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Schweizerbach

Der Schweizerbach fließt durch das gleichnamige Tal und gehört wohl eher zu den kleineren Vertretern seiner Zunft. 🙂

Laut Wikipedia hat er eine Länge von gerade einmal 2,5km und damit nicht allzu großen Einfluss auf den Wasserstand der Lahn, in die er in Miellen mündet.

Wenn man die Strecke bis zur Quelle, die bei Openstreetmap angegeben ist, dann grob abmisst, ist der Fluss bis zur dort angegebene Quelle aber eher 1,8km lang.

Es gibt allerdings noch einen relativ großen Zulauf (Betonung auf „relativ“) etwas unterhalb der obersten Mühle im Schweizertal, der Kadendeller Mühle. Am Ende bin ich beide Bachläufe komplett abgelaufen. Die Zeit hatte ich bzw. habe ich mir genommen.

NameSchweizerbach / Schlauserbach
Länge~1,8km
Höhenunterschied145hm
Quelle50° 19′ 1.2″ N, 7° 40′ 40.7″ O
Mündung50° 19′ 28.2″ N, 7° 39′ 55.5″ O
FlusssystemLahn
Mir liegen keine offiziellen Daten vor, so dass die Werte nur Annäherungen sind.

Früher hieß der Bach übrigens Schlauserbach.

Der Lauf

Geparkt auf der anderen Lahnseite und dann erstmal fix über die Brücke nach Miellen. Die Mündung ist dann schnell erreicht.

Mündung des Schweizerbachs in die Lahn

Da mir vor Beginn des Laufes nicht klar war wo die Quelle wirklich liegt musste ich vor allem beim genannten Zusammenfluss der beiden Bäche darauf achten welcher von beiden der „Hauptbach“ ist.

Bis zu diesem Abzweig geht es aber erstmal von der Bachmündung stetig hinauf durch das Schweizertal. Ursprünglich standen in diesem Tal eine Reihe von Mühlen. Ein paar der alten Mühlen sind mittlerweile Wohnhäuser, ein paar weitere werden nur noch per Infotafel an den ehemaligen Standorten in Erinnerung gehalten.

Informationen zu den Mühlen im Schweizertal

Ich dachte ursprünglich, dass ein befahrbarer Weg durch das Tal nach oben führen würde. Zum Glück wurde ich eines Besseren belehrt: feinster Trail. 🙂 Tatsächlich war es nicht ganz so einfach zu laufen, da der Schiefer teilweise recht rutschig war. Aber ich hatte es nicht eilig und bin häufiger mal stehen geblieben, um die Informationen auf den Infotafeln zu den Mühlen zu überfliegen.

Mit so einem Weg hatte ich nicht gerechnet. Der Weg war quasi dauerhaft so.

An besagtem Abzweig war recht klar, dass ich dem Bach, wie in den Karten vermerkt, folgen würde. Ein letzter knackiger Anstieg mit tollem Blick ins Bachtal und dann war ich auch bereits auf den Feldern rund um Frücht.

Kurz vor der Quelle des Schweizerbachs

Ab der Kadendeller Mühle befindet man sich übrigens auf dem Panoramaweg rund um Frücht. Bergab bin ich dann nochmals auf diesen Weg gestoßen. Ist auch eine nette Runde, die ich vor ein paar Jahren schon mal gelaufen bin.

Die Quelle ist dann schnell gefunden.

Quelle des Schweizerbachs

Von hieraus bin ich dann nicht wieder zurück zum Zufluss, sondern direkt zur vermeintlichen Quelle des anderen Baches gelaufen. Das Problem war: einen Bachlauf konnte ich erahnen, aber dort floss kein Wasser. Ich bin trotzdem bis ganz nach oben gelaufen, warum auch nicht.

Vermeintliche Quelle des Zulaufs des Schweizerbachs

Auf dem Weg nach unten habe ich dann häufiger mal versucht näher an das Bachbett heranzukommen, um heraus zu finden, ab wann der Bach wieder Wasser führt. Das führte zwar dazu, dass ich etwas langsamer unterwegs war, aber ich war in keinem Rennen. 🙂

Das erste Wasser entdeckte ich dann ein paar Hundert Meter weiter unten. Ob das Quellwasser oder nur Regenwasser war kann ich nicht sagen, ist aber letztlich auch egal. Der Bachlauf gräbt sich mit der Zeit auch stark ins Gelände, um dann eben in den Schweizerbach zu münden.

Zulauf des Schweizerbachs
Laufstrecke6,79km
Höhengewinn/-verlust246hm
Dauer50min
Mehr Informationen zum Lauf bei Strava.
Streckenprofil, von Miellen hoch nach Frücht und zurück

Am Ende war es eine super Runde, die ich ohne das Projekt Flussläufer niemals gelaufen wäre. Nicht jede Strecke muss spektakulär sein, aber immer wieder etwas Neues zu entdecken, an neuen Orten zu sein, das reizt mich sehr und macht wirklich Spaß.

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Alkener Bach

Nachdem ich gestern den Tauberbach abgelaufen bin, stand heute direkt der zweite Bach auf dem Programm, den ich von der Mündung zur Quelle und zurück ablaufen wollte: der Alkener Bach.

Der Alkener Bach ist ein rechter Nebenfluss der Mosel und mündet, man kann es sich denken, in Alken in eben diese.

NameAlkener Bach
Länge5,7km
Höhenunterschied311m
Quelle50° 14′ 7″ N, 7° 30′ 41″ O
Mündung50° 15′ 1″ N, 7° 26′ 46″ O
FlusssystemMosel
Mehr Informationen zum Bach findet man auch in der Wikipedia.

Die Quelle des Alkener Baches liegt etwas südlich von Pfaffenheck, in direkter Nähe der Hunsrückhöhenstraße.

Der Lauf

Ich starte den Lauf also an der Mündung des Bachs in die Mosel.

Mündung des Alkener Bachs in die Mosel

Über Alken liegt die Burg Thurant, ein toller Anblick, allerdings sieht man sie von der Mündung des Alkener Bachs aus nicht. dafür müsste man ein Stückchen weiter in Richtung Westen an der Mosel entlang gehen, was ich mir heute gespart habe.

Es geht zunächst einen Kilometer asphaltiert rund um die Burg herum, dann entlang des Baches stetig bergauf. Im Gegensatz zur gestrigen Strecke war ich heute fast ausschließlich auf festen Forstwirtschaftswegen unterwegs. Kein Trailgenuss, aber es war okay. Die 330hm auf 6km Strecke reichen als Herausforderung. 🙂

Streckenprofil des Laufs von der Mündung des Alkener Bachs zu seiner Quelle und zurück. Mir gefällt so etwas einfach. 🙂

Man muss ab und an aufpassen, dass man nicht den falschen Abzweig nimmt, es gibt doch eine Reihe von Bachläufen, die dem Alkener Bach zufließen.

Laufstrecke12,40 km
Höhengewinn/-verlust330hm
Dauer01:14h
Mehr Informationen zum Lauf bei Strava.

Der Bach schneidet sich teilweise recht tief ins Gelände. Schon erstaunlich was auf so einer kurzen Strecke trotzdem für eine Kraft herrscht.

Das Bild wirkt gar nicht so imposant, wie es sich eben im Wald angefühlt hat.

Kurz vor Ende habe ich dann einen falschen Abzweig genommen und den Bach kurz verlassen. In Pfaffenheck kam ich dann aber schnell wieder an eine Stelle, die online als Quelle angegeben war. Ob das so 100%ig stimmt .. hmm.

Hier verschwindet der Alkener Bach unterhalb des Asphalts

Etwas weiter die Straße hinauf habe ich dann noch ein kleines Rinnsal gefunden, was in einem Rohr unterhalb der Asphaltdecke verschwindet. Diesem bin ich noch gefolgt und dann habe ich dort, meinem Verständnis nach, die Quelle entdeckt.

Quelle des Alkener Bachs

Dummerweise ist das nur halb wahr. Zuerst bin ich nämlich an dieser Stelle einfach (im Bild) links vorbei gelaufen und über eine Kuhwiese hinauf zur Hunsrückhöhenstraße, über dieser hinüber in Richtung Autobahn. Dort war ebenfalls noch ein Wasserlauf, der sich aber für mich letztlich als Ablauf von der A61 darstellte.

Also wieder zurück, die Quelle entdeckt, geknipst und dann auf dem richtigen Weg, immer dem Bach abwärts folgend, so schnell es ging wieder nach Alken.

Eine Stirnlampe hatte ich zwar dabei, aber ich kam genau rechtzeitig in Alken an. Das menschliche Auge kann mehr, als man manchmal denkt. Es war schon richtig dunkel, aber um im 4:30er-Schnitt ins Ziel zu donnern reichte es noch. 🙂

Somit steht der Alkener Bach als Nummer 2 auf meiner Liste, der erlaufenen Flüsse.

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Tauberbach

Als Start meiner Karriere als Flussläufer bin ich am gestrigen Abend in der Dunkelheit des frühen Abends die kurze Strecke nach Brey gefahren, um von der Mündung des Tauberbachs bis zu seiner Quelle zu laufen.

Der Tauberbach ist ein relativ kurzer orografisch linker Nebenfluss des Rheins, der auf gerade mal etwa 4,5km Fließlänge rund 190 Höhenmeter überwindet.

NameTauberbach
Länge~4,3km
Höhenunterschied~190m
Quelle50.26283° N, 7.58233 O
Mündung50.27765° N, 7.62760° O
FlusssystemRhein

Seine Quelle liegt in der Nähe des Jugendzeltplatzes „Am Pfaffenwäldchen“ in Rhens. Die genauen Koordinaten sind mir nicht bekannt. Die Angaben in der Tabelle sind entsprechend nur Annäherungen.

Der Lauf

So muss ein Höhenprofil aussehen. 🙂

Auf dem Weg hinauf zur Quelle startet man auf dem Rheinradweg zwischen Koblenz und Mainz und gelangt durch eine schmale Fußgängerbrücke unter einer Bahnunterführung (ja, genau .. Brücke unter Unterführung) auf den Parkplatz eines Discounters. Dort quert man die B9 (kein Zebrastreifen vorhanden, also Obacht) und gelangt dann über eine Brücke und an der Mündung des Breyerbachs in den Tauberbach vorbei in ein Wohngebiet. Dort verlässt man ganz kurz den Bach, kommt aber nach einigen Hundert Metern wieder in seine Nähe.

Laufstrecke9,05km
Höhengewinn/-verlustje 201m
Dauer01:02h
Mehr Informationen zum Lauf bei Strava.

Von da an ging es in der Dunkelheit des Waldes bergan. Aufgrund der Nässe der letzten Tage war der Weg im Prinzip ein einziger Matschhaufen. 😀 In Kombination mit reduzierter Lichtstärke der Stirnlampe aufgrund von „wenig Restakku“ war das schon teilweise etwas grenzwertig, hat aber Spaß gemacht. 🙂

Hier versteckt sich irgendwo die Quelle des Tauberbachs

In der Nähe der Quelle war dann eigentlich kein wirklicher Weg mehr zu erkennen und ich habe versucht mich querfeldein der Quelle zu nähern. Da ich die genauen Koordinaten nicht kannte bin ich am Ende bis zur vermeintlichen Quelle geschliddert und dann wieder bergab in Richtung Mündung.

Auf dem Rückweg habe ich dann den Weg auf der nördlichen Seite des Baches verwendet. Bei Komoot hatte ich gesehen, dass dort ein Weg eingezeichnet war. Auf der Karte hörte er zwar einfach irgendwo auf, in der Realität gab es aber eine Verbindung. War auf jeden Fall eine tolle Laufstrecke, wenngleich wirklich sehr sehr dunkel und wild. Hat Spaß gemacht.

Der Tauberbach kurz nach der Quelle

Am Ende muss ich aber sagen, ich hätte den Weg nicht belaufen sollen. Denn kurz bevor es wieder in den Ort ging kam ich an diesem Schild vorbei.

Wildruhezone am Tauberbach auf Rhenser Seite

Wildruhezone. Jou, macht dann aber halt auch keinen Sinn, wenn man das Schild nur an einer Seite eines Weges anbringt. Dumm gelaufen, geschieht mir an dieser Stelle nicht wieder.

Am Ende dann noch kurz dem Sauerbrunnen, dem Breyer Born, der vom VVV Brey betreut wird, einen Besuch abgestattet.

Infotafel am Sauerbrunnen in Brey

Auf dem dortigen Schild steht geschrieben

Viel hundert Jahr fließt diese Quelle, die Gott in seiner Güt uns gab. Oh Mensch bewahre diese Stelle vor allem Unrat und vor Schad.

Dazu gibt es noch eine Informationstafel mit dem folgenden Text.

Breyer Sauerbrunnen / Breyer Born

Die Quelle am Tauberbach, dem Grenzbach zwischen Brey und Rhens, wurde im Jahre 1741 gefaßt. Spätestens seit dieser Zeit dient sie der Bevölkerung als saubere und gesunde Trinkwasserstelle. Die Quelle ist nachweislich bis heute nie versiegt. Als Ende des 18.Jahrhunderts in dieser Gegend Seuchen, wie z.B. Ruhr wüteten, gab es in Brey verhältnismäßig wenige Opfer. Dies ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der guten Wasserqualität zu verdanken.

[..]

Informationstafel am Breyer Born

Kurz ein Foto geschossen und weiter durch Rhens zurück zur B9, diese kurz gequert und nochmals bis zur Mündung an den Rhein. Dort hat man auch einen tollen Blick auf die Marksburg auf der anderen Rheinseite. Gerade im Dunkeln immer wieder ein toller Anblick.

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Flussläufer

Ich lebe schon mein ganzes Leben in der Nähe de Rheins bzw. seit 20 Jahren direkt am Rhein. Dazu kommt hier in Koblenz natürlich die Mosel, die Lahnmündung ist in der Nähe.

Ich bin in der Nähe der Wied aufgewachsen und später habe ich in der Nähe der Ahr gelebt. Rund um mein Heimatdorf gibt es auch mehrere kleine Bäche.

Wasserläufe waren also schon immer irgendwie Bestandteil meines Lebens, wenngleich kein allzu wichtiger. Sie waren einfach da.

Ich habe bereits ein paar Mal Pläne geschmiedet diese (und andere) Flüsse abzulaufen. Der Rhein ist da außen vor, das ist außerhalb meiner Fähigkeiten und es reizt mich auch nicht allzu sehr. Ich mag gerne die unentdeckten Ecken meiner Heimatregion erkunden. Und vielleicht muss man auch nicht direkt mit der mehr als 300km langen Mosel anfangen. 🙂

Ich denke, dass genau jetzt die richtige Zeit ist sich der Sache nochmals zu nähern. Einfach mal machen.

Abgelaufene Flüsse

NameLängeHöhenunterschiedLaufrichtungDatum
Tauberbach~4,5km190 Meter↑↓15.12.2020
Alkener Bach5,7km311 Meter↑↓16.12.2020
Schweizerbach~1,8km~145 Meter↑↓17.12.2020
Liste der Fließgewässer, deren komplette Strecke ich zwischen Quelle und Mündung abgelaufen habe.

Bei der Formulierung mache ich keinerlei Unterschiede zwischen Fluss und Bach. Tatsächlich gibt es keine exakte Definition der Begriffe und der Übergang von einem Bach zu einem Fluss ist .. fließend :-).

Die Angaben in der Tabelle sind, soweit ich sie nicht von irgendwo übernehmen konnte, nur als Annäherungen anzusehen.

Ist der Name des Flusses verlinkt findet man dahinter weitere Informationen zum Gewässer oder zum Lauf.

Die Pfeile (↑↓) sind wie folgt zu lesen:

  • ↑ = von der Mündung hinauf zur Quelle
  • ↓ = von der Quelle hinab zur Mündung
  • ↑↓ = von der Mündung zur Quelle und wieder hinab zur Mündung
  • ↓↑ = von der Quelle zur Mündung und wieder hinauf zur Quelle

Geplante Läufe

Ich habe mir bereits eine Reihe von Routen zusammengestellt, die ich versuchen werde abzuarbeiten und natürlich auch zu erweitern, sofern mir die Art der Läufe Spaß macht.

NameLängeHöhenmeterLaufrichtung
Aspeler Bach9km328m↑↓
Brodenbach8,2km299m↑↓
Dörsbach32km381munklar
Aubach15,2km284munklar
Fockenbach~12km~230munklar
Brexbach21,7km378munklar
Hillscheider Bach12,6km367munklar
Bienhornbach~2,5km~220m↑↓
Griesentalbach/Blindbachunklarunklar↑↓
Die gelaufene Strecke wird sich natürlich von der eigentlichen Flusslänge unterscheiden.

Die Strecken plane ich so, dass ich möglichst nah am Flusslauf entlang laufen kann. Ich verzichte allerdings auf Querfeldeinpassagen, sondern möchte nur auf Wegen, Pfaden unterwegs sein. Beim Erreichen der eigentlichen Quelle ist das dann manchmal nicht möglich und man muss etwas kraxeln, aber das sollte die Ausnahme bleiben. 🙂

Wenn jemand gute Ideen für Routen hat, ich bin da offen für alles, was nicht allzu weit von Koblenz entfernt ist.

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Run Every Single Street – Koblenz

Corona hat es möglich gemacht. Durch die Absage aller Laufveranstaltungen, die ich im Visier hatte und gleichzeitig auch durch die Unterbrechung der Fußballsaison hatte ich extrem viel Zeit und ein Loch: was mache ich denn jetzt? Laufen ist da immer eine gute Antwort.

Aus dem Grund habe ich ein Projekt verwirklicht, welches ich schon seit vielen Jahren in meinem Kopf mit mir herumtrage.

Alle Straßen der Stadt Koblenz ablaufen, jeden einzelnen Meter.

Um mich zusätzlich zu motivieren habe ich das Ganze als Challenge der TuS Koblenz Laufsportabteilung aufgezogen und tatsächlich haben sich ein paar positiv Bekloppte gefunden, die mich begleitet haben. Sechs Monate hatten die Teilnehmer Zeit, ich selbst wollte es eigentlich gerne in zehn Wochen geschafft haben (ich hatte ja noch andere Pläne! :-)).

Am Ende brauchte ich nicht ganz 12 Wochen, um die Stadt komplett kennengelernt zu haben.

StadtKoblenz
Straßen1044
Distanz1006,54 Kilometer
Anstieg15886 Höhenmeter
Dauer (brutto)101:55:52 Stunden
82 Tage
Läufe81
Blau markiert die Straßen und Wege, die ich abgelaufen bin.

Es war auf jeden Fall eine tolle Erfahrung und es war gut, dass ich mir zur Auflage gemacht habe wirklich jeden Straßenstich, Feldweg, jede Treppe etc. abzulaufen. Sonst wäre ich am Ende wohl nicht ganz zufrieden gewesen. 🙂

Geschafft. 🙂

Die letzte Straße war dann die Jupp-Gauchel-Straße und beendet habe ich diese Challenge hinter der Tribüne im Stadion Oberwerth. Das war ein extrem komisches Gefühl. Plötzlich war es vorbei. 81 Tage lang hat sich alles nur um diese Challenge gedreht und plötzlich weiß man nicht genau, was man eigentlich am nächsten Tag macht. 🙂

Mediales Echo

Hatte ich so weder geplant, mir gewünscht, noch erwartet, aber tatsächlich haben sich da einige regionale Medien drauf gestürzt.

Die RheinZeitung titelte:

Der König der Koblenzer Straßen: 37-Jähriger ist jede einzelne gelaufen
Zum Treffen mit unserer Zeitung kommt Benjamin Klaile mit dem Rad angedüst. „Das ging schneller“, sagt er verschmitzt, wischt sich ein paar Schweißtropfen von der Stirn und joggt fürs Foto ein paar Meter. Anschließend suchen wir uns ein schattiges Plätzchen am Löhrrondell, es ist heiß. Um uns herum Autos, Menschen, Tauben. Eigentlich müsste der 37-Jährige jetzt kurz laut wie ein Löwe brüllen, damit es jeder hört: Denn Benjamin Klaile ist der König der Koblenzer Straßen. Er ist jede einzelne von ihnen gelaufen.

Naja, gebrüllt habe ich nicht, aber das Gespräch war ganz nett und da die RZ hier praktisch Monopolist ist wusste danach halt auch einfach jeder aus meinem erweiterten Umfeld, was ich gemacht und geschafft hat. Teilweise etwas unangenehm (ich mag sowas nicht so gerne), aber am Ende hat der Stolz überwiegt.

Zwei Radioauftritte folgten. Der Auftritt bei SWR1 hat mir gut gefallen, bei Antenne Koblenz fand ich es etwas komisch. Den Beitrag habe ich auch nie gehört, weil ich nicht wusste wann und ihn auch nicht zugeschickt bekam.

Außerdem zeigte noch das SWR-Fernsehen Interesse an einem kurzen Clip (findet man hier). Naja, dann doch lieber Text. Ich mag Text. 🙂

Am Ende kann ich verstehen, dass Leute darüber berichten wollen. Es ist ja auch etwas Besonders.

Aus dem Grund ist es mir auch wichtig zu erwähnen, dass ich nicht der Einzige bin, der das geschafft hat. Ich war nur der Erste.

Fabian, Gerrit, Marvin, Uwe, Angela, Michael und Frank.

Alle diese Läufer:innen haben es geschafft und können sehr stolz auf sich sein. Meinen Respekt habt ihr auf jeden Fall. 🙂

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50km rund um Waldbreitbach

Ob es in diesem Jahr überhaupt noch die Möglichkeit geben wird an Ultramarathonveranstaltungen teilzunehmen ist unklar. Aber auch wenn mein Jahreshöhepunkt bereits abgesagt ist, bin ich voll im Training und deswegen gibt es derzeit auch keinen Grund zurück zu stecken.

So bin ich in der vergangenen Woche ins schöne Wiedtal nach Waldbreitbach gefahren und habe mich früh morgens aufgemacht, um meinen ersten 50km-Lauf des Jahres zu absolvieren.

Strecke

Mehr als 1700 Höhenmeter auf 50km rund um Waldbreitbach im Wiedtal.

Ich hatte mir im Vorfeld die Wanderrouten rund um Waldbreitbach angeschaut und wollte eine Kombination aus diesen Wanderwegen hier laufen:

Ich laufe generell ohne GPS-Route auf der Uhr, sondern immer nach einer Kombination aus Markierungen, Gefühl und Orientierungssinn.

Aufgrund der Tatsache, dass in Waldbreitbach nicht nur die Wällertouren und Wiedtaler Erlebnisschleifen nutzbar sind, sondern auch der Wiedweg und der Westerwaldsteig kreuzen, fand ich die Beschilderung teilweise eher verwirrend als klar.

Das hat dazu geführt, dass ich nach einem Kilometer direkt mal falsch abgebogen bin 🙂 und ich somit die Katzenschleif-Runde nicht wirklich abgelaufen bin.

Das tat dem Ganzen aber keinen Abbruch, da ich mich rund um Waldbreitbach recht gut auskenne. Orientierung und Streckenkenntnis ist immer besser als Markierungen.

Ich gehe zwar nicht davon aus, aber sollte der Malberglauf in diesem Jahr stattfinden ist das eigentlich mal wieder ein Muss. Der Anstieg hoch zum Malberg ist einfach knallhart (wobei ich nicht die Wettkampfstrecke gelaufen bin) und ein Muss für begeisterte Bergläufer.

Verpflegung

Da ich um 15:30 Uhr einen Termin in Neuwied hatte, musste ich früh starten. Das Auto, das ich am Stadion in Waldbreitbach geparkt hatte, war dabei mein Verpflegungspunkt. Das hat so funktioniert, wie gedacht.

Leider ist mir erst vor Ort aufgefallen, dass mein Trinkschlauch eingerissen ist, so dass ich das benötigte Wasser in Flaschen mitnehmen musste. Entsprechend froh war ich, dass ich mehrere Verpflegungsstops eingeplant hatte.

Für die etwas mehr als 50km blieben mir am Ende also 7h Zeit. Durchaus herausfordernd, aber so soll es ja auch sein.

Direkt zum Fazit

Ich verzichte hier mal auf einen „Streckenbericht“. Ihr habt die Route und die Links zu den Wanderwegen. Das sollte reichen. Am Ende kann ich nur sagen, dass ich sehr zufrieden war.

  • Die Streckenplanung ging mehr oder weniger auf (zu Beginn, falsch abgebogen, aber das war nicht schlimm, ganz am Ende zeitlich bedingt etwas abgekürzt).
  • Die Verpflegung hat gepasst, wenn man bedenkt, dass ich pro Etappe weniger Wasser dabei hatte, als ich eigentlich wollte.
  • Ich konnte mich gut an das Wetter anpassen. Los ging es bei 2°C und um 15 Uhr waren es dann 25°C in der Sonne.

Kurzum: ein richtiger guter Lauf. 🙂

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100 Gipfel in 100 Tagen

Vorab: Ich wohne in Koblenz. Da ist es mit Gipfeln im Sinne von 3000er in den Alpen nicht so weit her, aber trotzdem kann man hier natürlich am höchsten Punkt eines Berges stehen.

Mein Hausberg ist der Kühkopf. Nichts Wildes, aber hier kann man schon 300hm in einem Rutsch, und wenn man will in nur 3km Strecke, nach oben laufen.

Ich wollte schon vor ein paar Jahren mal 100 Berge hier in der Region besteigen und das aus zwei Gründen:

  1. Höhenmeter im Training.
  2. Ecken belaufen, an denen man noch nicht war.

Das scheiterte dann daran, dass ich mich verletzt habe (wie immer) und dann war die Motivation verflogen.

Jetzt bin ich seit einiger Zeit sehr gut im Training, fühle mich gut und durch meine Teilnahme am Corona Skyrun vom Alex Holl teilnehme bin ich sowieso derzeit was Höhenmeter angeht immer auf der Suche nach schönen Runden mit großem Bergaufanteil.

Kurzum: Mich hindert gerade eigentlich nichts es einfach nochmal anzugehen.

Vom Tag an, an dem ich den ersten Gipfel erklommen habe, habe ich 100 Tage Zeit, um weitere 99 Berge zu besteigen. Ich bin gespannt wie viele Gipfelkreuze ich sammeln kann. Viele gibt es hier ja leider nicht 😉 aber egal. Dann muss ich mich halt auf einem überwucherten Hügel stehen und mich freuen. Querfeldein muss auch mal sein.

Berge

Ich habe einfach bei OpenStreetMap durch die Gegend gescrollt und habe mir da die Berge herausgesucht, die hier rund um Koblenz dargestellt wurden.

Sind das nach irgendwelchen wissenschaftlichen Erkenntnissen verifizierte Berge? Keine Ahnung. Eher nein.

Ist das irgendwie wichtig? Nö.

Wie beweise ich, dass ich auf dem Gipfel war? Gar nicht, wobei ich meine Läufe eigentlich immer bei Strava hochlade, so dass man das am Ende sicherlich irgendwie nachvollziehen könnte, wenn man möchte. Ab und an werde ich sicherlich auch mal ein Foto von einem Hügel machen.

Letztlich ist es einfach eine Challenge, um nicht flach, sondern bergauf zu laufen. Spaß haben ist hier Prio 1.

Liste der Gipfel

Die folgenden Gipfel habe ich im Rahmen dieser Challenge bestiegen.

– noch keine –

Du hast auch Lust?

Wenn du auch Bock auf die Challenge hast, dann schreib mir bei Twitter oder hier als Kommentar im Artikel. Wenn du einen Blog hast und deine Ergebnisse da irgendwie dokumentierst, verlinke ich das hier auch gerne. Ansonsten würde ich das relativ unbürokratisch halten und einfach regelmäßig einen Zwischenstand hier zur Verfügung stellen.

Es gibt letztlich keinen Sieger, weil jeder andere Berge anderer Schwierigkeitsgrade zur Verfügung bzw. als Herausforderung hat. Jeder, der es schafft bzw. versucht kann dann zumindest kurze Zeit von Ruhm und Ehre leben. 😀 Das ist ja auch schon mal was.

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Absage des WiBoLT 2020

Der Vollständigkeit halber sei es auch nochmal hier erwähnt. Der WiBoLT 2020 in allen Variationen ist abgesagt. Damit werde ich in diesem Jahr auch keine 100 Meilen auf dem Rheinsteig laufen.

Das ist natürlich die absolut richtige Entscheidung, aber für mich natürlich dennoch sehr schade.

Auf der anderen Seite habe ich so natürlich die Chance und vor allem auch die Motivation mich für das kommende Jahr richtig gut vorzubereiten, um die Strecke von Braubach bis Bonn zu schaffen.

Ich wäre in diesem Jahr bereit gewesen und ich hoffe, dass ich das auch im Jahr 2021 sagen kann.

Bis dahin gilt es gut zu trainieren, lange Läufe zu machen und hoffentlich im Laufe des Jahres noch den ein oder anderen richtig langen Wettkampf zu bewältigen.

Mal schauen, was der Rest des Jahres 2020 noch so bringt.

Bleibt gesund.

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Strecke des SV WiBoLT

Wie bereits geschrieben, starte ich am 12.Juni beim SV WiBoLT, der kurzen Version (short version) des WiBoLT.

Los geht es auf der Marksburg (wer da noch nicht war, sollte dort mal eine Führung mitmachen => klasse!) überhalb von Braubach. Von dort geht es dann, nie enden wollend, auf dem Rheinsteig weiter in Richtung Bonn. Das Ziel ist dann auf dem Bonner Rathausplatz.

Und auch, wenn die Strecke nie über 400 Meter über dem Meer ist, kommen durch die bloße Anzahl der Anstiege am Ende sehr viele Meter bergauf, aber natürlich auch bergab zusammen.

Es ist also nicht nur die lange Distanz, die dem Körper zu schaffen machen wird.

Die Strecke findet man auch hier direkt bei Komoot.de. Die im Bild angezeigte vermutliche Dauer ist gekonnt zu vernachlässigen. 🙂

Die Höhenmeterangabe variiert je nach verwendetem Onlinetool. Klar ist aber .. es sind viele. 🙂

Beim kleinen KoBoLT summierten sich die Höhenmeter laut Strava auf etwa 3600, von Braubach nach Koblenz sind es bereits knapp 900 .. und dann muss man ja noch nach Rengsdorf hoch.

Alles egal, ich rechne mit am Ende etwa 5000 ansteigenden Höhenmetern und entsprechend ist auch das Training ausgelegt.

  • viele Kilometer = gut
  • viele Kilometer mit ordentlich Höhenmetern = besser

Am Ende habe ich für die etwa 100 Meilen auf dem Rheinsteig 48 Stunden Zeit. Und auch wenn mein primäres Ziel letztlich erstmal nur das Ankommen ist, werde ich die Strecke doch mit einer anderen Zielsetzung angehen, da ich es sonst extrem schwierig finde einen sinnvollen Raceplan aufzustellen.

Aber es wäre schon schön, wenn ich nicht mitten in der Nacht ankommen würde, sondern zu einer Uhrzeit, wo mich auch noch der ein oder andere Freund und Bekannte empfangen kann. 🙂

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Anreisekilometer < Trainingskilometer

Eben bei Twitter.

Bei Twitter lesen.

In der Folge wurde das noch etwas näher „spezifiziert“.

  • Anreisekilometer bezieht sich auf die Kilometer, die man zu Wettkämpfen anreist. Nicht auf den Urlaub.
  • Es wird nur die Distanz berechnet, also nur eine Fahrt.
  • Bei Streckenläufen, wie z.B. dem WiBoLT, bei denen der Start an einem anderen Ort als das Ziel ist, wird die größere Distanz (also entweder Heimatort – A oder Heimatort – B) genommen.

Finde ich eine ganz interessante Sache. So aus dem Bauch heraus betrifft mich das nicht wirklich, da ich ..

  1. .. nur selten an Laufwettbewerben teilnehme
  2. .. zumeist nur an Wettkämpfen hier in der Region teilnehme.

Für das laufende Jahr 2020 werde ich das mal dokumentieren und bin gespannt, was da am Ende bei heraus kommt.

Ich erweitere das Ganze für mich noch folgendermaßen.

  • Wettkampfkilometer zählen nicht zu Trainingskilometern, auch wenn die Wettkämpfe Training für einen anderen Wettkampf sind. (Bei Ultramarathonläufen nehme ich gerne im Vorfeld an kürzeren Ultras teil.)
  • Wenn ich mit dem Auto zum Training anreise, zählen die Anreisekilometer.
  • Wenn ich mit dem Zug zum Training anreise, rechne ich die Kilometer nicht dazu.

Letztlich keine Wissenschaft, aber ggf. am Ende des Jahres ein ganz guter Blick zurück und vielleicht merke ich auch im Sommer, dass ich es noch optimieren kann. Dann mache ich das.

Ich fange einfach mal an. 🙂