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Ehlscheid #everySingleStreet

Im Jahr 2018 hatte ich mir mal zum Ziel gesetzt alle Straßen in Koblenz abzulaufen. Das hat dann aus unterschiedlichsten Gründen (Disziplin, Verletzungspech, schlechtes Zeitmanagement und am Ende dann auch fehlende Motivation) nicht wirklich geklappt.

Anfang 2019 sah ich dann dieses Video. Rickey Gates läuft jede Straße in San Francisco ab oder wie es so schön kurz auf seine Website zu lesen ist

San Francisco…………..November 1 to December 15, 2018…………..40 days and nights……………..1200+ miles

Spätestens dann war der Gedanke wieder da mein eigenes, lokales Projekt erneut zu starten. Leider war das Jahr 2019 verletzungsbedingt die reinste Seuche, so dass ich erst rund um Weihnachten wieder anfangen konnte zu laufen.

Kleinere Brötchen

Koblenz ist keine riesige Stadt, aber trotzdem summiert sich die Laufstrecke und eigentlich bin ich auch nicht der allergrößte Aspahltfan. Ich laufe lieber im Wald bzw. mindestens mal hoch und runter. Aus dem Grund habe ich meine Ziele erstmal etwas kleiner gesteckt und am vergangenen Samstag dann endlich das erste davon erreicht.

Auch wenn ich jetzt schon fast zwei Jahrzehnte nicht mehr in meinem Heimatdorf wohne, bin ich doch noch häufig da. Meine Eltern wohnen in Ehlscheid und es ist und bleibt einfach das Dorf, in dem ich aufgewachsen bin. Ich mag es einfach.

Wahrscheinlich bin ich schon im Jahr 1990 alle Straßen des Örtchens mit dem Rad abgefahren. Jedenfalls war ich immer unterwegs, aber wirklich aufgezeichnet habe ich das natürlich nie.

Am Samstag war es dann soweit und nach etwas mehr als 20km war ich zufrieden wieder im Elternhaus und habe das erste meiner 2020er-Ziele abgehakt.

Ich empfehle euch allen euch euren Ort, Stadtteil oder vielleicht ja auch die Stadt auszugucken und dann einfach mal los zu legen. Offensichtlich muss man das ja nicht alles in einem einzigen Lauf erledigen.

Aber wenn man seine Heimat kennen lernen will, dann schadet es ja auch nicht, wenn man überall mal vorbei geschaut hat. 🙂

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Gipfelsuche am Côl de Rü

Nach dem ersten Ausflug zur Sennes und auf den kleinen Col de Lasta bin ich am Nachmittag dann noch auf eine (wirklich) kurze Runde aufgebrochen und von der Fodara zum Côl de Rü gelaufen, um den dortigen Gipfel zu „besteigen“.

Screenshot von kompass.de/wanderkarte.

Da der Berg kein Kreuz besitzt und die schmalen Wege irgendwann im Nirgendwo endeten (und das Nirgendwo grenzte dann an eine Klippe!), bin ich letztlich zum Schluss querfeldein durch Latschen gekrabbelt, um auf die höchste Erhebung zu gelangen.

Der Rückweg war dann ähnlich schwierig .. ein Weg war hier nicht existent. Am Ende ein bisschen nach rechts, ein bisschen nach links und dann 2,5km und 26 Minuten (das zeigt schon, wie sehr ich da durch die Gegend kraxeln musste) war ich wieder an der Hütte und konnte mir ein leckeres Bierchen genehmigen.

Höhenprofil von der Fodara Vedla hoch zum Côl de Ru und wieder zurück.

Der Berg ist übrigens nicht auf jeder Karte verzeichnet und auch bei einer Internetrecherche findet man nicht wirklich was zu ihm. Vor Ort ist er aber bekannt und so habe ich dann in der Wanderkarte von kompass.de mal nachgeschaut und die Gipfelmarkierung entdeckt.

Dummerweise hatte ich keine Kamera dabei, so dass ich keine Bilder vom Berg bzw. dem Gipfel machen konnte.

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Auf den kleinen Col de Lasta

Nachdem wir unser neues Lager auf der Fodara Vedla aufgeschlagen hatten sind wir ganz locker und entspannt zur Sennes-Hütte aufgestiegen. Die Wanderung überbrückt etwa 200 Höhenmeter, ist also nicht wirklich anstrengend. Aber die Sonne war ein absoluter Faktor. Rund 28°C auf 2100 Metern Höhe, ohne Wolken zum Schutz .. das ist gefährlicher, als es auf den ersten Blick wirkt.

Von der Fodara aus kann man direkt auf der Fahrstraße gehen, das ist aber nicht zu empfehlen. Wir steigen also einen schmalen Wanderpfad hinauf und erhaschen somit den ersten schönen Blick auf das kleine Bergdorf.

Das Bergdorf vor vor wunderschönem Panorama.

Der Pfad führt dann nochmals kurz über die „Straße“, bevor man rechts aufsteigt. Der Anstieg ist wie gesagt nicht besonders herausfordernd. Wir genießen eher die tollen Ausblicke.

Frontalblick auf den Sas dla Para oder Lavinores (je nach Sprache), den Hausberg der Fodara.

Kurz vor dem Ziel gelangt man wieder auf den Fahrweg, geht noch ein bisschen weiter, kürz nochmals ab und gelangt dann auf einen ehemaligen Militärflugplatz, der sich heute als wunderschöne Blumenwiese viel besser macht, als in seiner ursprünglichen Nutzungsform. 🙂

Die letzten Meter zur Sennes-Hütte.

Wir kehren ein und genießen die Gastfreundschaft und das gute Essen hier oben. Es ist mehr als 20 Jahre her, dass ich das letzte Mal hier war, aber die Berge und Wiesen haben sich nicht verändert.

Ich entscheide mich dann noch für einen kurzen Abstecher auf den kleinen Col de Lasta (Picio Col de Lasta), dessen Gipfel direkt vor der Hütte thront. Die gut 100 Höhenmeter sind schnell erklommen,, wobei ich irgendwann den wirklichen Weg verliere und querfeldein nach oben klettere.

Die Sennes-Hütte vom Gipfel des kleinen Col de Lasta.

Ein Gipfelfoto am Kreuz gemacht und dann über einen besser ausgetretenen Pfad wieder auf den gut ausgebauten Fahrweg zur Sennes gelaufen.

Auf dem Bild sieht man .. die Sonne hat sich in nur wenigen Stunden schon ganz gut bemerkbar gemacht.
Links der kleine, rechts der große Col de Lasta. Dazwischen ist eine Senke, so dass ich mir aus Zeitgründen den Gipfelsturm des größeren Berges gespart habe.

Die Familie an der Sennes abgeholt und dann wieder ganz entspannt auf dem gleichen Weg wie hinauf, hinab zur Fodara.

Weg von der Sennes hinab zur Fodara.

Der Weg ist nur an wenigen Stellen wirklich steil, zumeist kann man ihn gut gehen und verliert dabei stetig an Höhe. Im Hintergrund eröffnen sich immer wieder wunderschöne Ausblicke.

Die Vorfreude auf die kommenden Tage steigt, vor allem weil für den nächsten Tag die Besteigung des Muntejela de Sennes geplant ist.

Das Höhenprofil wird dann wohl ebenso aussehen, wie das heutige, nur dass es noch 500 Meter weiter nach oben gehen wird.

Höhenprofil des Hike & Run-Ausflugs zum kleinen Col de Lasta (mehr bei Strava)

Wieder an der Fodara angekommen genießen wir das tolle Wetter auf der Terrasse (glücklicherweise im Schatten) und ich mache mich später noch auf eine kleine Runde in Richtung Côl de Rü auf.


Dieser Artikel ist Teil des Reiseberichts „Sommer 2019 – über Salzburg, Udine und Venedig in die Dolomiten“.