt es vielleicht keine trailige Alternative? Ein Wechsel der Lahnseite wäre auf jeden Fall eine Option. Dort führt der Lahnwanderweg von Obernhof nach Nassau.

Als ich mich Nassau nähere sehe ich, dass ich auf der zweiten Hälfte weitaus schneller war als in der ersten, also entscheide ich mich am Ende noch fix zur Burg Nassau hinaufzusteigen. Jeder Höhenmeter im Training zählt.

Die Burg Nassau thront über dem Tal.

Die Burg ist derzeit geschlossen und wird umgebaut. Aber ich bin am Ende auch einfach nur froh, dass ich den steilen Fahrweg zur Burg hinauf geschafft habe.

Dort vor dem Tor starten die Läufe zu den 7-Summits of Nassauer Land

Kurz durchschnaufen und dann den Wanderweg wieder hinunter zur Brücke über die Lahn.

Am Ende habe ich für die 28,2km mit 1128 Höhenmetern 3:36 Stunden benötigt. Die in der Grafik darstellten 3:13 Stunden entsprechen der Nettozeit, also der Laufzeit ohne Pausen. Mehr Informationen zum Lauf findet man direkt bei Strava.

Alles in allem, trotz der letzten paar Kilometer auf dem asphaltierten Radweg, eine super tolle Runde.

Ich kann einfach nur empfehlen nicht immer nur die großen und bekannten Wanderrouten zu nutzen, sondern auch mal die etwas weniger bekannten in Angriff zu nehmen.

Gerade im Lahntal wird man wirklich sehr selten enttäuscht. 🙂

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Vom Moseltal ins Rheintal und zurück

Nach meinem ersten Ausritt in Sachen Quäldich-Gipfelsturm-Challenge am Dienstag musste ich erstmal einen Tag Sportpause einlegen. Die Kombination aus Berglauf in der Mittagspause und Bergfahrten am Abend war etwas zu viel für die Waden. 🙂

Und weil ich lernfähig bin .. habe ich das gestern so ähnlich wieder gemacht. Mittags eine kurze Runde über die Karthause und dann nach Feierabend wieder nach Niederfell, um das Aspelbachtal und zusätzlich noch das Mühltal in Angriff zu nehmen.

Das hier sind die beiden Quäldich-Segmete, um die es heute ging. 🙂

Durch das Aspelbachtal

Um wieder etwas Zeit zu sparen erneut mit dem Auto nach Niederfell gefahren und dort auf dem Wanderparkplatz des Traumpfads Schwalberstieg abgestellt. Von dort geht es die paar Meter erstmal runter zur Bundesstraße an der Mosel und an die Quelle des Aspeler Baches. Die Flussläufer-Challenge ist nicht aufgegeben, nur etwas in der Hintergrund gerückt. 🙂

Mündung des Aspeler Bachs in die Mosel

Ab dann geht es dann stetig nach oben. Auf etwa 9,5 Kilometern überwindet man rund 340 Höhenmeter. Es gibt auch ein Strava-Segment dieser Strecke, die man auch per Stoppomat als Rennen fahren kann. 🙂

Stoppomat in Niederfell, derzeit außer Betrieb.

Davon bin ich weit entfernt, also einfach möglichst locker nach oben gefahren. Bis zum Abzweig zum Schwalberhof bin ich die Strecke ja diese Woche schon gefahren. Hier geht es heute dann nach rechts ab. Viel los ist nicht, konkret sehe ich genau zwei Radfahrer. Autos fahren hier nicht, der Weg ist autobefreit. 🙂

Der Anstieg durch das Aspelbachtal zieht sich, aber bis auf einige wenige etwas steilere Passagen läuft es eigentlich ganz flüssig. Mit niedriger Geschwindigkeit, aber nicht wirklich hart.

Aber es ist kühl. Hatte ich etwas anders erwartet. In Pfaffenheck angekommen ziehe ich mir dann auch lieber noch die Weste für die Abfahrt durch das Mühltal an. Aber zunächst geht es kurz auf der Hunsrückhöhenstraße bis zum Abzweig nach Boppard. Dort zunächst noch eine kleine Gegensteigung bewältigen und dann auf einer super schmalen Straße in Richtung Rhein. Tolle Abfahrtsstrecke, gerne wieder.

Schmale Kreisstraße zwischen Pfaffenheck nach Boppard

Vom Rhein zurück nach Niederfell

Im Gegensatz zum Aspelbachtal ist die Straße durch das Mühltal eine ganz normale Kreisstraße. Überraschungen gab es im Aufstieg natürlich nicht, da ich ja wenige Minuten vorher erst hinab gerollt war.

Zu Beginn ist die Steigung wirklich nicht allzu stark. Erst nach etwa eineinhalb Kilometern wird es etwas steiler, es hält sich aber alles in Grenzen. Kein Vergleich zu den 19%-Rampen vom Dienstag.

Das Strava-Segment verzeichnet eine durchschnittliche Steigung von 4,9% auf einer Strecke von 7 Kilometern. Ich komme gut voran, wieder mit kleinen Gängen und niedriger Geschwindigkeit, aber trotzdem relativ flüssig.

Nach etwa der Hälfte der Strecke gibt es zwei Serpentinen, bei der zweiten gibt es einen schönen Ausblick das Tal hinunter.

Blick hinab ins Mühltal. Am Horizont sieht man bereits den Taunus auf der anderen Rheinseite.

Gegen Ende hin zieht es sich etwas, aber alles in allem ist der Anstieg absolut machbar.

Wieder zurück zum Einstieg in das Aspelbachtal und die letzen Kilometer nochmal mit Druck bergab gedüst.

Mehr Details zur Fahrt bei Strava.

Nach 1:45 Stunden war ich wieder am Auto, hatte 37km mit über 730 Höhenmetern auf der Uhr und muss sagen: das macht schon Laune.

Status meiner Gipfelsturm-Challenge: 4 done, 96 to climb! 🙂