Buchkritik: 10 Erfolgsfaktoren für ein profitables Internet Business

Nachdem ich kürzlich vom eBook “Videomarketing für Einsteiger” extrem enttäuscht war, gibt es für mich direkt das nächste Buch, welches ich nicht empfehlen möchte.

10 Erfolgsfaktoren für ein profitables Internet BusinessAls ich angefangen habe diesen Artikel zu schreiben, kostete das Buch nichts. Und auch im Buch selbst wird darauf hingewiesen, dass es kostenlos ist. Deshalb wollte ich eigentlich darauf hinweisen, dass der einzige Unterschied zum Videomarketing-Buch darin besteht, dass man kostenfrei nachprüfen kann, ob ich Quatsch erzähle oder nicht. Das stimmt nun leider nicht mehr.

Das eBook 10 Erfolgsfaktoren für ein profitables Internet Business* von Rene Walter erweckt den Anschein, dass man in ihm Wissen findet, welches einem dabei helfen kann, richtig viel Geld im Internet zu verdienen.
Ich kann im Voraus bereits sagen, dass man sich die mittlerweile fälligen 0,89 Euro auf keinen Fall lohnen. Selbst gratis war das Buch nicht gerade hilfreich, auch nicht für “Anfänger”.

Ich war von Beginn an skeptisch, allerdings war das Buch umsonst, also kann man das ja mal lesen. Schaden tut es nicht, das ist klar. Allerdings ist das Buch in meinen Augen definitiv nicht dazu zu gebrauchen wirklich ernsthaft mit dem Internet zu arbeiten bzw. wirklich den ein oder anderen Euro mit und durch das Internet zu verdienen.
Das “Wissen”, welches vermittelt wird bzw. werden soll beschränkt sich auf – in meinen Augen – platte Floskeln.
Einige Beispiele sind “Ohne Traffic, kein Geld”, “Bauen sie einen E-Mail-Verteiler auf”, “Verzichten sie auf Perfektionismus”, “Outsourcing ist das Zauberwort”, “Mehrere Einkommensquellen sind wichtig”, “Beobachten sie ihre Besucher”.

Der Autor schreibt, dass es mit Hilfe von SEO-Strategien “mühelos” möglich ist 30.000 Euro (oder vielleicht auch mehr? Klar, was sonst.) pro Monat zu verdienen.
Wer wirklich glaubt mit Hilfe dieses Büchleins 30.000 Euro pro Monat verdienen zu können, nunja .. dem ist dann auch nicht mehr zu helfen.

An dieser Stelle möchte ich die Artikel Geld verdienen im Internet – der große Beschiss! und Geld verdienen im Internet? Vergiss es! von Martin Mißfeldt empfehlen. Auch die Diskussionen in den Kommentaren sind zum Teil herzerfrischend.

Natürlich lässt sich Geld im Internet verdienen. Ansonsten würde ich wohl auch nicht bei chefkoch.de arbeiten. Es ist aber das alte Spiel. Bevor man sich aber auf reißerisches “Wissen” bzw. 100%ig sichere “Tipps” verlässt, sollte man sich erstmal eine Menge Informationen im Internet zusammen suchen.
Es geht nur mit harter, sehr harter Arbeit.

Im Buch wird beschrieben, dass man sich erstmal eine Stunde pro Arbeitstag und nochmal jeweils fünf Stunden am Samstag und Sonntag freihalten sollte, um so richtig mit dem eigenen Internetbusiness zu starten. Dazu gab es kürzlich ein Thema beim Webmasterfriday. Peer Wandiger hat dazu einen schicken Artikel verfasst, indem er darstellt, dass einige seiner größten Fehler das Arbeiten an Abenden, das Arbeiten an Wochenenden und generell das zu lange Arbeiten war.

Das ist verständlich. Es bringt nichts wie verrückt zu arbeiten, nur um am Ende mehr Geld zu haben, welches man nicht ausgeben kann, weil man keine Zeit hat. Es ist die Balance, die man benötigt. Das wird zum Beispiel sehr gut im eBook Erfolgreich Freelancer – 44 Tipps für mehr Erfolg beschrieben. Dieses Buch will ich an dieser Stelle dann gerne nochmal empfehlen. Es kostet ebenfalls nur 89 Cent und ich fand es einfach gut. Kein Vergleich zum hier besprochenen eBook.

Generell kann ich den Blog Selbständig-im-Netz.de von Peer Wandinger sehr empfehlen, wenn man sich ernsthaft über die Möglichkeiten informieren will mit Websites Geld zu verdienen. Ich finde das Thema sehr spannend, aber auch wenn ich nicht auf den Kopf gefallen bin, bin ich doch immer noch sehr froh, dass ich eine gute, feste Arbeitsstelle habe. :-)

Amazon-Bewertungen

Ein Wort möchte ich noch zu den Bewertungen dieses Buches bei Amazon sagen. Das kann nicht mit rechten Dingen zugehen. Einen generellen Kommentar dazu schreibt zum Beispiel Stephan Lamprecht. Ich zitiere:

Es ist wohl längst kein Geheimnis mehr, dass die Lektoren (nicht nur in Fachverlagen) ihre Autoren ganz offensiv dazu auffordern, »das eigene Netzwerk zu aktivieren«, um positive Rezensionen für einen Buchtitel zu erhalten. Dieses »Aktivieren« ist aus meiner Sicht nach nicht mehr, als ein Euphemismus, Freunde und Bekannte darum zu bitten, gefälschte Rezensionen zu verfassen.

Und weil ich diese Bewertungen quasi exakt so hätte schreiben können, zitiere ich mal die Buchrezension von Yogasundari*

Es ist mir unbegreiflich, wie jemand auf so etwas 5 Sterne vergeben kann! Der Inhalt geht über Allgemeinplätze nicht hinaus und sprachlich eine Katastrophe. Das Deutsch ist, sagen wir mal, “verbesserungswürdig”. Wenn das bei Kindle einreißt, dann kann man wirklich nur noch leihen. Selbst umsonst nur Zeitverschwendung. Keine Beispiele, keine Belege, gar nichts

In diesem Sinne .. lese ich doch lieber wieder Blogs, wenn es um dieses Thema geht. :-)

Hinterlasse eine Antwort


Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>