Kategorien
Sport

Neuwied ist Lava

Ich bin immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und so hatte ich schon länger im Kopf einmal rund um das Neuwieder Stadtgebiet zu laufen ohne eben dieses zu betreten.

Das Höhenprofil des Laufs rund um Neuwied.

Konkret also in Leutesdorf loslaufen und in Mülhofen ankommen ohne Neuwied zu betreten. Also eine Route rausgesucht, das Auto am Bahnhof in Engers geparkt, nach Leutesdorf gefahren und los ging es.

Von Leutesdorf nach Ehlscheid

Vom Bahnhof in Leutesdorf aus geht es erstmal für drei Kilometer am Rhein entlang bis auf die Höhe des Leutesdorfer Campingplatzes.

Dort durch einen Garten mit einem Kreuz in der Mitte (keine Ahnung, was das genau bedeuten sollte) in Richtung Bahnlinie, über diese hinweg und dann so langsam hinein in den ersten Anstieg.

Weg entlang des Gesterbachs (wurde mit der Zeit immer wilder)

Ich bin keinem ausgeschilderten Wanderweg, sondern einfach alten und offensichtlich derzeit eher selten genutzten Forstarbeiterwegen gefolgt. Entlang des Gesterbachs geht es teilweise recht steil bergan, das Laufen ist aber vor allem deswegen mühsam, da der Weg mal von umgefallenen Bäumen versperrt, mal fast vollständig überwuchert ist.

Hier war fast kein Durchkommen. Hat ein paar Minuten gedauert 🙂

Erst gegen Ende des Anstiegs gelange ich auf eine asphaltierte Straße, auf der es natürlich wieder schneller vorwärts geht.

Die Wüstung Rockenfeld lasse ich links (eigentlich rechts) liegen und folge dem Limesweg in Richtung Rheinbrohl, passiere Limestürme und biege dann ins Nonnenbachtal ab, welches ins Wiedtal hinab führt.

An der Wied angekommen merke ich, dass meine Streckenplanung zumindest ausbaufähig ist. Am Haus Nonnenbach endet der Weg und es gibt keinen Anschluss für Fußgänger. Ich möchte nicht über den Campingplatz laufen, also schlucke ich die Pille und laufe auf der Kreisstraße schnell bis nach Datzeroth.

Die Wied bei Datzeroth.

Dort quere ich die Wied und nach ein paar Hundert Meter auf dem Wiedweg verlasse ich das Tal wieder, um durch das Dombachtal nach Ehlscheid anzusteigen.

In meinem Heimatdorf angekommen hat man zum ersten Mal einen Blick ins Neuwieder Becken.

Blick an Ehlscheid vorbei ins Neuwieder Becken.

Bei meinen Eltern angekommen nutze ich die Chance um meine Wasserreserven aufzufüllen und natürlich auch einen Vatertagsbesuch zu machen. Passt. 🙂

Über Anhausen und Isenburg zum Rhein

Nach nur etwa 15 Minuten Pause geht es direkt weiter. Zwischen Rengsdorf, Bonefeld und Hardert vorbei geht es durch das Völkerwiesenbachtal, das Birzenbachtal bis hinab ins Aubachtal. Hier verlaufe ich mich kurzzeitig und habe Glück, dass ich es gerade noch rechtzeitig merke.

Fast wäre ich in die Lava getappt. 🙂

Also das Aubachtal wieder etwas nach oben gelaufen und dann den Anstieg hinauf nach Anhausen in Angriff genommen. Dort angekommen habe ich die ersten 1000 Höhenmeter des Tages bereits im Sack. Jetzt geht es zum Teil auf der Iserbachschleife in Richtung Isenburg.

Abgesehen von der unfreiwilligen Annäherung an das Stadtgebiet im Aubachtal komme ich jetzt an die Stelle, wo ich geplanterweise am nächsten an Neuwied herankomme.

Über die Brücke darf ich nicht, denn dann ist man im Neuwieder Stadtgebiet.

Am Zusammenfluss von Hohenwiesenbach (Mitte) und Steinebach (kommt von rechts) bin ich nur durch die Brücke von Neuwied entfernt, also lieber auf diese Seite weiterlaufen, direkt hinab ins Iserbachtal.

Ich laufe kurz auf der Kreisstraße hinab, entdecke dann aber einen netten, steilen Ausstieg aus dem Tal (Wolfskehl) und nutze diesen spontan, um doch noch an der Burg Isenburg vorbei zu kommen.

Toller Blick auf Kirche und Burgruine in Isenburg.

Oben angekommen besuche ich noch die beiden Aussichtspunkte hinüber zur Burgruine (der westlichere von beiden lohnt mehr!) und mache mich dann hinab zu Kirche und Burg und weiter hinab ins Sayntal.

Nun steht nur noch ein Berg zwischen mir und dem Rhein. Hier war ich vor einiger Zeit schon mal zum Streckencheck, also weiß ich, dass noch ein harter Anstieg auf mich wartet. Aber ich fühle mich auch nach 40km noch gut, also sind die letzten paar Hundert Höhenmeter schnell gemeistert.

Der einsame Weg schlängelt sich am Hang entlang bis man irgendwann abbiegt und auf den Saynsteig trifft. Hier noch schnell ein letztes Bild in Richtung Neuwied geworfen und dann geht es nur noch bergab nach Sayn.

Blick ins Neuwieder Becken von Stromberg aus

Die Beine machen sich aufgrund des langen Abstiegs irgendwann bemerkbar, aber gleichzeitig zieht der Himmel zu. Von der Sonne ist schon längere Zeit nichts mehr zu erkennen, also nicht locker lassen, sondern weiter in Richtung Rhein, um nicht auf den letzten zwei Kilometern noch nass zu werden.

In Sayn angekommen geht es weiter nach Bendorf und dem Radweg folgend nach Mülhofen. Dort biege ich in Richtung Rhein ab und erreiche nach etwa 6:15 Stunden mein Ziel.

Ich bin von Leutesdorf nach Mülhofen gelaufen ohne das Neuwieder Stadtgebiet zu betreten. Was man auch mit wenigen Dutzend Höhenmetern hätte erreichen können (indem man durch Neuwied läuft) hat mir 1400 Höhenmeter und etwa 50km abverlangt. 🙂

Alle Informationen zum Lauf bei Strava.

Am Ende bin ich dann doch noch ins Stadtgebiet gelaufen, mein Auto stand ja in Engers am Bahnhof. Warum in Engers und nicht in Bendorf? Ganz einfach: Bendorf hat keinen Bahnhof. 🙂

Nach dem Lauf von Nassau nach Hartenfels am letzten Samstag und einem 20km-Erkundungslauf an der Lahn am Tag vor dem Lauf rund um Neuwied bin ich extrem zufrieden mit der Zeit und Leistung.

Heute (am Tag danach) fühle ich mich wirklich gut und weiß, dass ich in diesem Jahr noch so einige gute Läufe in Angriff nehmen will und werde. 🙂

Kategorien
Sport

Von Nassau nach Hartenfels

Im Rahmen der 7 Summits of Nassauer Land ging es gestern auf den ersten von vier Läufen dieser Challenge.

Von Nassau bis zur Burgruine in Hartenfels, Details zum Lauf bei Strava.

Los ging es um kurz vor 7 Uhr am Koblenzer Hauptbahnhof in Richtung Nassau. Dort angekommen versteckt sich die Burg in einem Nebelschleier.

Vom Bahnhof in Nassau aus ist die Burg Nassau nicht zu sehen.

Ich starte die Aufzeichnung meines Laufs bereits am Bahnhof, den Anstieg zum Start vor der Burg Nassau muss ich ja auch erst noch meistern bevor es mit dem eigentlichen Lauf los geht. Alle Strecken starten hier oben und so treffe ich gleich zwei Teilnehmer, die sich heute auf den Weg hinauf zur Fuchskaute machen. Ich laufe etwas vor ihnen los und werde sie nicht mehr treffen.

Hinauf zur Alarmstange

Die Burg wird derzeit saniert, so dass man derzeit vor verschlossenen Türen steht, aber das ist nur Nebensache. Um 8:03 Uhr starte ich meinen Weg hinauf in den Westerwald.

Zunächst einmal bergab und nach wenigen Metern bereits das erste Hindernis. Ein Baum ist über den Weg gefallen, so dass man direkt man den Track verlassen muss. Hilft ja nichts.

Unten in Nassau noch ein bisschen geknipst, das Wetter scheint wirklich super zu werden. Obwohl es recht kühl ist, merke ich schon, dass es eine sehr gute Idee war neben meiner dünnen Windjacke auch eine Weste mitzunehmen (ich wechselte Jacke gegen Weste bereits nach 8km). Das hat mir am Ende den Arsch gerettet, weil ich unter der Jacke zu stark geschwitzt hätte und den Verlust wahrscheinlich nicht hätte ausgleichen können.

Die Strecke hinauf nach Welschneudorf und weiter bis zum Köppel hatte ich vor einiger Zeit bereits mal angeschaut. Schön ist etwas anderes. Ich finde den Anstieg aber gar nicht so brutal, wie von Alex beschrieben. Klar, das sind teilweise richtige Rampen. Aber wenn man mit sinnvollem Stockeinsatz geht und Kräfte spart kann man doch relativ zügig unterwegs sein ohne sich komplett abzuschießen. Man darf einfach nicht zu viel wollen. Auf den ersten 10km gewinnst du nichts, kannst aber alles verlieren.

Der Weg ist teilweise echt richtig öde, hilft aber ja nichts. Die Waldautobahnen ziehen sich weiter hinauf und irgendwann sieht man den Köppelturm vor sich. Ein paar letzte Kehren und eine steile Rampe durch ein abgeholztes Waldstück und man erreicht den zweithöchsten Punkt des Tages.

Der Wald ist hier wirklich kaputt bzw. schon abgeholzt worden. Der Klimawandel ist an diesem Punkt des Westerwalds nicht nur sichtbar, er hat ihn auch schon für die nächsten Jahrzehnte grundlegend verändert. Der Westerwald hat hier seinen „Wald“ verloren. 🙁

Ich halte mich nicht lange auf und laufe weiter in Richtung Alarmstange.

Der Sender auf der Alarmstange. Der Berg ist mit 545m noch ein klein wenig höher als der Köppel.

Der markante Sender ist auch von Koblenz aus zu sehen und der Berg ist noch ein paar Meter höher als der Köppel und stellt somit den höchsten Punkt des Tages dar.

Nach Sayn und weiter zum Verpflegungspunkt

Zunächst geht es mäßig steil über Waldautobahnen hinab. Vorbei an endlosen Reihen von Baumstämmen, die zum Abtransport gelagert werden. Teilweise wirklich erschreckend.

Holz, Holz, Holz. In diesem Gebiet gab es überall diese Ansichten.

Südlich von Höhr-Grenzhausen trifft man dann auf den Limesweg. Der folgende Abschnitt ist teilweise wirklich nett, ein paar Trails sind auch zu finden. Es geht zunächst noch etwas bergab, dann aber in einer Gegensteigung nochmals hinauf zur A48. Unter der Autobahn entlang und dann weiter in Richtung Bendorf-Sayn.

Am Limesturm trifft man auf den Rheinsteig. Der Weg wird, bis man in Sayn ankommt, etwas netter zu laufen. In Serpentinen ins Brexbachtal hinab und auf der anderen Seite wieder empor.

Oben angekommen gibt es den Blick ins Neuwieder Becken über Sayn hinweg. Von hier geht es dann direkt hinab in den Ort.

Dort hat man, je nachdem, wann man da ist, auch die Option in einem kleinen Dorfladen die Vorräte aufzustocken. Der Laden wird aber nur noch im Jahr 2021 existieren. Die Besitzerin sagte mir, dass nach 50 Jahren für sie Schluss sei. Es gibt einfach nicht mehr ausreichend viele Kunden. Tja, schade. Für eine Cola, zwei Hanuta und ein Snickers habe ich 2,60 Euro (ohne Trinkgeld) gezahlt. Mehr als fair.

Am Schloss Sayn vorbei geht es in den Schlosspark, am Schmetterlingspark vorbei und nachdem die Strecke den Rheinsteig kurz verlassen hat trifft man hier wieder auf das vertraute Zeichen. Es geht wieder hinauf. Der Rheinsteig ist aber wirklich nur ein kurzer Begleiter. Es geht weiter, teilweise steil bergan in Richtung Isenburg.

An zwei alten Limestürmen vorbei geht es durch den Wald und dann in wenigen Serpentinen hinab zur Kirchenruine Hausenborn.

Blick in die Ruine der Wallfahrtskirche Hausenborn.

Hier trifft man auch auf die Wällertour Iserbachschleife, der man für die nächsten rund zehn Kilometer folgt. Zunächst geht es auf einem steilen Trail bergab nach Isenburg, dort dann aber direkt wieder steil bergauf zur Kirche. Die Ruine der Isenburg lässt man links liegen. Bilder von Kirchen und Burg habe ich in einem Tourenbericht einer Radfahrt aus der letzten Woche veröffentlicht.

In Isenburg hatte ich am Freitag mein Auto abgestellt, um mir nach 45km einen Versorgungspunkt zu ermöglichen. 15min Pause habe ich mir gegönnt, die Trinkblase und Flaschen neu aufgefüllt, ein paar Süßigkeiten gegessen und die Beine versucht etwas zu lockern, aber dann ging es weiter, musste es weiter gehen. Noch 35km bis nach Hartenfels.

Über den Derbacher Kopf nach Dierdorf

Ich hatte am Tag zuvor vergessen Energieriegel zu kaufen, da ich meinte noch ausreichend viele auf Vorrat zu haben. Dem war nicht so und so hatte ich leider nicht genug Kohlenhydrate mit dabei. Nach rund 50km merkte ich das erstmals. Ein Loch war es noch nicht (das kam erst 5km später, als es leicht anfing zu nieseln), aber ich wusste, dass ich mit den Kräften und den restlichen Vorräten vorsichtig umgehen musste, um nicht am Ende komplett einzubrechen.

Also machte ich mich kontrolliert auf von Isenburg in Richtung Dernbacher Kopf. Wie gesagt geht es zunächst auf der Iserbachschleife an der Thalhauser Mühle vorbei bis nach Rüscheid. Dort verlässt man die Wällertour und biegt nach rechts ab und steigt hinauf auf den Dernbacher Kopf. Hier sieht es genauso aus wie auf dem Köppel: kahl. 🙁

Am Gipfel der Dernbacher Kopfs ist der Wald verschwunden.

Wie auf dem Bild zu sehen hatte sich der Himmel mittlerweile zugezogen, es war windig und ab und an gab es auch mal ein wenig Nieselregen.

Von hier aus ging es dann zuerst hinab nach Dernbach, dort am Ortseingang auf den Trimm-Dich-Pfad eingebogen und gekonnt keine Übung gemacht. 🙂

Hier war ich mir dann nicht ganz sicher, welchen Weg ich nehmen musste/sollte. Zwei parallel verlaufende Wege, einer am Waldrand, einer im Wald. Ich habe es aufgeteilt, mal so, mal so. Ich denke, dass das in Ordnung geht, da sie am Ende wieder zusammengelaufen sind.

Am südlichen Rand von Dierdorf angekommen entschloss ich mich gegen einen Besuch beim dortigen Aldi. Ich hätte zwar etwas zu essen gebrauchen können, gleichzeitig hatte ich aber nicht so wirklich Appetit. Außerdem wollte ich nicht im schlimmsten Fall 20min damit verbringen im Aldi an der Kasse zu stehen. Also ging es einfach weiter. Noch 20km bis Hartenfels und die sollten es in sich haben.

Auf Asphalt und durch Dörfer nach Hartenfels

Hier endete der für mich schöne Teil des Laufs und es begann die Zeit des asphaltierten Radwegs. Warum? Als Veranstalter hat man am Ende alle Trümpfe in der Hand, wenn man einen Lauf sinngemäß mit der Frage „Willst du leiden?“ bewirbt und man dann mit „ja“ antwortet. Ich erwarte auch keine Rechtfertigung, aber die letzten 20km waren einfach der letzte Rotz. 😀

Das mag zum Teil auch der Tatsache geschuldet sein, dass ich in ein körperliches Loch gefallen bin, aber asphaltierter Radweg ist auch einfach ein Synonym für „uncool“. Egal, ich hab zugesagt, also muss ich die Suppe jetzt auch auslöffeln.

Zuerst ging es wellig bis nach Wienau. Dort angekommen im Ort steil nach oben zum dortigen Flughafen. Von hier aus hat man einen tollen Blick hinüber zu Köppel und Alarmstange. Da war man ja vor vielen Stunden schon.

Blick auf Köppelturm (links) und den Sender auf der Alarmstange (rechts) über Wienau hinweg.

Für mich war es eine Mischung aus Motivation und Demotivation.

  • „Krass, da war ich eben schon.“
  • „Oah, das ist so nah und dafür hab ich so lange gebraucht?“

Aber man ist ja auch alles andere als den direkten Weg gelaufen.

Nach Wienau wechselt der Untergrund bis zum Ende zwischen Asphalt und Waldautobahn. Zuerst gelangt man nach Epgert und dann geht es zum Waldsee nahe Maroth. Eigentlich ganz nett, aber hier ist es doch schon recht windig und ich habe Glück, dass mir der Wind in den Rücken weht.

Auf dem Weg zum Waldsee bei Maroth.

Die Zeit der großen Anstiege ist im Prinzip vorbei. Ab und an gibt es nochmal eine kleine Rampe, zumeist auch in Ortschaften bzw. auf Asphalt, so dass man die Stöcke nur bedingt sinnvoll einsetzen kann.

Mittlerweile kämpfe ich gegen den Hungerast. Die letzten Vorräte sind im Prinzip aufgebraucht, ein bisschen Schokolade habe ich noch, aber ich traue mich nicht sie zu essen. In dem Zustand kann das in alle Richtungen führen und da man quasi ständig in Ortschaften ist, ist eine Flucht in die Büsche nicht immer möglich. Also entscheide ich mich mich durchzubeißen.

Ich passiere Freirachdorf und Herschbach im unteren Westerwald und es sind nur noch 4km bis ins Ziel. Die Zeit rast gefühlt. Ich laufe seit Längerem keinen Kilometer mehr durch, aber das ist mir egal. Ich bin froh, dass ich gleich im Ziel bin und als ich aus dem Waldstück zwischen Herschbach und Hartenfels herauskomme sehe ich zum ersten Mal den imposanten Turm der Burgruine. Ich habe es geschafft .. gleich. 😉

Die letzten Meter gehe ich und genieße einfach die Tatsache, dass es gleich vorbei ist. Mein Vater, der mich im Nachgang wieder nach Isenburg fahren wird (Dauer 25min .. haha) erwartet mich und winkt mir zu.

In einer Zeit, in der es keine Zuschauer gibt, ist so eine einzelne Person, die sich vor Ort mit einem über das Erreichen des Ziel freut einfach super viel wert. Und wenn es dann noch ein Familienmitglied ist natürlich doppelt so viel.

Den Burgberg erklimme ich dann noch alleine, das ist noch mal richtig steil, aber am Ende auch kein wirkliches Problem mehr. Oben angekommen wird die Uhr um 18:13 Uhr abgedrückt und ich genieße noch für eine Minute den Ausblick von einer Ruhebank.

Lange kann ich hier nicht sitzen. Es ist merklich kühl geworden und der Wind pfeift über den Burgberg. Außerdem will ich auch keine Zeit mehr verlieren. Es reicht für heute.

Fazit

Der erste von vier Läufen ist erfolgreich absolviert. Ich bin noch nie eine so lange Strecke einfach nur mit meinem Rucksack gelaufen. Am Ende musste ich schon stark kämpfen, aber das ist glaube ich dann auch normal.

Zufrieden und stolz auf dem Burgberg in Hartenfels.

Der Lauf bei Strava enthält ja neben der eigentliche Strecke auch noch den Weg vom Bahnhof in Nassau hoch zur Burg Nassau. Wenn man das abrechnet habe ich für die Strecke von der Burg Nassau bis zur Burg Hartenfels 10:10 Stunden benötigt.

Insgesamt war ich 10:31h unterwegs. Das sind die Bruttozeiten.

Das Rennen habe ich übrigens mittels raceday.me live getracked (leider etwas zu spät auf Start geklickt). Das hat gut geklappt.

Am Tag danach geht es mir gut, ich fühle mich gerüstet für die kommenden Strecken, wenngleich ich da doch noch etwas mehr trainieren will, bevor ich vor allem die harten Strecken im Taunus angehe. 😉

Kategorien
Sport

7 Summits of Nassauer Land

Der Begriff „Seven Summits“ bezeichnet den jeweils höchsten Berg eines jeden Kontinents. Ganz soweit nach oben geht es bei der Challenge „7 Summits of Nassauer Land“ Challenge natürlich nicht, aber geschenkt bekommt man hier auch nichts. 😉

Das Logo der Veranstaltung, basierend auf dem Wappen des Herzogtums Nassau

Die Challenge führt die Läufer auf folgenden Berge bzw. zu diesen markanten Punkten.

  • Alarmstange (545m)
  • Dernbacher Kopf (427m)
  • Burg Hartenfels (368m)
  • Grauer Kopf (543m)
  • Hohe Wurzel (617m)
  • Fuchskaute (657m)
  • Großer Feldberg (879m)

Diese Orte müssen auf Basis von vordefinierten Strecken erlaufen werden. Dazu haben die Organisatoren vier Strecken, mit jeweils etwas mehr als 70 Kilometern Länge und vielen, vielen Höhenmetern, ausgearbeitet. Diese sind exakt abzulaufen, damit eine Strecke als „erledigt“ akzeptiert und vermerkt wird.

Interessanterweise ist der Köppel kein Bestandteil der seven summits, dafür aber die Burg Hartenfels, obwohl es sich dabei natürlich nicht um einen Berg, sondern um ein Gebäude handelt. Hat ggf. etwas mit der Streckenführung zu tun bzw. damit, dass Alarmstange und Köppel in direkter Nachbarschaft zueinander liegen.

Gleiches könnte man übrigens auch für den kleinen Feldberg sagen. Am Ende geht es nicht um die höchsten Berge, sondern Katja und Alex haben einfach ein paar Strecken rausgesucht, die einen quer durch das Nassauer Land führen. Passt.

Das „Nassauer Land“ ist übrigens keine offizielle Region mehr, sondern basiert auf dem Gebiet des ehemaligen Herzogtums Nassau.

Alle Wege beginnen in Nassau

Die Challenge entstand in einer Zusammenarbeit von Katja Dasbach und Alex Holl. Katja veranstaltet Läufe im Westerwald, Alex im Taunus. In der Mitte liegt Nassau bzw. die Burg Nassau, an deren Pforte jede vorab geplante Route startet.

  • Nassau – Burg Hartenfels

    Von Nassau aus geht es hinauf auf den Köppel, und die Alarmstange , von dort hinunter zum Schloss Sayn, weiter zur Burgruine Isenburg und dann hinauf in Richtung Dernbacher Kopf.
    Von dort geht es dann weiter zur Burg Hartenfels.

    Absolviert am 8.Mai in 10:10 Stunden.


  • Nassau – Fuchskaute

    Bis zum Köppel ist es die gleiche Strecke wie auf dem Weg zur Burg Hartenfels. Hier biegt man dann aber auf einen anderen Weg ein und steig langsam, aber stetig bis zum höchsten Berg des Westerwaldes, der Fuchskaute.


  • Nassau – Hohe Wurzel

    Von Nassau aus geht es stetig bergan nach Singhofen, zwischen Holzhausen und Rettert (Startort des Ultramarathons Grauer Kopf und des Schindertrail Backyard Ultras) hindurch immer weiter bergan auf den Grauen Kopf. Nicht auf direktem Weg geht es dann, immer der Aar folgend, nach Bad Schwalbach und darüber hinaus steil hinauf zur Hohen Wurzel.


  • Nassau – Großer Feldberg

    Über Katzenelnbogen steigt man erneut bis nach Kettenbach hinauf. Statt der Aar in Richtung Hoher Wurzel zu folgen peilt man Idstein an. Von dort geht es dann nur noch bergan bis zum Großen Feldberg.

    Absolviert am 2.Juni in 12:06 Stunden.

Die Reihenfolge der Läufe ist jedem Teilnehmer freigestellt. Es gibt auch keine cut-off-Zeit. Man muss die Strecken nur jeweils in einem Rutsch und zu Fuß bewältigen.

Wenn man das geschafft hat bekommt man neben einer Medaille noch einen ganz besonderen Preis. Man darf individuell und auf sich gestellt einen 100 Meilen-Lauf absolvieren. 😀

Genau. Klingt völlig plemmplemm, aber das ist mein Ziel.

Der Graue Unfug ist eine Kombination aus dem Ultramarathon Grauer Kopf (von Alex organisiert) und dem Großen Unfug (von Katja organisiert). Sagen wir mal so .. darüber mache ich mir dann Gedanken, wenn es soweit ist. 🙂

Man hat bis in den November Zeit die Strecken zu absolvieren, allerdings ist mein Ziel dies bereits im Sommer erledigt zu haben.

Meinen ersten Anlauf hinauf in den Westerwald plane ich für Mitte Mai. Mal sehen, was das Wetter und der Körper dazu sagen. 🙂

In der coronabedingt wettkampffreien Zeit so oder so auf jeden Fall ein richtig gutes Aufbautraining, um 2022 ggf. mal richtig lange Läufe bestreiten zu können.

Sollte sich jemand angefixt fühlen … Anmeldungen sind noch möglich. 🙂

Kategorien
Sport

Quäldich: Stromberg mit Anfahrt

Eigentlich ist Montag Ruhetag und nach dem Lauf von gestern über den Lahn-Camino wäre er ja eigentlich auch angebracht gewesen. Allerdings ist Radfahren ja „nur“ mein Alternativsport. Deswegen und weil heute erstmal der letzte trockene Tag sein sollte habe ich mir noch eine kleine Ausfahrt gegönnt. 🙂

Durch das Saynbachtal bis Isenburg

Die Anfahrt zum Quäldich-Segment Stromberg ist klassische. Von Koblenz aus über Vallendar bis nach Bendorf und vor dort dann ins Saynbachtal. Die Strecke ist gut zu fahren, steigt aber stetig an. Mit etwas Einsatz kommt man aber gut ins Rollen und verliert wenig Schwung.

Leicht aber stetig ansteigend von Sayn nach Isenburg

In Isenburg angekommen sieht man schon die Ruine der Isenburg oberhalb des kleine Ortes thronen. Die Burg wurde rund um das Jahr 1100 erbaut und bis etwa 1660 bewohnt.

In Isenburg stoßen übrigens gleich vier Flüsse bzw. Bäche aufeinander. Der Ommelsbach, der Wiebelsbach und der Iserbach vereinigen sich mit dem Saynbach, der dann wiederum in Rhein mündet.

Steil bergan nach Stromberg

Die Verbindungsstraße von Isenburg nach Stromberg beginnt steil. Auf dem Weg stoppe ich zwei Mal, um Fotos von der Burgruine zu machen.

Burgruine Isenburg, links die Kirche

Im Ortsteil mit dem kreativen Namen „Siedlung“ angelangt befindet man sich bereits weit oberhalb der Ruine und hat in der Nähe der Marienkapelle einen tollen Ausblick auf Ruine und die angrenzende Kirche St.Katharina.

Marienkapelle in „Siedlung“

Im März 1945 lag Isenburg unter starkem Artilleriebeschuss. Einige Dorfbewohner starben, viele Häuser wurden beschädigt. Da der Ortsteil „Siedlung“ verschont blieb, erbauten deren Anwohner 1955 zum Dank diese Kapelle

Inschrift an der Marienkapelle am Ortseingang des Ortsteils Siedlung

Danach geht es mittelschwer und unspektakulär weiter in Richtung Stromberg. Oben angekommen ging es für mich direkt wieder steil bergab nach Sayn. Die neue Straße hat ein starkes Gefälle, so dass ich da etwas vorsichtiger bergab gefahren bin (ich bin echt kein guter Abfahrer).

Unten an Burg und Schloss Sayn vorbei und auf direktem Weg wieder über den Hinweg zurück nach Koblenz.

Blick nach Koblenz-Neuendorf bei Sonnenuntergang

Auf dem Rückweg noch den klassischen Ausblick auf Neuendorf genossen und am Ende den fünften Anstieg meines Quäldich-Gipfelsturms von der Liste gestrichen. 🙂

Alle Details zur Fahrt findet man in meinem Strava-Profil.

Status: 5 done, 95 to climb!

Kategorien
Sport

Auf dem Lahn-Camino von Balduinstein nach Nassau

Der Lahn-Camino führt auf einer Gesamtstrecke von etwa 140 Kilometern von Wetzlar nach Lahnstein. Ich habe mir am gestrigen Sonntag das Teilstück von Balduinstein bis nach Nassau ausgesucht. 28 anspruchsvolle Kilometer mit 1125 Höhenmetern wollten also in Angriff genommen werden.

Die Jakobsmuschel gibt die Richtung vor. Hier geht es nach links. 🙂

Also das Auto in Nassau geparkt, in die Bahn gestiegen und die paar Minuten nach Balduinstein gefahren. Dort führt der Camino direkt am Bahnhof entlang, so dass man ohne Umschweife direkt auf die Reise gehen kann.

Balduinstein und Schloss Schaumburg

In Balduinstein geht es erstmal hinunter zur Lahn, dort wenige Meter direkt am Wasser entlang und dann direkt gnadenlos nach oben. Das sollte den Großteil des Laufs bereits jetzt gut zusammenfassen. 🙂 Zu Beginn befindet man sich noch auf dem Lahnwanderweg, auf dem man im Verlauf der Strecke noch einige Kilometer verbringen wird. In Balduinstein biegt dieser aber direkt rechts ab, ich steige die Straße an weiter in Richtung Ruine der Burg Balduinstein.

Ruine von Burg Balduinstein aus dem 14.Jahrhundert

Die Burg geht auf den Erzbischof Balduin von Trier zurück, der im Jahre 1319 mit dem Bau einer Trutzburg unterhalb der Schaumburg begann, wo die mit ihm verfeindeten Herren von Westerburg residierten.

Wikipedia

Mein nächstes Ziel war dann auch eben dieses Schloss. Dafür musste ich aber noch ein paar Höhenmeter nach oben kraxeln. 😉

Zu Beginn tauchen auch häufiger Markierungen der Küppeltour auf. Ein 16km langer Rundweg, der sicherlich auch eine schöne Tagestour (für Wanderer) oder nette mittelschwerer Einheit (für fitte Läufer) darstellt.

Oben angekommen wirkt Schloss Schaumburg, spätestens seit 1197 mit dem Namen bekannt, schon wirklich massiv. Der Berg an sich ist laut Wikipedia ggf. sogar schon seit dem Jahr 915 mit einer Burg bebaut. Historie.

Die Muscheln führen mich einmal um das Areal herum, auf der anderen Seite wieder hinab und im Westen über ein Feld wieder hinauf. Von hier hat man noch einen schönen letzten Blick auf das Schloss bevor man dem Lahn-Camino weiter folgt.

Trails, Bahnradweg und viele Höhenmeter

Der Weg ist absolut kurzweilig und abwechslungsreich. Ich liebe das Lahntal weil die Charakteristik durch ein einziges Wort perfekt beschrieben werden kann: Höhenmeter!

Es geht hoch und runter und hoch und runter und runter und doppelt so weit wieder hoch.

1128 Höhenmeter auf 28,2km zwischen Balduinstein und Nassau (Details bei Strava)

Nachdem man den kleinen Ort Steinsberg passiert hat gelangt man zu einer der vielen tollen Aussichtspunkte.

Ich habe dieses Mal etwas mehr Zeit dafür genommen einfach mal zu gucken. Hat sicherlich auch dazu geführt, dass ich die Anstiege gut bewältigen konnte.

Nach dem obigen Ausblick ging es hinab zur Bahnstrecke und dort einige Zeit relativ unspektakulär entlang eben dieser. Da kein Zug kam bzw. die Bahnstrecke ja sowieso nicht so stark befahren ist, ist das aber tatsächlich okay.

Bevor es dann steil hinauf in Richtung Ruine des Klosters Brunnenburg geht (der das ist der steile Zacken in der Mitte des obigen Höhenprofils) kommt man noch an diesem Sauerbrunnen vorbei, der wegen der Nähe zum ehemaligen Kloster, den umgangssprachlichen Namen Nonnenpiss hat. 😀

Dann wie gesagt hinauf in Richtung Ruine. Der Camino geht eigentlich daran vorbei, aber den kleinen Abstecher habe ich mir dann noch gegönnt.

Das Kloster wurde Anfang des 13.Jahrhunderts gegründet und wurde im Zuge der Reformation bereits im Jahr 1542 wieder aufgelöst. Seitdem steht die Ruine etwas versteckt im Wald.

Kloster Arnstein und Burg Nassau

Von der Klosterruine aus geht es zunächst noch etwas weiter nach oben (und natürlich auch wieder runter und wieder hoch). Ich genehmige mir eine kurze Pause mit einem letzten Blick hinüber zur Ruine.

Dem E1 und dem Lahnhöhenweg folge ich eigentlich schon fast den ganzen Tag. Hier kommt erstmals auf eine Markierung des Hessenswegs Nummer 1 ins Spiel. Dieser führt über Etappen unter Anderem von Eltville am Rhein bis nach Nassau und dann weiter nach Hessen. Hatte ich auch schon mal ins Visier genommen. 🙂

Es geht weiter immer der Lahn folgen bis man sich langsam Obernhof nähert.

Kloster Arnstein oberhalb von Obernhof

So schön das Kloster auch ist markiert es leider auch das Ende der Trails. Ab hier ist Asphalt angesagt. Nicht wirklich nett, aber als ich dann am Klosterparkplatz angekommen bin (bis dahin steigt die Straße nochmal steil an) kann ich wenigstens noch etwas Tempo auf dem welligen Radweg in Richtung Nassau machen.

Der Streckenabschnitt ist mit Abstand der langweiligste Teil. Da aber auch der Ultramarathon Grauer Kopf hier entlang führt gibt es vielleicht keine trailige Alternative? Ein Wechsel der Lahnseite wäre auf jeden Fall eine Option. Dort führt der Lahnwanderweg von Obernhof nach Nassau.

Als ich mich Nassau nähere sehe ich, dass ich auf der zweiten Hälfte weitaus schneller war als in der ersten, also entscheide ich mich am Ende noch fix zur Burg Nassau hinaufzusteigen. Jeder Höhenmeter im Training zählt.

Die Burg Nassau thront über dem Tal.

Die Burg ist derzeit geschlossen und wird umgebaut. Aber ich bin am Ende auch einfach nur froh, dass ich den steilen Fahrweg zur Burg hinauf geschafft habe.

Dort vor dem Tor starten die Läufe zu den 7-Summits of Nassauer Land

Kurz durchschnaufen und dann den Wanderweg wieder hinunter zur Brücke über die Lahn.

Am Ende habe ich für die 28,2km mit 1128 Höhenmetern 3:36 Stunden benötigt. Die in der Grafik darstellten 3:13 Stunden entsprechen der Nettozeit, also der Laufzeit ohne Pausen. Mehr Informationen zum Lauf findet man direkt bei Strava.

Alles in allem, trotz der letzten paar Kilometer auf dem asphaltierten Radweg, eine super tolle Runde.

Ich kann einfach nur empfehlen nicht immer nur die großen und bekannten Wanderrouten zu nutzen, sondern auch mal die etwas weniger bekannten in Angriff zu nehmen.

Gerade im Lahntal wird man wirklich sehr selten enttäuscht. 🙂

Kategorien
Sport

Vom Moseltal ins Rheintal und zurück

Nach meinem ersten Ausritt in Sachen Quäldich-Gipfelsturm-Challenge am Dienstag musste ich erstmal einen Tag Sportpause einlegen. Die Kombination aus Berglauf in der Mittagspause und Bergfahrten am Abend war etwas zu viel für die Waden. 🙂

Und weil ich lernfähig bin .. habe ich das gestern so ähnlich wieder gemacht. Mittags eine kurze Runde über die Karthause und dann nach Feierabend wieder nach Niederfell, um das Aspelbachtal und zusätzlich noch das Mühltal in Angriff zu nehmen.

Das hier sind die beiden Quäldich-Segmete, um die es heute ging. 🙂

Durch das Aspelbachtal

Um wieder etwas Zeit zu sparen erneut mit dem Auto nach Niederfell gefahren und dort auf dem Wanderparkplatz des Traumpfads Schwalberstieg abgestellt. Von dort geht es die paar Meter erstmal runter zur Bundesstraße an der Mosel und an die Quelle des Aspeler Baches. Die Flussläufer-Challenge ist nicht aufgegeben, nur etwas in der Hintergrund gerückt. 🙂

Mündung des Aspeler Bachs in die Mosel

Ab dann geht es dann stetig nach oben. Auf etwa 9,5 Kilometern überwindet man rund 340 Höhenmeter. Es gibt auch ein Strava-Segment dieser Strecke, die man auch per Stoppomat als Rennen fahren kann. 🙂

Stoppomat in Niederfell, derzeit außer Betrieb.

Davon bin ich weit entfernt, also einfach möglichst locker nach oben gefahren. Bis zum Abzweig zum Schwalberhof bin ich die Strecke ja diese Woche schon gefahren. Hier geht es heute dann nach rechts ab. Viel los ist nicht, konkret sehe ich genau zwei Radfahrer. Autos fahren hier nicht, der Weg ist autobefreit. 🙂

Der Anstieg durch das Aspelbachtal zieht sich, aber bis auf einige wenige etwas steilere Passagen läuft es eigentlich ganz flüssig. Mit niedriger Geschwindigkeit, aber nicht wirklich hart.

Aber es ist kühl. Hatte ich etwas anders erwartet. In Pfaffenheck angekommen ziehe ich mir dann auch lieber noch die Weste für die Abfahrt durch das Mühltal an. Aber zunächst geht es kurz auf der Hunsrückhöhenstraße bis zum Abzweig nach Boppard. Dort zunächst noch eine kleine Gegensteigung bewältigen und dann auf einer super schmalen Straße in Richtung Rhein. Tolle Abfahrtsstrecke, gerne wieder.

Schmale Kreisstraße zwischen Pfaffenheck nach Boppard

Vom Rhein zurück nach Niederfell

Im Gegensatz zum Aspelbachtal ist die Straße durch das Mühltal eine ganz normale Kreisstraße. Überraschungen gab es im Aufstieg natürlich nicht, da ich ja wenige Minuten vorher erst hinab gerollt war.

Zu Beginn ist die Steigung wirklich nicht allzu stark. Erst nach etwa eineinhalb Kilometern wird es etwas steiler, es hält sich aber alles in Grenzen. Kein Vergleich zu den 19%-Rampen vom Dienstag.

Das Strava-Segment verzeichnet eine durchschnittliche Steigung von 4,9% auf einer Strecke von 7 Kilometern. Ich komme gut voran, wieder mit kleinen Gängen und niedriger Geschwindigkeit, aber trotzdem relativ flüssig.

Nach etwa der Hälfte der Strecke gibt es zwei Serpentinen, bei der zweiten gibt es einen schönen Ausblick das Tal hinunter.

Blick hinab ins Mühltal. Am Horizont sieht man bereits den Taunus auf der anderen Rheinseite.

Gegen Ende hin zieht es sich etwas, aber alles in allem ist der Anstieg absolut machbar.

Wieder zurück zum Einstieg in das Aspelbachtal und die letzen Kilometer nochmal mit Druck bergab gedüst.

Mehr Details zur Fahrt bei Strava.

Nach 1:45 Stunden war ich wieder am Auto, hatte 37km mit über 730 Höhenmetern auf der Uhr und muss sagen: das macht schon Laune.

Status meiner Gipfelsturm-Challenge: 4 done, 96 to climb! 🙂

Kategorien
Sport

Höhenmeter rund um Niederfell

Laut Wetterbericht sollte heute erstmal einer der letzten sonnigen Tage sein und da ich heute Abend leider nicht am Twitter-Group-Ride teilnehmen kann, vor dem abendlichen Termin schnell noch die ersten Berge des Quäldich-Gipfelsturms in Angriff genommen.

Da mir die Zeit für die Anfahrt gefehlt hat, habe ich mich kurzerhand entschlossen das Rennrad in den Kofferraum zu packen und erst in Dieblich zu starten. Die Höhenmeter sollten die reduzierten Kilometer allerdings locker ersetzen.

Von Dieblich erstmal etwas einrollen bis nach Niederfell und von dort dann direkt drei Anstiege in Angriff nehmen. Das war der Plan.

  1. Niederfeller Bergweg
  2. Aspelbachtal
  3. Schwalberhof

Also in Niederfell zunächst den Niederfeller Bergweg Richtung Feller Hof in Angriff genommen. Rund 2,2 Kilometer mit gut 230 Höhenmetern. Um möglichst locker hoch zu fahren also am Ende wirklich fast im kleinsten Gang die Meter gemacht. Aber .. „locker“ .. also, das war nicht locker. 🙂

Das Ende des asphaltierten Niederfeller Bergwegs

Oben angekommen, ein kurzer Blick über die Mosel hinüber in die Eifel – immer wieder nett – und dann wieder bergab zum Startpunkt.

Auf der Abfahrt noch dieses schöne Foto von Niederfell geschossen. Im Hintergrund sieht man auch noch ganz klein die Burg oberhalb von Kobern-Gondorf. 🙂

Dann ab ins Aspelbachtal. Vorbei am Parkplatz des Traumpfads Schwalberstieg und dann nicht links in Richtung Schwalberhof abbiegen, sondern der Stoppomat-Strecke in Richtung Pfaffenheck folgen. So war der Plan, aber ich hab schon gemerkt, dass das heute alles länger dauert, als gedacht. Aus dem Grund habe ich den langen Weg nach Pfaffenheck doch nicht angetreten und bin direkt hoch zum Schwalberhof.

Ab der Weggabelung geht der Weg dann auch richtig steil nach oben. Gegen Ende raus wird es dann wirklich hart (ich war heute Mittag auch schon auf dem Kühkopf) und ich bin froh, als ich auch diese Steigung erfolgreich bewältigt habe.

Schwalberhof (rechts) mit Blick in die Eifel

In den Kommentaren zur Schwalberhof-Anfahrt steht dann noch dieser Hinweis:

Wer es richtig steil mag, kann am Hochpunkt der nach rechts abknickenden Kehre bis zum Ende der Asphaltierung folgen. Dort warten auf einem knappen Kilometer noch einige giftige, bis zu 17 % steile Rampen.

Na toll. Hätte ich mir besser mal nicht durchgelesen, aber ignorieren kann ich das jetzt natürlich auch nicht. Also diese Extrahöhenmeter ebenfalls noch mitgenommen. Laut Strava-Höhenprofil waren es sogar fast 18,2%, die Uhr zeigte ganz kurz 19% an .. alter Scholli, das war am Ende dann auch einfach nicht mehr spaßig. Erster Gang wechselnd im Wiegetritt und sitzend. Oben angekommen, erstmal etwas trinken und dann geht es auch schon wieder bergab.

Die Abfahrt vergeht dann im Flug und die paar Kilometer bis Dieblich sind dann auch schnell abgekurbelt. Um die Beine nochmal zu lockern genau das Richtige (die Waden merke ich auf dem Sofa jetzt aber schon :-)).

Rad schnell ins Auto gepackt, kurz alles durchgedehnt, verpflegt und ab nach Hause.

Am Ende stehen 440 Höhenmeter auf gerade einmal 18,6 Kilometern auf dem Papier. Damit bin ich sehr zufrieden.

Mehr Details bei Strava.

Ein guter Start in die Quäldich-Challenge, wenngleich ich das (derzeit) nicht mehrfach die Woche machen kann (oder?). Letztlich bin ich sehr gespannt, wie sich dieses Höhenmetersammeln auf dem Rad sich auf meine Laufform am Berg auswirken wird. Bin sehr gespannt.

Kategorien
Sport

Quäldich-Gipfelsturm

Am letzten Mittwoch wurde beim Twitter-Group-Ride auf Zwift über einen harten Anstieg gefachsimpelt und dabei u.A. auf die Beschreibung des Monte Zoncolan bei Quaeldich.de verwiesen.

Ab und an bin ich mal auf der Seite gewesen, aber genutzt habe ich sie nicht wirklich. Ich wohne nicht im Bergland, Radsport ist „nur“ mein Alternativsport, also bin ich nicht wirklich die Zielgruppe.

Aber obwohl ich nicht im Bergland wohne gibt es zu meiner Überraschung relativ viele Anstiege auch hier in der Umgebung. Und daraus mache ich jetzt eine neue Challenge. 😀

100x bergan

Ich habe mir 100 Einträge aus der Quäldich-Datenbank rund um Koblenz herausgesucht. 100 Anstiege, die ich nach und nach erklimmen will. Eine zeitliche Vorgabe mache ich mir mal nicht, weil das nur so eine side-challenge sein soll. 🙂

Aber Anstiege sind halt einfach geil. Ich mag lieber bergan, als bergab fahren. Gibt Kraft und ist einfach ein super Training.

Das war es im Prinzip schon. Mal schauen, wie lange ich dafür brauche. In 2021 werde ich das ja wahrscheinlich nicht schaffen, das ist ja auch eine zeitliche Herausforderung. Dazu kann ich direkt ausschließen, dass ich jeden Anstieg mit Start in Koblenz angehe. Die Bahn wird sicherlich ein treuer Helfer werden. 🙂

Pässe / Anfahrten

Quäldich nennt die Datensätze „Pässe“ und auch wenn das bei Höhen von maximal 500 Metern ggf. eher unpassend ist, behalte ich den Begriff einfach mal bei. Ein Pass kann über unterschiedliche Anfahrten erreicht werden.

Wenn man z.B. aus Tal A über ein Pass in Tal B kommt kann man offensichtlich in beide Richtungen fahren. Das wäre dann ein Pass, mit zwei Anfahrten.

Ich zähle nicht die erreichten Pässe, sondern die unterschiedlichen Anfahrten.

Die folgenden Pässe habe ich mir herausgesucht. Alles alleine genommen keine Monster und alle gut schaffbar, aber die Masse unterschätze ich sicherlich nicht.

Update:

Ursprünglich hatte ich mir 100 Pässe herausgesucht (finden man in der Liste unten). Nach der Planung der ersten Radtour ist mir aufgefallen, dass es sinnvoller ist nicht die Anzahl der Pässe, sondern die Anzahl der unterschiedlichen Anfahrten zu zählen.

Die nachfolgende Liste werde ich zeitnah noch so umgestalten, dass dort die, bei Quäldich.de dokumentierten Anfahrten, gelistet sind, die ich mir vornehme.

Die Reihenfolge ist frei wählbar.

6 done, 94 to climb!

NrNamegefahren am
1Niederfeller Bergweg28.04.2021
2Schwalberhof28.04.2021
3Aspelbachtal30.04.2021
4Mühltal30.04.2021
5Stromberg von Isenburg aus03.05.2021
6Remstecken über den Layer Bergweg23.05.2021
Liste der erklommenen Anstiege.

Die folgende Liste war die ursprüngliche Liste der Pässe, die ich mir herausgesucht habe. Allerdings kann man ja wie gesagt auch mehrere Anfahrten pro Pass machen.

Ich habe noch keine optimale Darstellung des Fortschritts gefunden, so dass ich erstmal beide Listen pflegen werde.

NrNamegefahren am
1Kühkopf
2Remstecken
3Dieblicher Berg
4Schwalberhof28.04.2021
5Niederfeller Bergweg28.04.2021
6Gedeonseck
7Aspelbachtal30.04.2021
8Mühltal30.04.2021
9Nörtershausen
10Tal der 13 Mühlen
11Kattenes Panoramastraße
12Lonniger Höhe
13Matthiaskapelle
14Solligerbachtal
15Metternich (Maifeld)
16Schrumpfbachtal
17Moselkerner Rosenberg
18Müdenerberg
19Brodenbacher Bergweg
20Morshausen
21Haselberg
22Rockenfeld
23Weißfeld
24Kurtscheid
25Anhausen
26Stromberg03.05.2021
27Rahms
28Neumannshöhe
29Römerich
30St. Katharinen
31Kretzhaus
32Erpeler Ley
33Rott
34Etscheid
35Ammericher Wegekreuz
36Günterscheider Höhe
37Breite Heide
38Drachenfels
39Petersberg (Siebengebirge)
40Einkehrhaus Waidmannsruh
41Margarethenhöhe
42Aegidienberg
43Cäcilienhöhe
44Köppel
45Kemmenau
46Hömberg
47Häuschen
48Forsthaus Lahnstein
49Speierskopf
50Hinterwald (Taunus)
51Dachsenhausen
52Winden
53Dörnberg
54Holzappel
55Dielkopf
56Hirschberg (Westerwald)
57Schaumburger Höhe
58Seelbach
59Weißer Stein (Taunus)
60Hauck
61Loreley
62Patersberg
63Kasselinger Berg
64Fleckertshöhe
65Sportplatz Karbach
66Hungenroth
67Spitzer Stein
68Damscheid
69Windhäuser Höfe
70Pommerner Kapellenberg
71Cochemer Krampen
72Bruttig-Fankeler Berg
73Valwigerberg
74Landkern
75Kurbüsch
76Niederlützingen
77Burg Rheineck
78Herchenberg
79Bausenberg
80Rodder (Osteifel)
81Brohltalblick
82Burg Ohlbrück
83Engeln
84Wehrer Höhe
85Gänsehals
86St. Johann
87Kürrenberg
88Königsfeld
89Neuenahrer Berg
90Landskrone
91Straußenfarm
92Dernauer Weinberg
93Krausberg
94Altenwegshof
95Ramersbach
96Scheidskopf
97Oedingen
98Rodderberg
99Kottenforst
100Beuren
100 Datensätze aus der Quaeldich.de-Datenbank

Kategorien
Sport

Mein erster 100er auf dem Rad

Das Zwift-Training wirkt. Nachdem ich die Woche über schon die ein oder andere Fahrt mit dem Rennrad unternommen hatte, ging es am Samstag gemeinsam mit Jannis auf die erste gemeinsame Ausfahrt 2021. Am Ende waren wir 50km unterwegs und ich hatte das Gefühl, dass ich noch weitaus länger hätte fahren können.

Also nach der Ankunft die Route direkt noch etwas angepasst und auf 100km verlängert und schon da mit dem Gedanken gespielt am Folgetag einfach eben diese 100er-Runde in Angriff zu nehmen.

Gesagt, getan

Sonntag Morgen kurz das Wetter geprüft, mich für eine zusätzliche Windweste entschieden und ab dafür.

Die Strecke meiner Ausfahrt. Alle Details bei Strava.

Zunächst also am Rhein entlang nach Vallendar und dann den Berg hinauf nach Hillscheid. Kurz wieder ins Tal und dann hoch nach Neuhäusel. Bis hierhin glich die Strecke der Fahrt am Tag davor.

Statt durch Eitelborn zu fahren, dieses Mal die Variante über Kadenbach gewählt. Am Ende kommt man unten am Bierhaus (ja, der Ortsteil von Arzbach heißt wirklich so) raus. Gestern ging es hier bergab in Richtung Bad Ems, heute dann noch steil bergauf durch Arzbach und dann am Römerturm vorbei immer weiter hinauf bis nach Welschneudorf.

Das Höhenprofil zeigt .. hier ist man ganz oben, jetzt geht es nur noch bergab. Ja. Ähm, nein.

Zunächst geht es wirklich relativ steil bergab in Richtung Montabaur. Ein kurzer Gegenanstieg ist schnell überwunden und dann geht es ins Gelbachtal. Ich habe da nicht drüber nachgedacht, sondern einfach nur das Profil gesehen .. das rollt. Naja, geht so.

Das Gefälle auf den rund 25km ist oftmals so minimal, dass man am Ende einfach nur dauerhaft treten muss, um voran zu kommen. Immer wieder kleine, fiese Gegenanstiege (nur ganz leicht) tun ihr Übrigens dazu, dass ich unten an der Lahn durchaus angestrengt bin.

Der Hintergedanke hier Kraft zu sparen ist mal voll nach hinten losgegangen. So wirklich nett zu fahren fand ich es hier auch nicht. Eine Landstraße halt. Nicht mehr, nicht weniger. Sonntags entsprechend mit vielen Sonntagsfahrer auf vier und zwei Rädern bevölkert.

An der Lahn angekommen geht es im Schnitt offensichtlich bis zu ihrer Mündung auch bergab, aber das ist ebenfalls minimal bzw. zu vernachlässigen. Am Ende ist es eine flache Strecke, ab Bad Ems dann auch auf einem sehr engen Radweg direkt am Fluss. Die Straße ist für mich aber keine Alternative, deswegen musste ich mich mit dem Umkurven von Familien, Kinderanhängern und Co. befassen.

Alles kein Ding, aber mir war es – vor allem auch in Corona-Zeiten etwas zu voll. Kein Vorwurf an irgendwen, ich war ja auch da. Die Alternative über den Berg nach Braubach zu fahren stand aber nicht mehr zur Debatte. 80km standen bereits am der Uhr.

In Koblenz angekommen wusste ich, dass ich noch einen kleinen extra Bogen fahren musste, um auf die 100 Kilometer zu kommen. Also unter der Pfaffendorfer Brücke hindurch gefahren, um über den ehemaligen Anschluss über die Emser Straße hoch zur Brücke zu fahren. Kilometer 94, eine Sekunde nicht aufmerksam gewesen. Aua.

Zum Glück nur Schürfwunden

In einer ~140°-Kurve bin ich weggerutscht. Wie, warum? Keine Ahnung. Ist letztlich ja auch egal. Glücklicherweise kann ich vermelden, dass mein erster Sturz mit dem Rennrad mehr als glimpflich abgelaufen ist.

Schürfwunden am Oberschenkel und am Unterarm. Ist doof, aber keine Alternative wäre hier wahrscheinlich besser gewesen. 😉

Kleines Wehwehchen am Unterarm.

Sieht schlimmer aus, als es ist. Erstaunlich übrigens, dass meine Überjacke kein Loch hat. Soll mir Recht sein. 🙂 Eine neue Hose muss allerdings her. Ist zwar nur ein kleines Loch, aber trotzdem doof.

Die fehlenden sechs Kilometer bin ich dann noch die Stadt gefahren und auf den Punkt bei Kilometer 100 am Schenkendorfplatz in der Vorstadt angekommen.

Neben meinem ersten Hunderter habe ich auch erstmals 270 Radkilometer pro Woche erreicht. So viel waren es bislang nicht mal ansatzweise.

Das Radtraining im Januar, Februar, März hat einfach richtig gut gewirkt. Mittlerweile mehr als 1400km in 2021 sprechen da eine deutliche Sprache.

Dafür, dass das Rennradfahren für mich immer nur eine Form des Alternativsports darstellt bin ich mehr als zufrieden. Ein super Wochenende.

Der nächste 100er sollte im Mai folgen. 🙂


Mit dieser Ausfahrt habe ich mein erstes 2021er-Ziel erreicht. Ich hänge da etwas hinter her, aber das wird schon noch.

Hier findet man meine Ziele für das Jahr 2021.

Kategorien
Sport

Westerwald-Marathon 2021

Die Zusammenfassung zuerst:

  • Nieselregen, später Regen
  • Trailsektionen mit der Zeit immer matschiger
  • anspruchsvolle Strecke
  • ich bin einfach all-in gegangen und bin mit dem Ergebnis mega zufrieden

Ein Marathon in Corona-Zeiten

Offizielle Läufe sind derzeit Mangelware. Ja genau, es gibt sie. Aber es sind halt nicht viele. Ich wollte zeitnah nach dem Backyard-Ultra wieder lang laufen und am besten kann ich mich dazu zwingen, wenn es ein Wettbewerb ist. Ein klassischer Trainingswettkampf eben.

Also auf die Suche gegangen und beim 100 Marathon-Club fündig geworden. Die Ausschreibung zum Westerwald-Marathon (mittlerweile offline) war genau das, was ich brauchte. Also kurz den Veranstalter angeschrieben und dann zugesagt.

Der Marathon war natürlich kein Lauf, wie man ihn sonst kennt. Aber clever gemacht und mir hat das gut gefallen.

  • individueller Einzelstart in einem Zeitfenster von 7:00 – 11:00 Uhr
  • Lauf nur gemäß der gültigen Corona-Regeln erlaubt (also konkret derzeit kein Gruppenlauf)
  • maximal 15 Teilnehmer
  • 5 Runden à 8,2km + kleine Zusatzrunde, um auf die 42,195km zu kommen
  • Verpflegung am eigenen Kofferraum

Oder kurz: ja, ich habe alle Teilnehmer gesehen, aber ich bin nie in einer Gruppe gelaufen. Es gab zwar auch ein oder zwei Zweiergruppen, aber durch die Limitierung der Teilnehmerzahl, das fehlende Verpflegungsangebot und die frei wählbare Startzeit kam man sich nicht in die Quere.

Super simpel organisiert, klasse.

Rennbericht

War es ein Rennen? Für mich schon. Und zwar gegen mich selbst.

Das Wetter war einfach nur schlecht. Zu Beginn nieselte es zwar nur, aber das wurde mit der Zeit immer mehr und am Ende regnete es. War dann aber auch schon egal, weil ich eh schon pitschnass war. Aber nunja, Brillenträger kennen das Problem bei Regen. 😉

Ich bin relativ zügig angegangen. Ich hatte keinen Plan, kein Ziel, einfach mal rausballern und gucken, wie lange ich das Tempo halten kann. Die erste Runde beendete ich in knapp über 40 Minuten. Eine Minute Verpflegungspause am Kofferraum und nach 41:35min geht es weiter.

Kann ich das durchhalten? Es wurde schwer, aber ja. Ich war super lange auf Bestleistungskurs (3:31:41h beim Hachenburger Biermarathon 2020), aber durch die kurzen Pausen nach jeder Runde am Auto verlor ich natürlich immer etwas Zeit.

Durch den Regen wurden aber auch die Anstiege, die allesamt auf dem trailigen Teil entlang der Wied lagen, immer matschiger und schwerer zu laufen. Ich musste hier ab Runde 3 relativ viel Kraft investieren, die hat ggf. am Ende etwas gefehlt.

Letztlich habe ich mein Tempo fast perfekt durchgehalten. Das ist mir in dieser Konstanz noch nie gelungen und das macht mich einfach unfassbar zufrieden.

Die Grafiken hier zeigen das sehr anschaulich.

Hier sieht man auch gut die Pausen am Kofferraum. Der dritte Ausreißer nach unten i Runde 3 ist mir nicht ganz zu erklären. Stehen geblieben bin ich während der Runden jedenfalls nicht.

Am Ende steht eine 3:34:41 auf den Ergebniszettel und damit bin ich heute der schnellste Teilnehmer gewesen. Ähm, ich hab gewonnen?! 🙂

Die Nettozeit liegt sogar bei 3:27h. Damit ist klar .. die 3:30h fällt auf jeden Fall noch und ich glaube, dass auch die 3:20h bei flacherem Terrain machbar ist. Aber das ist ein anderes Thema.

Fazit

Tja, was gibt es nach so einen Lauf noch zu sagen.

  • Ich bin so fit wie noch nie im April. (innerhalb von zehn Tagen einen 80km-Ultra, zwei harte Läufe rund um die Halbmarathondistanz, 100km auf dem Rad und zum Abschluss diesen Marathon .. passt :-))
  • Das Training mit Zwift auf der Rolle wirkt sich positiv auf meine Ausdauer und Form aus. Und zwar massiv.
  • Bis die 3:30h fällt ist es nur eine Frage der Zeit (ich hab gehört es soll auch flache Asphaltmarathons geben, kenn mich da aber nicht so gut aus, hehe).

Ich bin mit meiner Leistung einfach super zufrieden und jetzt habe ich Bock auf mehr. 🙂